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Stadt Kempen
Die Chemie stimmt

Stadt Kempen: Die Chemie stimmt
Frank Krupka zeigt den Schülern des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums, wie man eine Leiterplatte beschichtet. FOTO: achim hüskes
Stadt Kempen. 15 Jahre besteht die Partnerschaft zwischen den Lackwerken Peters und dem Luise-von-Duesberg-Gymnasium. Gestern fand die 1000. Schulstunde statt. Es gab viel Lob von beiden Seiten, auch in der Zukunft hat man noch vieles vor. Von Heiner Deckers

Es war vor 15 Jahren die erste Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Schule im Kreis Viersen. Weitere folgten, nicht alle funktionierten. Die Lackwerke Peters und das Luise-von-Duisburg-Gymnasium (LvD) sind jedoch seit 2000 verlässliche Partner. Dafür stehen zwei Personen: Prokurist Michael Müller und Lehrerin Irmgard Linssen, die im ständigen Austausch miteinander stehen.

Thema der gestrigen Unterrichtsstunde war das Beschichten von Leiterplatten. Zur Überraschung der Schüler hatte Frank Krupka Platten vorbereitet, die auf das 15-jährige Bestehen der Partnerschaft hinweisen. Auf eine Besonderheit wies Irmgard Linssen hin: "Alle Schüler, die heute hier sind, wurden im Jahr 2000 geboren, sind also genau so alt wie unsere Partnerschaft."

Geschäftsführer Ralf Schwartz verwies in seiner Ansprache auf diejenigen Akteure, die die Partnerschaft möglich gemacht haben: Dr. Rainer Helfenbein, ehemaliger LvD-Direktor, und Werner Peters, der die Lackwerke gegründet hat und heute noch als Seniorchef fungiert. Die Kooperation zwischen Wirtschaft und Schule sei damals als Anregung von der Uni Düsseldorf gekommen. Helfenbein nannte der federführenden Unternehmerschaft Niederrhein die Lackwerke als seinen Wunschpartner, den er dann auch recht schnell bekam. Überliefert ist der Satz, mit dem Werner Peters seinerzeit die Erfolgsgeschichte einleitete: "Der Anfang ist die Hälfte, den Rest kriegen wir auch noch hin." Über die Jahre habe man immer mehr zueinander gefunden: "Wir sind der Luise stets treu geblieben." Aktuell ist im Gespräch, dass die Lackwerke einem Schüler, einem regelrechten Chemie-Ass, nach dem Abitur ein duales Studium ermöglichen. "Das wäre das Sahnehäubchen unserer funktionierenden Partnerschaft", sagt Schwartz - und endete mit einem "Good Lack".

LvD-Leiter Benedikt Waerder räumte in seiner Ansprache ein, eigentlich gar nichts zu der Partnerschaft beigetragen zu haben: "Ich bin ja erst nach zehn Jahren in die Ehe eingetreten." So manche Ehen seien zu diesem Zeitpunkt längst zerrüttet, "aber bei unserer Partnerschaft ist der Lack noch längst nicht ab." Geschenke wurden auch überreicht: Die Lackwerke bekamen ein Kunstwerk aus Lack, die Schule einen Scheck über 1000 Euro, über deren Verwendung Irmgard Linssen entscheiden darf.

Sie war es, die gestern voller Überzeugung die Partnerschaft lobte: "Die Chemie stimmt." Mehr als 30 Projekte habe es im Lauf der Jahre gegeben, bei denen LvD-Schüler im Unternehmen lernten und und den Peters-Mitarbeitern am Arbeitsplatz begegneten. Viele Schüler wurden dadurch motiviert, naturwissenschaftlich-technische Ausbildungen oder Studiengänge zu absolvieren. Praktikumsplätze führten im einen oder anderen Fall sogar zum Studium des Lackingenieurwesens an der Hochschule Niederrhein in Krefeld.

Das Lernen in der Praxis sei sehr vielfältig, betont Irmgard Linssen. Die Palette reiche von Betriebserkundungen über Workshops im Qualitätslabor bis hin zu Unterrichtsbesuchen der Peters-Experten. Aber auch Fächer wie Deutsch mit dem Bewerbungstraining, Ökonomie mit der Schülerfirma, Sozialwissenschaften mit Globalisierung und Philosophie mit Unternehmenskultur profitieren von der Partnerschaft. Diese lebe jedoch nicht nur von der Routine, betont Linssen, sondern werde ständig mit neuen innovativen Elementen frisch gehalten.

Quelle: RP
 
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