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Serie Unsere Stadtwerke (3)
Der weite Weg des Wassers

Serie Unsere Stadtwerke (3): Der weite Weg des Wassers
Klaus Steves überwacht in der Schaltzentrale des Wasserwerks die Versorgung mit Trinkwasser. FOTO: Kaiser
Kempen. Bevor aus Grundwasser Trinkwasser wird, muss einiges passieren. Mitarbeiter der Stadtwerke Kempen erklären in diesem Teil der Serie für Grundschüler, wie der Weg des Wassers vom Brunnen bis zum Wasserhahn verläuft. Von Stephanie Wickerath

KEMPEN Es läuft ganz selbstverständlich aus der Leitung, wenn der Hahn aufgedreht wird: das Wasser. Nicht überall auf der Welt ist das so, und da, wo Wasser knapp ist, ist es schwer für die Menschen zu leben. In Deutschland aber gibt es kein Problem mit der Wasserversorgung. Das liegt einerseits daran, dass es häufig regnet und es so immer genug Grundwasser gibt, das liegt aber auch daran, dass es Menschen wie Klaus Steves und Hubertus Kinkel gibt.

Der eine ist Wassermeister bei den Stadtwerken Kempen, der andere Rohrnetzmeister. Die beiden Männer und ihre Kollegen wachen über das Trinkwasser und kontrollieren die Rohre, die das Wasser ins Haus bringen. Ihr Arbeitsplatz ist das Wasserwerk Kempen. Dort rauscht es und brummt es, denn rund um die Uhr wird hier Wasser gepumpt und gespült. "Wir haben acht Brunnen, die täglich das Wasser aus dem Boden fördern", erklärt Klaus Steves. Die Brunnen stehen in den Stadtteilen Tönisberg-Vinnbrück und St.

Hubert. Von dort fließt das hochgepumpte Grundwasser über Leitungen, die unter der Erde liegen, ins Wasserwerk an der Heinrich-Horten-Straße. Das eigentliche Wasserwerk ist ein ganz unscheinbares Gebäude, aber direkt daneben steht der gut 41 Meter hohe Wasserturm. In diesem Turm wird das Wasser nach oben gepumpt. So wird ein Druck aufgebaut, der dabei hilft, das Wasser schnell in alle Häuser zu bringen. Zuerst aber durchläuft das Wasser im Wasserwerk verschiedene Filter.

"Zunächst wird das Eisen aus dem Wasser herausgefiltert", erklärt Klaus Steves. Anschließend entzieht ein weiterer Filter dem Grundwasser die Kohlensäure. Im nächsten Filter durchläuft das Wasser eine Schicht aus Quarzsand und Kalkmilch. "Das macht das Wasser weich", sagt der Fachmann. Hat das Grundwasser alle Filterstufen durchlaufen, wird es in einem riesigen Reinwasserbehälter aufbewahrt. Wird in einem Haus der Wasserhahn aufgedreht, kommt das so aufbereitete Wasser als Trinkwasser durch unterirdische Leitungen aus dem Hahn.

Dabei sind die Wasserleitungen unterschiedlich dick, denn wie bei einem Baum verzweigt sich das Wasserleitungsnetz. Vom Wasserwerk geht - im übertragenen Sinn - der kräftige Stamm ab, also ein besonders dickes Rohr. "Direkt am Wasserwerk benötigen wir große Transportleitungen, weil viel Wasser mit großem Druck aus dem Wasserwerk gepumpt wird", erklärt Rohrnetzmeister Hubertus Kinkel. Je näher die Häuser kommen, desto geringer wird die benötigte Wassermenge, weshalb die Leitungen dünner werden.

Die Leitungen sind heute aus Kunststoff, das rostet nicht und es setzen sich keine Ablagerungen, wie etwa Kalk, ab. Wenn durch eine neue Leitung Wasser läuft, wird die Qualität zunächst geprüft, bevor die Leitung freigegeben wird. Auch danach wird immer wieder die Qualität des Wassers kontrolliert, so dass das Wasser bedenkenlos getrunken werden kann. Das benutzte Wasser, das etwa nach dem Spülen oder Waschen in den Abfluss läuft, versickert übrigens nicht einfach wieder im Boden.

Es fließt vielmehr zunächst über die Abwasserleitungen in die Kläranlage, wo es gereinigt wird. Erst dann wird es wieder dem Grundwasser zugefügt.

Quelle: RP
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