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Stadt Kempen
Die Gesamtschule setzt auf Beratung

Stadt Kempen: Die Gesamtschule setzt auf Beratung
Das Leitungsteam der Gesamtschule (v.l.): Hanna Blümke, Mira Dugal-Klahre, Nina Steinert, Ilka Werner, Uwe Hötter und Ute Joerißen. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Die Gesamtschule Kempen achtet darauf, dass jeder Schüler seinen individuellen Weg gehen kann. Das erste Beratungslehrerteam ist bereits an den Start gegangen. Weitere Spezialisten sollen folgen. Von Bianca Treffer

Kinder, die mit Freude zur Schule gehen und gute Schullaufbahnen schaffen, das hat sich die Gesamtschule Kempen auf ihre Fahnen geschrieben. Um das zu erreichen, wird aktuell das Schulleitungsteam, entsprechend der wachsenden Schule, kontinuierlich ausgebaut. So sind bereits die beiden Beratungslehrerinnen Nina Steinert und Hanna Blümke im Einsatz. Sie befinden sich seit einem halben Jahr in einer Beratungslehrerausbildung, haben die neue Funktion zusätzlich zu ihren normalen Aufgaben als Klassen- und ihren Stunden als Fachlehrerinnen bereits übernommen.

"Wir haben uns bewusst dafür entschieden, früh mit zwei Beratungslehrern zu starten", betont Schulleiter Uwe Hötter. Die Beratung ist nämlich ein ausschlaggebender Faktor an der Gesamtschule. "Vielen Eltern ist nicht klar, dass die Kinder bis zur neunten Stufe die Richtung bei der Schullaufbahn wechseln können", sagt Ilka Werner, Abteilungsleiterin des Schulleitungsteams. In der Gesamtschule müssen nicht schon früh die endgültigen Weichen für die Oberstufe gestellt werden. Es gibt durch eine breite Neigungsdifferenzierung immer wieder Möglichkeiten, zum Beispiel eine zweite Sprache auch in höheren Klassen zu erlernen. Doch all das bedarf der ausführlichen Beratung, zugeschnitten auf jedes einzelne Kind. "Die zweite Sprache, die in der sechsten Klasse angeboten wird, muss nicht genommen werden. In der achten Klasse gibt es eine weitere Sprachmöglichkeit. Es verbaut sich also niemand seinen Weg, wenn er oder sie nicht direkt eine zweite Sprache nimmt", betont Steinert. Statt einer zweiten Sprache können Schüler je nach Wunsch und Bedarf stattdessen zum Beispiel auf eine Förderung in Mathe oder in Englisch zurückgreifen. In der siebten Klasse setzt der nicht-sprachliche Teil des Wahlpflichtbereichs ein. Nach ausführlichen Beratungen besteht die Möglichkeit, aus den Lernbereichen Naturwissenschaften, Arbeitslehre Technik oder Hauswirtschaft sowie Darstellen und Gestalten zu wählen. Auf einem individuellen Weg das Ziel erreichen, lautet das Motto durch die gesamte Schulzeit.

Kinder, die vielleicht Anlaufprobleme oder im Laufe der Schulzeit einen Durchhänger haben, aus welchen Gründen auch immer, erhalten immer wieder Chancen, ebenfalls den Sprung in die Oberstufe zu machen. "Hier darf jeder pubertieren", bemerkt Hötter scherzhaft, aber mit einem ernsten Unterton. Er weiß aus seiner jahrelangen Erfahrung, dass es schulische Einbrüche geben kann, die aber oftmals nicht so gut aufgefangen werden können, wie es in einer Gesamtschule mit ihrer breiten Differenzierung möglich ist. Schule stellt immer individuelle Verläufe dar. Es gibt nicht die eine Schullaufbahn, und daher ist Beratung ein solch wichtiger Punkt. "Wir bieten mehr Chancengerechtigkeit", formuliert es Hötter.

Ein gutes Lernklima schaffen, motivieren und Lernprobleme angehen, daran ist allen Pädagogen gelegen. "Wir möchten, dass unsere Schüler angstfrei und erfolgreich lernen können", sagt Blümke. Daran arbeiten alle gemeinsam. "Wir müssen die Kinder immer im Blick haben und Eltern frühzeitig informieren und beruhigen. Bei uns bekommen die Kinder die Zeit, die sie brauchen", bemerkt Werner. Aber auch für die leistungsstarken Schüler gibt es entsprechende Angebote. So verfügt die Gesamtschule über eine breite Palette an Arbeitsgemeinschaften. Sie reicht von Sprache über Theater und Musical bis hin zu Schach AG. Gerade im AG- Bereich gibt es viele Kooperationspartner, die besondere Angebote möglich machen.

Dazu kommt der Ausbau der Bilingualität. Leistungsstarke Schüler können ab der siebten Klasse aus dem Bereich der Gesellschaftslehre ein Sachfach besuchen, das in Englisch unterrichtet wird. Aber schon der Sprung von der Grundschule in die Gesamtschule wird gut vorbereitet. Über Kennenlernnachmittage, einen verstärkten Kontakt zu den Grundschulen und Aufnahmegesprächen versucht die Gesamtschule, einen optimalen Start zu gewährleisten.

Quelle: RP
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