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Stadt Kempen
Die ersten Flüchtlinge sind in der Halle

Stadt Kempen: Die ersten Flüchtlinge sind in der Halle
FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)
Stadt Kempen. Im Laufe des gestrigen Abends trafen die ersten Asylsuchenden, die dem Kreis Viersen zugewiesen wurden, in der Sporthalle des Kempener Berufskollegs ein. Am Wochenende war sie zur Notunterkunft umfunktioniert worden. Von Andreas Reiners

Es war ein bemerkenswerter Kraftakt aller Beteiligten und alle zogen mit bewundernswertem Einsatz an einem Strang. Im Laufe des Wochenendes war die 1244 Quadratmeter große Dreifach-Sporthalle des Rhein-Maas-Berufskollegs an der Kleinbahnstraße in Kempen zur Notunterkunft für bis zu 300 Flüchtlingen umfunktioniert worden. Nachdem der Kreis Viersen am Donnerstag von der Bezirksregierung Düsseldorf um Unterstützung gebeten worden war, traf sich im Laufe des Freitags - wie berichtet - im Viersener Kreishaus erstmals ein Krisenstab, an dem auch Vertreter der Stadt Kempen beteiligt waren. Noch am Freitagabend rückten Baufahrzeuge der Kempener Firma Hamelmann an und bereiteten den Boden zwischen der Halle und neuer Schul-Cafeteria und stellten Zäune auf.

Am Samstag rückten dann viele freiwillige Helfer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und Technischen Hilfswerk (THW) sowie Mitarbeiter von Kreis- und Stadtverwaltung an, um die Halle einzurichten. Mitarbeiter der Viersener Firma Fruhen Messebau legten dunkelgrauen Teppichboden auf dem kompletten Hallenboden aus und bauten Trennwände auf. Danach wurden die einzelnen Raumzellen Stück für Stück mit Feldbetten bestückt. Das machten vor allem THW-Freiwillige. Wie der Leiter des Kreis-Ordnungsamtes, Hans-Georg Strompen, im Gespräch mit der Rheinischen Post erklärte, waren die Doppelstockbetten aus dem THW-Lager in Viersen herangeschafft worden. Sie stammen noch vom Hilfseinsatz des Kreises beim Elbhochwasser vor einigen Jahren im Raum Magdeburg. Stichwort Betten: Die sind inzwischen bundesweit Mangelware, müssen aus dem Ausland - beispielsweise aus Schottland - beschafft werden.

FOTO: Kaiser

Für die medizinische Versorgung der Ankömmlinge sorgt der DRK-Sanitätsdienst und das Kempener Krankenhaus. Dessen Küche wird das Essen für die Flüchtlinge liefern. Die Viersener Firma Brüggemann lieferte Zelte, in denen die Ausländer verpflegt werden. Die Kempener Firma Goertsches ist für die Getränkelieferung zuständig. Die Kempener Feuerwehr steht Gewehr bei Fuß, um den Brandschutz sicherzustellen. Dass beim Thema Brandschutz in und um die Halle herum als richtig läuft, darum kümmerte sich der Brandschutzingenieur des Kreises, Gustav Gentges.

Sowohl am Samstag als auch am Sonntag traf sich der Krisenstab, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wichtig ist den Beteiligten, die Ankunft der Flüchtlinge mit Ruhe anzugehen. "Die Menschen sind von der langen Reise erschöpft. Wir sollten sie erst einmal ankommen lassen", bat Landrat Peter Ottmann wiederholt um Verständnis. Ähnlich argumentierten Kempens Bürgermeister Volker Rübo und der zuständige Sozialdezernent Michael Klee.

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller

Die Sporthalle des Berufskollegs fungiert als Erstaufnahmeunterkunft - ähnlich wie das ehemalige Willicher Krankenhaus oder die "Via Stenden" im Kerkener Wald. Die Flüchtlinge werden bei ihrer Ankunft von Mitarbeitern des Kreises Viersen und der Stadt Kempen registriert. Sie sollen in den nächsten Tagen und Wochen auf andere Unterkünfte im Kreisgebiet und darüber hinaus verteilt werden. Klar ist schon jetzt, dass die Halle für die nächsten Wochen nicht für den Sport zur Verfügung stehen wird. Es wird damit gerechnet, dass der Notbehelf bis zum kommenden Frühjahr andauern könnte. Leidtragende sind die Berufsschüler, der Sportunterricht in der Halle ist nicht möglich. Ebenso muss die Badminton-Abteilung des SV Thomasstadt Kempen auf die gewohnten Trainings- und Spielzeiten verzichten. Ob die Spieler auf andere Hallen ausweichen können, ist offen.

Quelle: RP
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