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Stadt Kempen
Die blauen Kugeln sind das Vermögen

Stadt Kempen: Die blauen Kugeln sind das Vermögen
Bei der Eröffnung (v.l.): Josef Stieger, Alexander Höges, Hiltrud van Nooy, Andrej Seifert und Helmut Thönes. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Eine ungewöhnliche Ausstellung ist zurzeit in der Volksbank an der Burgstraße zu sehen. Sie informiert über das Thema Geldanlage. Ein schwieriges Thema soll im wahren Sinn der Wortes "begreifbar" werden. Von Eva Scheuss

Wer derzeit die Geschäftsräume der Kempener Volksbank an der Burgstraße betritt, dessen Weg wird zu beiden Seiten von einem Ensemble niedriger holzfarbener Aufbauten begleitet, aus denen Hebel und Schaltknöpfe herausragen. Displays wurden in die Oberfläche eingelassen. Diverse Aufbauten aus Acrylglas wurden darüber platziert.

Auffallend sind die blauen Kugeln, die darin in verschiedenen Varianten immer wieder auftauchen. "Die blaue Kugel, das ist Ihr Vermögen", sagt Volksbank-Mitarbeiter Alexander Höges. Er gehört mit Hiltrud van Nooy und Andrej Seifert zu den drei Moderatoren, die Kunden und Schulklassen bis Mitte Januar durch die "Erlebnisausstellung Finanzanlage" führen werden. Auf spielerische Art und Weise will die von der hauseigenen Fondsgesellschaft Union Investment konzipierte Ausstellung an vier Stationen über das Thema Geldanlage informieren, ein abstraktes und schwieriges Thema so im wahren Wortsinn "begreifbar" machen.

Vorstandsmitglied Helmut Thönes eröffnete die Ausstellung mit dem Hinweis darauf, dass sich die Menschen beim Kauf eines Autos bestens informiert zeigten und klare Vorstellungen haben, dies aber beim Thema Geldanlage mitnichten der Fall sei. Den Deutschen ist ihr Geld lieb und teuer. Sie sind Sparweltmeister. Zehn Prozent des Einkommens wird im Durchschnitt auf die hohe Kante gelegt. Unglaubliche fünf Billionen Euro haben sich so an Wertvermögen in Deutschland angesammelt. Doch was die Art der Anlagen angeht, da gehen die Deutschen auf "Nummer sicher", setzen weiterhin zu 80 Prozent auf das Sparbuch oder Tagegeld.

Mit fatalen Folgen, wie die Ausstellung zeigt. An der ersten Station löst sich die blaue Kugel in fünf Varianten immer mehr auf, korrodiert schließlich wie die Oberfläche des Mondes mit seinen Kratern und Verwerfungen. Höges erläutert, dass der Zerfall der Kugeln den Wertverlust darstellt, wenn man nichts tut. "Der Nominalwert des Geldes bleibt erhalten, aber die Kaufkraft sinkt", sagt er. Die derzeitige Niedrigzinsphase habe eine regelrechte "Geldvernichtung" zur Folge, mahnt Thönes. Vorstandsvorsitzender Josef Stieger legt nun den silberfarbenen Hebel an dieser Station um. "Da ist ein Widerstand zu überwinden", vermerkt Höges. Denn auch im "echten Leben" gebe es viele Ängste und Unsicherheiten bei den Kunden, wenn es um neue, vielleicht ungewohnte und fremde Formen der Geldanlage geht. Auch das Desaster beim Gang der Telekom an die Börse habe viele nachhaltig verschreckt, berichtet Höges. Doch die Tatsache, dass Stieger den Hebel umlegt, wird in der Ausstellung bereits belohnt. Auf dem Bildschirm erscheinen die lobenden Worte "Sie sind aktiv geworden". Über ein Touchscreenverfahren kann man sich nun weiter in das Thema vertiefen. Die weiteren Stationen sind didaktisch ähnlich aufgebaut.

Alles dreht sich um die blauen Bälle: Sie sind das "Vermögen", das man so oder so anlegen kann. FOTO: volksbank

Ein Thema wird anschaulich und sehr eingängig dargestellt, der Besucher zum Agieren aufgefordert und damit in die Inhalte hineingeführt. Die blaue Kugel etwa, die nur an einem Faden hängt, ist instabiler als diejenige, die von allen Seiten stabilisiert wird. Sprich: Eine stabile Vermögensanlage beruht auf einer Aufteilung in diverse Anlageformen. Und der mögliche Wertzuwachs wird anschaulich sichtbar, indem Zylinder mit hellblauen "Zinskugeln" herausgezogen werden. Schließlich wird sogar physisch erfahrbar, dass es dabei vor allem auf eines ankommt: Durchhaltevermögen. Der blaue Knopf an dieser Station rüttelt zunächst heftig hin und her, bevor er sich allmählich beruhigt. "Diese Ausschläge demonstrieren die Schwankungsbreiten im deutschen Aktienindex in den letzten Jahren", erläutert Höges. Je längerfristig die Anlage sei, desto mehr Ausgleich könne stattfinden - mit Zinserträgen, die aus heutiger Sicht mehr als lohnend erscheinen.

Quelle: RP
 
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