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Stadt Kempen
Die Faszination Feuerwehr wirkt

Stadt Kempen: Die Faszination Feuerwehr wirkt
Ganz Mutige ließen sich von der Feuerwehr auf dem Leiterwagen auf eine Höhe von etwa 30 Meter bringen. FOTO: ACHIM HÜSKES
Stadt Kempen. Über 70 Wehrleute sind die Gastgeber beim gut besuchten Tag der offenen Tür des Kempener Löschzuges. Sie kamen mit den Besuchern ganz zwanglos ins Gespräch. Von Willi Schöfer

Josch ist erst drei Jahre alt, zeigt mit dem Finger aufgeregt nach oben. Jemand steht in etwa 30 Meter Höhe in dem Korb der Drehleiter. Nur wenige Minuten später steuern auch Josch, sein Bruder Tom (5) und sein Großvater Gerhard Freiling - natürlich gut gesichert - nach oben. Sie erlebten Kempen einmal ganz anders - aus der Vogelperspektive, und vor allem den Menschenauflauf direkt unter ihnen. Denn der Kempener Löschzug hatte zu seinem Tag der offenen Tür eingeladen.

Nicht nur die über 70 Wehrleute, darunter fünf Frauen, sind mit ihren Partner und Partnerinnen die Gastgeber. Auch junge Feuerwehrleute helfen ebenso mit wie die noch agilen Mitglieder der Ehrenabteilung. So stehen unter anderem Hans Lukassen, Hans Borgs oder Heinz und Dieter Thören im Getränkestand.

"Wir möchten, dass dieser Tag zu einem Erlebnis wird, dass unsere Feuerwehrleute zwanglos mit den Besuchern ins Gespräch kommen", sagt der Chef der Kempener Wehr, Michael Nagels (51). Bevor es soweit war, sind allerdings einige Kameraden mal kurz weg. Denn an dem Tag findet ein freiwilliger Leistungsnachweis statt, an dem sich insgesamt 40 Gruppen, je neun bis zehn Mitglieder stark, nicht nur aus dem Kreis Viersen, sondern auch aus Wesel und dem Rhein Kreis Neuss beteiligten.

Gerade ist eine Schiefbahner Gruppe mit den vier Übungen fertig.. Dabei mussten unter anderem ein Löschangriff simuliert, Seilverbindungen mit Knoten und Stichen geknüpft werden, ging es um die Erste Hilfe oder um das theoretische Fachwissen. Kreis-Brandmeister Thomas Riedel konnte mit seinen Jungs und Mädels zufrieden sein.

Aus Kempen, St. Hubert, Schmalbroich nimmt sogar, verstärkt mit der Grefratherin Katja Tilmans (24), eine reine Frauengruppe an den Prüfungen teil. "Auf Dauer hilft nur Frauenpower" steht auf ihren dunkelblauen T-Shirts. Auch die Zehn machten ihre Sache ausgezeichnet. Ihre Gruppenführerin Katharina Späth (29) ist bereits seit 17 Jahren dabei. Sie hatte bei der Jugendfeuerwehr angefangen.

Der gesamte Fahrzeugpark der Feuerwehr ist am Gerätehaus an der Heinrich-Horten-Straße aufgestellt, außerdem einige Rettungs- und Krankentransportwagen. Gerade erklärt Christian Leinkauf den Rüstwagen mit den vielen Gerätschaften, die man für die technischen Hilfeleistungen braucht, so den Bolzenschneider oder den Rettungszylinder.

Andere fahren in einigen Feuerwehrwagen mit Blaulicht und Sirenengeheul auf eine kleine Tour. "Es wäre schön, wenn wir anstelle des Baulichts hellere LED-Blitzer hätten, dann wären die Fahrzeuge tagsüber besser zu sehen", dies fällt Michael Nagels in dem Zusammenhang ein.

Natürlich sind Kempens Bürgermeister Volker Rübo, Gesamt-Wehrführer Franz-Heiner Jansen, Ordnungsamtsleiter Ulrich Eckerleben und der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Ordnungsangelegenheiten und Feuerschutz, Jochen Herbst, auch da. Bürgermeister Volker Rübo lässt sich gerade von einer Ausbilderin der Rettungshundestaffel Viersen, Sandra Schlaugat, die vielseitige Verwendbarkeit der Hunde bei der Trümmersuche oder in der Fläche erläutern. Die Staffel hatte für die Vierbeiner einen Parcour aufgebaut.

Für die Kinder gibt es Spiele, Spritzwände, Parcours, Hüpfburgen und sogar einen kleinen beheizbaren Pool. Der Pool stand direkt neben einem Sandstrand, inmitten von Sträuchern und Stehtischen. "Playa del Riedel" stand oben in großen Lettern. Michael Nagels erklärte: "Als wir zuletzt bei der großen Messe Interschutz waren, war Klaus Riedel so begeistert von einem Blaulichtstrand, dass wir den jetzt nachgebaut haben..."

Sehr informativ ging es außerdem noch in einer Fahrzeughalle zu. Dort standen bei einer kleinen, eigens zum Tag der offenen Tür organisierten Fachmesse Hersteller und Lieferanten von Feuerwehrschutz-Bekleidung oder Verbrauchsmaterialien - vom Verbandspäckchen bis zu Reanimationssystemen - Rede und Antwort. Zum vierten Mal waren Jürgen und Anja Knorr dabei. Er ist Berufsfeuerwehrmann in Schwelm. Seine Firma hat sich darauf spezialisiert, aus alten ausrangierten Schläuchen oder Dienstkleidung Gürtel, Mappen, Geldbörsen, Taschen, ja sogar Fußmatten zu machen.

Quelle: RP
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