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Gemeinde Grefrath
Die Burg Uda aus 50.000 Legosteinen

Gemeinde Grefrath: Die Burg Uda aus 50.000 Legosteinen
Original und Fälschung: Dirk Frantzen zeigt sein Lego-Modell vor der Kulisse der Burg Uda aus Stein. FOTO: Wolfgang Kaiser
Gemeinde Grefrath. Dirk Frantzen hat das alte Gemäuer nachgebaut. Das Modell zeigt zahlreiche Details, die nicht unbedingt der historischen Ansicht entsprechen müssen. Die Burg war schon auf mehren Ausstellungen zu sehen, bald auch in Oedt. Von Heiner Deckers

Dirk Frantzen aus Viersen hat sich intensiv mit der Burg Uda beschäftigt. Der 50-Jährige ist aber kein Historiker, sondern Lego-Fan. Mit vielen kleinen Steinen hat er das alte Gemäuer nachgebaut. "Die Steine habe ich natürlich nicht gezählt, aber anhand der Bestellungen kann ich abschätzen, dass es um die 50.000 Teile sein dürften", sagt er. Die Lego-Burg präsentiert der Oedter Heimatverein am 21. und 22. Mai von 11 bis 17 Uhr in seinem Museum im Keller des Rathauses an der Johannes-Girmes-Straße.

Wie ist er bloß auf eine solche Idee gekommen? Am Anfang stand ein Besuch in der Burgruine im September vergangenen Jahres. Anstoß war ein Gespräch mit Vertretern des Heimatvereins. Frantzen bekam bei dieser Gelegenheit ein Büchlein geschenkt, das Basis für die folgende Planung wurde.

Bei der Verwirklichung des Projekts hat er verschiedene Quellen verwendet "und auch ein bisschen meine Fantasie walten lassen". Der Grundriss sowie Höhe und Form der Türme entsprechen ziemlich exakt den wissenschaftlichen Belegen einer Ausgrabungskampagne in den 60er-Jahren. Ansonsten ist über das frühere Aussehen der Burg nicht viel bekannt. Also griff Frantzen auf eine aus dem Jahr 1623 stammende Handwerkerskizze zurück.

Außerdem schaute er sich in der Region um: "Hier gibt es einige besser erhaltene Burgen in ähnlichem Stil, die mir als Vorbilder dienten." So zeigt das Lego-Modell also nicht, wie die Burg ausgesehen hat, aber wie sie hätte aussehen können. "Da Lego viel Raum für eigene Ideen lässt, habe ich natürlich einige Details hinzugefügt, die so vielleicht nie an der Burg zu sehen waren." Vielleicht aber doch, wir wissen es nicht. Besonders großen Aufwand betrieb Frantzen bei den Burgfenstern, "um sowohl die Butzenscheiben als auch die Schlagläden zu realisieren." Ein Detail, das man nicht auf Anhieb sieht, ist der hängende Narrenkäfig im Burghof.

Die Burg ist an zwei Seiten zum Publikum geöffnet. Auf einer Seite bietet sich der Blick in eines der Gebäude, auf der nächsten Seite ein Blick in den Burghof. die Burg selber ist bautechnisch abgeschlossen, Frantzen will eventuell noch die umgrenzende Landschaft erweitern und eine Kirche mit Dorf bauen. Derzeit arbeitet er aber nicht an dem Projekt.

Mithilfe des Computerprogramms Excel entstand zu Beginn ein Grundriss, vor allem zur Planung der Turmhöhen. Andere digitale Hilfsmittel hat der der Legoburg-Bauer nicht verwendet. Als die grobe Richtung klar war, hat Frantzen die ersten Steine bestellt. Nach vier Monaten waren die Burg und die Landschaft um sie herum fertig.

Die Burg war seit Anfang des Jahres bei verschiedenen Ausstellungen zu sehen, unter anderem bei der Lego World in Dänemark und der SteinCHenwelt in der Schweiz, weitere Ausstellungen sind bereist fest verbucht.

Frantzen kam auf klassischem Weg zum Lego. Als Kind spielte viel den Steinen und baute auch eigene Entwürfe. Als Jugendliche war das natürlich vollkommen uncool, die Legosteine verschwanden vorübergehend aus dem Blickpunkt Frantzens. Dann kamen Studium, Berufseinstieg und die Gründung einer Familie - "eine Zeit, in der man andere Interessen hat und wenig Zeit für Hobbys". Aber so langsam beschäftige sich Frantzen dann doch wieder mit der alten Leidenschaft. Ende der 90er-Jahre kamen nämlich die "Lego Mindstorms Roboter" auf den Markt, die Frantzen sehr interessierten und für seinen Wiedereinstieg sorgten.

So richtig los ging es dann wieder 2001, nach der Geburt seines ersten Sohnes. "Ab da ging es stetig weiter, aber erst in den letzten sechs Jahren habe ich mich intensiv mit dem Hobby beschäftigt." Seit 2012 stellt Frantzen regelmäßig gemeinsam mit seinen Söhnen auf Ausstellungen eigene Werke aus. Seit anderthalb Jahren ist er außerdem Botschafter bei der Firma Lego für Deutschlands größte Lego-Usergroup.

Quelle: RP
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