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Stadt Kempen
Die Kugel rollt, bis die Glocke ertönt

Stadt Kempen: Die Kugel rollt, bis die Glocke ertönt
Die Neuntklässler der Kempener Martin-Schule und ihr Kunstobjekt. Die Kugelbahn im Treppenhaus war leider nur eine Eintagsfliege, musste nach der Präsentation gleich wieder abgebaut werden. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Gestern präsentierten Schüler der Kempener Martin-Schule ein besonderes Kunstprojekt: eine Kugelbahn im Treppenhaus des Schulgebäudes. Von Silvia Ruf-Stanley

Da rollt sie die Kugel. Nein, an diesem Mittag befindet man sich nicht im Casino, sondern in der Kempener Martin-Schule. 21 Schüler des Jahrgangs neun haben gemeinsam mit dem Kempener Künstler Jürgen Hemkemeyer und Lehrerin Irmgard Dohr getüftelt, gemalt und gebastelt, um im Treppenhaus der Schule eine wunderbar fantasievolle Kugelbahn zu schaffen.

Hemkemeyer hatte schon länger die Idee dazu. Das Treppengeländer im alten Schulgebäude hat eine Vertiefung, die geradezu dazu animiert, dort ein Kügelchen von ganz oben bis hinunter ins Erdgeschoss laufen zu lassen. Den Schülern der Projektgruppe hat er es dann überlassen, daraus etwas zu entwickeln. Dies forderte nicht nur künstlerische Überlegungen, sondern auch die Frage, wie man die Ideen technisch umsetzten könnte. Und nichts ging alleine, hier war sehr viel Teamwork gefragt, wie sowohl Hemkemeyer als auch Schulleiter Reiner Dickmanns gestern betonten.

Zehn Szenen haben die Schüler entlang ihrer Kugelbahn aufgebaut. Diese sind so unterschiedlich wie die Schüler selbst. Das macht das Ganze so spannend. Überall gibt es etwas zu entdecken. Das sind oft Kleinigkeiten, die sich erst auf den zweiten Blick erschließen. Und die Hauptsache ist immer, dass die Kugel letztendlich unten ins Ziel gelangt. Denn dann erklingt eine Glocke.

Ganz oben wird die Kugel mit einer Rakete, die Joshua und Nico gebaut haben, stilecht auf den Weg hinab befördert. Dann geht es durch ein Basketballspiel, das Arnim und Fabian sich ausgedacht haben. Vor dort aus geht es ab in den Wald von David und Ahmed. Und dann landet die Kugel auf einmal im Mittelalter von Fabian, Tim und Jaqueline.

Einen Klassiker haben Viviana und Luana verwirklicht: Der Ball landet in Italien - Brasilien. Nicht nur im Fußball, sondern in Wirklichkeit, denn die beiden Schülerinnen haben Wurzeln in diesen Ländern. Beide verstehen sich bestens. Viviana muss hier ein wenig nachhelfen, damit die Glasmurmel die Rundung des Treppengeländers schafft. Das geht aber mit einem leichten Pusten und schon rollt sie weiter, um dann auf der Insel von Niclas, Janik und Justin anzukommen. Nächster schwieriger Punkt ist das Labyrinth von Chantal, von wo es dann zum Trichter von Sebastian geht. Es kommt noch der Bauernhof von Lavia und Vanessa. Dann muss die Kugel noch den gefahrvollen Weg durch die vier Elemente von Michelle und Kiara überwinden, bevor endlich die Glocke erklingt.

Es war spannend zu sehen, mit wie viel Freude und berechtigtem Stolz die Schüler ihr Experiment verfolgten. Schade nur, dass diese ein Jahr lang währende Arbeit ein Werk nur für einen Tag anhielt. Nach der Vorführung musste das Ganze abgebaut werden.

Quelle: RP
 
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