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Stadt Kempen
Die lustigen Weiber - im Ferienclub

Stadt Kempen: Die lustigen Weiber - im Ferienclub
Shakespeare einmal anders: Nachwuchsschauspieler des Gymnasiums Thomaeum verlegten "Die lustigen Weiber von Windsor" auf die Ferieninsel Mallorca. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Die Theater-AG des Kempener Thomaeums hat Shakespeares "Die lustigen Weiber von Windsor" jetzt in einer modernisierten Fassung auf die Bühne der Schulaula gebracht. Das Stück spielt in einem Clubhotel auf Mallorca. Von Silvia Ruf-Stanley

Wie bringt man einen richtigen Lebemann zur Vernunft? Dieses Rätsel lösen bei William Shakespeare "Die lustigen Weiber von Windsor". Die Theater-AG des Thomaeums hat dieses vielfach gespielte Stück nun in einer sorgfältig modernisierten Fassung auf die Bühne gebracht. Statt in Windsor spielt die Handlung in einem Ferienclub, dem "Kir Royal" auf Mallorca. Es wird mit allen gängigen Klischees über die Reichen und Schönen gespielt. Allein schon zu Beginn des Stückes konnten sich die Besucher in der voll besetzten Aula das Lachen nicht verkneifen. Regisseur David Nethen, der seit Schuljahrsbeginn die Theater-AG leitet, spielte schon hier mit den Klischees: Schicke Damen, denen Dutzende von Koffern hinter her getragen werden müssen, waren zu sehen.

Bei aller Modernisierung ist das Stück sich treu geblieben. Sir John Falstaff ist vor allem auf eines aus, nämlich reiche Damen zu umgarnen, um an deren Geld zu kommen. Denn er leidet an chronischer Geldnot. Simon Kleeberg spielte diese doch eigentlich unliebsame Rolle mit wunderbarer Komik. Abgesehen hat er es auf Frau Page (Annika Strey) und Frau Fluth (Fenna Staschewski). Die durchschauen das Spiel aber schnell und verschwören sich gegen Falstaff. Gemeinsam hecken sie einen Streich nach dem anderen aus, um ihren Verehrer lächerlich zu machen. Mit im Spiel sind auch noch die Ehemänner (Henri Kentjens und Oliver Driesch), die sich aus Eifersucht an dem Ränkespiel beteiligen. Ganz nebenbei gibt es dann auch noch die anstehende Verheiratung der Tochter der Pages. Immer wieder bekam dabei Finnja Giesberts als potenzielle Heiratskandidatin Szenenapplaus. So entwickeln sich parallel zwei rasante, spannende und vor allem humorvolle Handlungsstränge.

David Nethen ist wirklich ein Kunststück gelungen. Er hat es geschafft, rund 25 junge Schauspieler aus den Jahrgängen acht bis Q1 zusammenzubringen. Große Hilfe war ihm dabei sicherlich der kluge, sparsame Einsatz von Requisiten. Eine Bar, die Hotelrezeption, ein Landschaftsbild im Hintergrund - das reichte schon. Als sehr geschickt erwies sich eine veränderte Bestuhlung der Aula. Die Stühle standen leicht quer, dadurch entstand ein großer Raum von der Eingangstür bis zur Bühne. Dieser wurde wiederum mit kleinen Mitteln ebenfalls zur Spielstätte. Bei der Gestaltung konnte er auf die Hilfe des Grundkurses Kunst der Jahrgangsstufe Q1 zurückgreifen. Bei der Regie assistierte Miriam Lorenz. Abgerundet wurde das Ganze durch einen dosierten Einsatz von Musik. Klassische Mallorca-Strand-Hits, bei denen fast jeder gleich ein wenig mit wippte, boten genau die richtige Stimmung für die Verwicklungen im "Club Kir Royal" entstand. David Nethen gab nach der Premiere des Stückes zu, doch ein wenig aufgeregt gewesen zu sein. Denn es war seine erste eigene Regiearbeit am Thomaeum und als Nachfolger von Brigitte Nienhaus, die viele Jahre lang das Theater am Thomaeum etabliert hat, trat er in wahrlich große Fußstapfen. Nicht nur seine Schauspieler haben die Premiere bestanden, sondern auch er.

Quelle: RP
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