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Stadt Kempen
Der Stundenplan ist ein kompliziertes Machwerk

Am Luise-von-Duesberg-Gymnasium hat Dr. Winfried Spanaus Jahr für Jahr eine Menge zu tun.

Wenn morgen die 734 Schüler des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums ihre Stundenpläne ausgehändigt bekommen, dann macht sich wohl kaum ein Schüler Gedanken darüber, welches komplizierte Regelwerk und wie viel Arbeit sich hinter der Fächerverteilung von montags bis freitags verbirgt. In der Zusammenstellung der Pläne stecken keine Stunden, sondern Tage voller Eingaben, Berechnungen und Änderungen, bei denen mit einer Vielzahl von Daten jongliert wird, bis alles fertig ist. "Eigentlich wären wir schon rund eine Woche vor Ferienende fertig gewesen, aber eine Änderung in der Stundenzuweisung durch eine Pensionierung hat alles nochmals umgeworfen", sagt Dr. Winfried Spanaus.

40 Stunden fielen auf einmal heraus. Die ganze Unterrichtsverteilung musste neu gestaltet werden. Der stellvertretende Schulleiter macht seit Jahren die Stundenpläne für das Gymnasium. Mit Hilfe des Programms Untis verteilt er Lehrer, Fachräume und Unterrichtsfächer für das kommende Schuljahr. Wobei es in diesem Jahr erstmals Unterstützung durch Christian Reiners gab. "Ich habe die erste Saison hineingeschnuppert. Es gefällt mir. Es ist eine komplexe Arbeit, die ich mit einem Spiel vergleiche, bei dem es gilt Wünsche zu erfüllen", bemerkt der Biologie- und Physiklehrer, der auch "Jugend forscht" mitbetreut. 900 Stunden für 17 Klassen und die Oberstufe müssen in den verschiedenen Fächern verteilt werden. Es gilt, Raumbelegungen zu beachten. Kein Lehrer sollte mehr als fünf Freistunden haben und die Hauptfächer sollten in den Morgenstunden und nicht im Nachmittagsbereich liegen. Dazu kommt die Kooperation mit dem Thomaeum in der Oberstufe. "Der erste Schritt ist immer die Festlegung der Leistungs- und Grundkurse der Oberstufe. Neun bis zehn Kollegen von beiden Gymnasien liegen in einem Band. Dafür muss der Stundenplan noch komplett frei sein. Daran können wir danach auch nichts mehr bewegen", erklärt Spanaus.

Hat ein Schüler zum Beispiel einen Leistungskurs Englisch und einen in Mathematik, dürfen sie nicht auf einer Schiene liegen, weil der Schüler nicht zeitgleich in zwei Kursen sein kann. Die Verteilung für die Oberstufe beginnt schon immer eine Woche vor den Sommerferien. Danach folgt der restliche schuleigene Stundenplan. Was früher per Stecksystem mit Magneten, auf denen die verschiedenen Lehrersymbole standen, per Hand ablief, macht heute der Computer - entsprechend gefüttert. Es gilt, Unmengen von Eingaben in den Rechner zu packen. Jeder Lehrer wird mit seinen Fächern eingegeben, wobei auch Lehrerwünsche nach Möglichkeit berücksichtigt werden. In den Klassen 5 bis 9 sollen keine Lehrerwechsel erfolgen, die neuen 5. Schuljahre brauchen entsprechende Klassenlehrer, es gilt Doppel- und Einzelstunden zu realisieren, die parallel laufenden Wahlpflichtbereiche müssen berücksichtigt werden, die Fachräume sollen eine gute Ausnutzung erfahren, die Integrationsklassen mit ihrer Doppelbesetzung müssen eingebaut werden - all diese Daten kommen in den Computer. Die Maschine rechnet dann, allerdings ist sie nicht perfekt, auch wenn das Programm schon sehr ausgefeilt ist. "Menschliche Vernunft ist nach wie vor gefragt. Wir müssen kontrollieren und nacharbeiten", betont Spanaus. Auch kann es passieren, dass ein Lehrerkürzel falsch eingegeben wurde und schon baut der Computer entsprechend darauf auf. In diesem Jahr musste zum ersten Mal der Sportunterricht gekürzt werden. Statt drei Stunden sind es nur zwei . Für die Schüler heißt das, statt zwei Nachmittage ist es nur ein Nachmittag, an dem es mit Sportzeug in die Schule geht. Zudem musste ein Religionskurs zusammengelegt werden. Anstelle von zwei kleinen Kursen läuft nun ein Kurs mit 33 Schülern.

(tref)
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