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Gemeinde Grefrath
Die Grefrather Narren stehen vor dem Aus

Gemeinde Grefrath. Dem Komitee fehlt es sowohl an Geld als auch an Nachwuchs. Vorerst soll der Verein "ruhen". Von Manfred Baum

35 Jahre nach seiner Gründung steht das Grefrather Karnevals Komitee (GKK) mit Ex-Prinz Heinz-Josef Nilges (67) an der Spitze vor dem Aus. Die Mitgliederversammlung beschloss am Mittwochabend im Vereinslokal "Zum Fürsten Blücher" einstimmig, dass der Restvorstand bis zum Spätherbst prüft, ob man den Verein eine gewisse Zeit "ruhen" lassen kann. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann solle automatisch die Auflösung des GKK folgen.

Das GKK ging aus der IGK (Interessengemeinschaft Grefrather Karneval) hervor, die 1979 gegründet wurde. In der IGK waren, wie jetzt auch in der Vereinsbaumgemeinschaft, zahlreiche Grefrather Vereine vertreten, die auch zur Programmgestaltung beitrugen. Erinnert sei nur an Peter Pasch (Pasch Pit), Ernst Borgs, die Wiener Sänger aus Vinkrath, den MGV Liederkranz, oder das Ballett der Antoniusschützen. Es gab Büttenabende im Saal Allen, Karnevalsumzüge, Altweiberbälle, die Erstürmung des Grefrather Rathauses und später auch Veranstaltungen im Narrenzelt auf dem Deversdonk. Doch mehr und mehr schwand die Zahl der Mitglieder von einst 120 auf jetzt 40, und die Mitglieder der ersten Stunde sind fast alle heute im Rentenalter. Hinzu kamen finanzielle Schwierigkeiten durch Misswirtschaft von Vorstandsmitgliedern und Steuernachzahlungen an das Finanzamt. Es gab höhere Kosten durch die Verpflichtung auswärtiger Künstler, aber auch höhere Auflagen bei der Durchführung von Zügen und sonstigen Veranstaltungen. Das alles war nicht mehr zu stemmen. Es war im Laufe der Jahre klar geworden, dass Grefrath wohl nie eine Karnevalshochburg war und werden wird. Es hat in Grefrath nie eine Narrenmesse gegeben, der Altweiberball fiel in diesem Jahr aus. Vierstellige private Spenden haben den Verein über Wasser gehalten, daher schreibt er keine roten Zahlen. Bei der Versammlung wurde noch einmal ganz kurz angedacht, ob ein Abendzug, wie ihn vor Jahren auch mal "Kikakai" in Boisheim plante, die Rettung wäre. Doch es gab von Seiten der Behörden keine Genehmigung. Das sah die Versammlung auch für Grefrath so. Alle Veranstaltungen kosten Geld und man benötigt eine einsatzfähige junge Mannschaft. Beides hat das GKK nicht mehr. Mehr als ein halbes Dutzend Vorstandsämter hätte neu besetzt werden müssen, doch Kandidaten gab es nicht. Auch der Versuch, in einem Jahr nur einen Zug, wechselnd in den Ortsteilen, zu veranstalten, scheiterte. Die Karnevalisten aus Grefrath und Vinkrath, die schon seit Jahren den jährlichen Wechsel praktizierten, scheiterten am Veto der Oedter Karnevalisten, die betonten, das man alljährlich am Nelkensamstag einen Zug durch Oedt und Mülhausen mit zahlreichen auswärtigen Teilnehmern veranstalten wolle. In Grefrath wird es in der fünften Jahreszeit wohl eher ruhig als laut zugehen.

Quelle: RP
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