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Gemeinde Grefrath
Die Bahnstraße im Wandel der Zeit

Gemeinde Grefrath. Die Bahnline von Kempen nach Kaldenkirchen wurde 1998 eingestellt. Von Manfred Baum

Die Geschichte der Bahnstraße ist eng verknüpft mit der Geschichte der Bahnstrecke Kempen-Kaldenkirchen. Am 1. Januar 1868 wurde dort die Personenbeförderung aufgenommen. Dass der Haltepunkt Mülhausen / Oedt in Betrieb ging, ist dem Kloster der Schwestern Unserer Lieben Frau zu verdanken, die 1896 die Initiative ergriffen. Vor genau 60 Jahren gab es in Kamperlings einen schweren Unfall, als der Schienenbus an einem unbeschrankten Bahnübergang mit einem Laster zusammen stieß. Es gab Tote und Verletzte. Im Mai 1998 war Schluss mit dem Schienenverkehr. Längst ist die ehemalige Bahnstrecke von Kempen nach Kaldenkirchen zu einem wunderschönen Rad- und Wanderweg geworden. Der Bahnhof Mülhausen ist eine vielbesuchte Gaststätte. Der Bahnhof Grefrath beherbergt das Jugendheim Dingens.

Die Bahnstraße in Grefrath führte selbstredend zum Bahnhof, in dem einst Aloys Neuhoven als stellvertretender Vorsteher tätig war und mit seiner Frau und den fünf Kindern auch einige Jahre wohnte. Die Bahnstraße führte und führt auch zum Grefrather Rathaus, der ehemaligen Villa Berger, und zum Feuerwehrgerätehaus. Die Bahnstraße führt heute direkt zur Grefrather Südumgehung, der neuen B 509. Und sie ist für den ÖPNV (Haltestelle Bergerplatz und Bahnstraße) eine sehr wichtige Straße. Die Bahnstraße kreuzt die Umstraße , die neue B 509 sowie die Straßen Weidendyk und Rathausplatz. Sie führt ferner ins kleine Gewerbegebiet südlich des ehemaligen Bahnhofes. An ihr liegt auch die Firma Draftex. Überquert man die neue B 509, so gelangt man zu den Tennisplätzen des TC Rot Weiß Grefrath in der Müskeshütt. Zuvor fährt man an der früheren Fabrikantenvilla Plutte (Direktor bei der Plüschweberei) vorbei. Die Bahnstraße führt weiter auf den Rad- und Wanderweg nach Mülhausen.

An der Bahnstraße gab es früher die Industriewaage und Kohlenhandlung Föhles sowie die Ratsschänke mit Blick auf das Rathaus. Die Ratsschänke betrieb Helmut Hennig, ein großer Förderer des Vinkrather Kinderkarnevals. Von der Ratsschänke sind jetzt alle Nebengebäude abgerissen worden. An der Bahnstraße lagen weiter die Gaststätte und der Friseursalon Büns. Die Gaststätte wurde später zur Tanzbar Lido. Direkt hinter der ehemaligen Gaststätte Büns gibt es heute eine Zufahrt zu einem neuen kleinen Wohngebiet und zum Parkplatz der Volksbank. Der Friseursalon Wiesenmüller ist ebenso verschwunden wie die Blumengeschäfte und Gärtner Laurier und Thönnissen. Auch das ehemalige Wohnhaus des Gemeindedirektors lag an der Bahnstraße. Die Gemeinde hat das Haus verkauft. Im kleinen Park nordwestlich des Grefrather Rathaus soll ab dem kommenden Frühjahr gebaut werden. Mietwohnungen der GWG sollen dort errichtet werden. So muss das dort jetzt noch stehende "Eislaufpaar" (gestiftet von einem unbekannten Grefrather für Josef Lepers, dem ehemaligen Bürgermeister) sich wohl eine neue Heimat suchen. Der Spielplatz in dem kleinen Park, der an der Dunkerhofstraße liegt, soll erhalten bleiben. Das dort einst stehende Denkmal ist längst Geschichte. Die Bahnstraße endet im Norden am Bergerplatz,. An der Bahnstraße selbst hat es in den zurückliegenden Jahrzehnten viele Neubauten gegeben.

Quelle: RP
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