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Stadt Kempen
Der Weg zu besseren Busverbindungen

Stadt Kempen: Der Weg zu besseren Busverbindungen
Der Busbahnhof am Kempener Bahnhof: Hier laufen viele Linien sternförmig zusammen. Die Umsteigezeiten zwischen Regionalbahn und Linienbussen sind verbesserungswürdig. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Die Verkehrsgesellschaft Kreis Viersen lässt derzeit den Nahverkehrsplan für das Kreisgebiet überarbeiten. Aus den neun Städten und Gemeinden kommen viele Anregungen. Auch für Kempen gibt's Verbesserungsbedarf. Von Andreas Reiners

Die Thomasstadt hat - was die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) betrifft - ein vergleichsweise gutes Verkehrsnetz. Kempen ist direkt an die Bahnstrecke des Regionalexpresses 10 zwischen Kleve und Düsseldorf angebunden, viele Buslinien fahren Kempen sternförmig an. Und - abgesehen von etlichen Pannen auf dem RE 10 - lief der ÖPNV in den vergangenen Jahren vom Grundsatz her gut. Allerdings gibt es bekanntlich auch Gutes, was immer noch verbessert werden kann. Den ÖPNV in der Stadt Kempen betrifft das beispielsweise, wenn es um bestimmte Anbindungen in den Abendstunden oder an Wochenenden und Feiertagen geht. Da ist es beispielsweise schwierig, mit dem Bus von Kempen nach St. Hubert und nach Tönisberg zu kommen.

Die Verkehrsgesellschaft Kreis Viersen (VKV) lässt derzeit durch ein externes Fachbüro den Nahverkehrsplan für das gesamte Kreisgebiet überarbeiten. Dabei ist der VKV wichtig zu erfahren, welche Wünsche und Bedürfnisse die Bürger im Kreis Viersen in Bezug auf den ÖPNV haben. Die neun kreisangehörigen Städte und Gemeinde sind daher aufgefordert, Verbesserungsvorschläge beim VKV einzureichen. Das Fachbüro, die Planersocietät Dortmund, die schon von anderen Kommunen im Gebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) mit Aufgaben der Nahverkehrsplanung betraut wurde, soll dann die Anregungen auf ihre Umsetzbarkeit prüfen und gegebenenfalls bei der neuen Planung berücksichtigen.

Eine Liste von solchen Vorschlägen für das Stadtgebiet Kempen liegt nun dem zuständigen Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz des Kempener Stadtrates vor. Darüber soll in der Sitzung am kommenden Montag, 19. September (ab 18 Uhr im Rathaus am Buttermarkt in Kempen) beraten werden.

Das Technische Dezernat hat in den vergangenen Wochen diverse Anregungen von Bürgern, Parteien, Verbänden und eigenen Fachämtern gesammelt. Wie der Technische Beigeordnete Stephan Kahl in der Verwaltungsvorlage für die Sitzung am Montag schreibt, können diese Anregungen "als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV-Angebot dazu beitragen, die Akzeptanz und Kundenfreundlichkeit zu erhöhen".

Vor allem Eltern von Schülern, die mit dem Linienbus beispielsweise aus dem Umland nach Kempen zur Schule kommen, wünschen sich eine Anpassung der Busfahrpläne an die geänderten Schulzeiten. Die Unterrichtszeiten an weiterführenden Schulen werden seit Jahren auf den Ganztag ausgeweitet. Doch vielfach sind die Fahrpläne von Linienbussen darauf bislang nicht angepasst worden. So wird unter anderem vorgeschlagen zu prüfen, ob das Angebot einer engeren, zum Beispiel halbstündigen, Taktung bis gegen 16 Uhr verlängert werden kann.

Verbesserungen soll es auch beim Taxibusverkehr geben. Zum einen wird von der Kempener CDU vorgeschlagen, die Linie 065 im Taxibusverkehr bis auf den Wartsberg zu verlängern und dort eine zusätzliche Haltestelle an der Ecke Niederrheinstraße/Kirchweg einzurichten. Die Linien, die den Wartsberg anfahren, enden derzeit am Haltepunkt Moränenstraße. Die westlichen Bereiche der Siedlung können mit normalen Linienbussen nicht angefahren werden, weil die Niederrheinstraße zu schmal und am Kirchweg keine Wendemöglichkeit für große Fahrzeuge besteht.

Beim Thema Taxibus hat die CDU weitere Verbesserungswünsche: Vor allem freitags und samstags sollte in den Nachtstunden das Angebot zwischen Kempen und St. Hubert sowie Tönisberg um zwei Fahrten bis gegen 1 Uhr ausgeweitet werden. Derzeit fährt der letzte Taxisbus gegen 23 Uhr in Kempen ab. Außerdem soll geprüft werden, ob der Taxisbus von Tönisberg nach Kempen durchgeführt werden kann. Bisher muss man von Tönisberg kommend in St. Hubert in die Linie 069 umsteigen, um mit dem Bus nach Kempen zu gelangen.

Der Verkehrsclub (VCD) hat gleich eine ganze Liste von Verbesserungsvorschlägen vorgelegt. Der stellvertretende Kreisvorsitzende Klaus Hegmanns aus St. Hubert kämpft seit Jahren für diverse Verbesserungen im ÖPNV. Jetzt schlägt er vor, die Linienführen von 069 und 065 so zu verändern, dass die Kempener Gewerbegebiete besser erreicht werden. Dies macht auch vor dem Hintergrund Sinn, dass die Stadt im ehemaligen Bankgebäude an der Peter-Jakob-Busch-Straße eine Flüchtlingsunterkunft mit rund 150 Plätzen eingerichtet hat. Hegmanns, der als SPD-Mitglied die Unterstützung der Kempener Sozialdemokraten hat, fordert - ebenfalls schon seit Jahren - eine bessere Vertaktung der Ankunfts- und Abfahrtszeiten zwischen Bahn und Bus am Kempener Bahnhof. Oftmals müssten Fahrgäste beim Umsteigen mehr als eine halbe Stunde warten, so Hegmanns.

Mit Mehrkosten für die Stadt Kempen wäre ein besonderer Vorschlag von VCD und SPD-Stadtratsfraktion verbunden: Beide befürworten den Halbstundentakt für die Busse der Linie 069. Der Technische Beigeordnete Kahl rechnet in diesem Zusammenhang "allerdings mit einer erheblichen Erhöhung der von der Stadt Kempen zu leistenden Zahlungen" an die Kreis-Verkehrsgesellschaft, da sich die zu vergütende so genannte Jahreskilometerleistung sehr stark erhöhen würde. Die Stadtverwaltung schlägt der Politik daher vor, diese Anregung nicht an die VKV weiterzugeben.

Quelle: RP
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