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Stadt Kempen
Die Kirschernte ist in vollem Gange

Stadt Kempen: Die Kirschernte ist in vollem Gange
Laura Borghs vom Spooshof in Kempen ist wie ihre ganze Familie derzeit mit der Kirschernte beschäftigt. Bis Ende Juli werden die süßen Früchte von den Bäumen geholt. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Die Kirschernte präsentiert sich in diesem Jahr überdurchschnittlich gut. Markus Borghs vom Kempener Spooshof freut sich über vollmundige aromatische Früchte. Von Bianca Treffer

Dicke, fast tiefschwarze Kirschen in Mengen - was in den Bäumen auf dem Kempener Spooshof hängt, lässt Markus Borghs strahlen. "Wir können von einem Rekordbehang bei den Kirschen sprechen", sagt der Obstbaumeister erfreut. Das gute Blühwetter nach Ostern deutete in diesem Jahr bereits auf eine gute Ernte hin, was sich nun seit Anfang Juni bestätigt. Denn zu diesem Zeitpunkt hat die Kirschernte auf dem Obstgut begonnen. Damit liegt man rund zehn Tage hinter dem vergangenen Jahr, wo es schon im Mai losging.

"Im vergangenen Jahr waren wir sehr früh mit der Ernte, was am extrem warmen März und April lag. Es war ein Ausnahmejahr. Der aktuelle Erntestart ist dagegen ganz normal für die Kirschen", sagt Borghs. Den Anfang machten dabei die frühen Sorten Earliese und Souvenir, die direkt mit viel Süße und Aroma die Kunden geschmacklich verwöhnten. Persönlich empfindet Borghs die derzeit zu erntende Sorte Kordia am leckersten.

Insgesamt werden auf dem Spooshof 17 verschiedene Sorten auf 1,9 Hektar Fläche angebaut. Dank dieser Vielfalt ist es möglich, über mehrere Wochen frische Kirschen anbieten zu können. Wobei nach Einschätzung des Obstbaumeisters die Ernte bis zum 25. Juli laufen wird. Die Sorte Sweatheard bildet dabei den Abschluss.

Doch egal, um welche Sorte es sich handelt, die Anbaumethode ist bei allen 1900 Bäumen die gleiche. Es handelt sich allesamt um 3,5 bis vier Meter hohe Exemplare, die geschützt unter Foliendächern stehen und von Vogelschutznetzen eingerahmt werden. Denn den gefiederten Freunden schmecken die süßen Kirschen auch sehr gut. Die Überdachung hat den Vorteil, dass bei starkem Regen die Früchte nicht aufplatzen. Während andere Obstbauern, die diese Anbauweise nicht nutzen, sich vor Regengüssen fürchten und entsprechend schnell abpflücken müssen, sieht man auf dem Spooshof regnerischem Wetter relativ gelassen entgegen. "Zuviel Regen ist aber auch nicht gut, denn wenn der Wurzeldruck aufgrund der Wassermengen steigt, können die Kirschen ebenfalls platzen", erklärt Borghs. Ein trockenes Jahr ist für Kirschen besser als ein feuchtes, zumal ständig feuchte Luft auch die Qualität der Kirschen beeinträchtigt. Sie faulen dann nämlich schneller. Ein Bewässerungssystem sorgt bei den Bäumen ansonsten für das nötige Nass, wenn eine entsprechende Trockenheit vorliegt, ohne die Kirschen zu schädigen. Zur Befruchtung stellen Imker in den Obstbaumplantagen eigens Bienenkästen auf. Für die Imker gibt das den Kirschblütenhonig und für Borghs leckere Kirschen. Dazu kauft der Obstbaumeister Hummeln. Die gehen schon ab 13 Grad auf Bestäubungstour, während die Bienen erst ab 20 Grad starten.

Die eigentliche Kirschernte ist aufwendig, denn auch hier ist, wie bei den meisten Früchten, Handarbeit angesagt. Für das Pflückerteam heißt das, Baum für Baum die Leiter ansetzen und mit dem Pflückkörbchen in die Höhe klettern. Je nach Sorte müssen die Bäume dreimal durchgepflückt werden, bevor sie wirklich abgeerntet sind.

Wenn die Ernte Ende Juli dann abgeschlossen ist, geht die Arbeit für Borghs direkt weiter. Ab 1. August heißt es, die Bäume zu schneiden. Steinobst wird geschnitten, während es noch belaubt ist. "Durch den August-Schnitt schaffen wir mehr Licht für die Herbstsonne. Das ist wichtig, da alles, was der Baum im Herbst und Winter an Nährstoffen speichert, in die nächste Ernte geht", erklärt Borghs. Kirschen blühen nämlich, bevor auch nur ein einziges Blatt am Baum zu sehen ist. Das heißt, alle Kraft geht in die Blüte. Vor der Blüte erfolgt dabei noch der zweite Schnitt, der so genannte Feinschnitt.

Die Familie Borghs baut bereits seit 2006 Kirschen auf ihrem Hof an.

Quelle: RP
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