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Serie Ferienalphabet: H Wie Handwerk
Die Malerkolonne als eingespieltes Team

Serie Ferienalphabet: H Wie Handwerk: Die Malerkolonne als eingespieltes Team
Malermeister Peter Loos mit seinem Sohn Malte, der jetzt ins dritte Lehrjahr kommt und ebenfalls Maler- und Lackierermeister werden will. Peter Loos' Vater Ludwig gründete 1976 den Betrieb, der heute zwölf Mitarbeiter hat. FOTO: WOLFGANG KAISER
Kempen. Der Willicher Maler- und Lackierermeister Peter Loos sucht noch einen Auszubildenden. Die niedrigen Zinsen bescheren der Branche eine Vielzahl von Aufträgen für Neubauten oder Kernsanierungen. Von Willi Schöfer

WILLICH Peter Loos hat seinen Betrieb zwar an der Rohrzieherstraße in Willich, mit Röhren oder Installationen hat er allerdings wenig zu tun. So musste er früher einmal einen Praktikanten wieder nach Hause schicken, der Installateur werden wollte und sich schlichtweg bei der Wahl des Praktikumsplatzes vertan hatte. Zur Ausübung seines Berufes braucht Peter Loos vielmehr in erster Linie Fassaden, Decken und Wände und viel handwerkliches Geschick. Der 47-jährige Schiefbahner ist nämlich Maler- und Lackierermeister und führt einen kleinen mittelständischen Familienbetrieb.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Wenn man ihn und seinen mittlerweile 18-jährigen Sohn Malte fragt, wie die Beiden zu ihrem Beruf gekommen sind, heißt es wie aus einem Mund: "Fragen Sie unsere Väter". Peter Loos hat nämlich das Handwerk von seinem Vater Ludwig, heute 72 Jahre alt, übernommen. Und sein Sohn Malte wird sicherlich irgendwann einmal den Meisterbetrieb übernehmen. Noch ist aber etwas Zeit, denn der 18-Jährige beginnt in den nächsten Tagen beim Schiefbahner Malermeister Norbert Pauen erst einmal sein drittes Ausbildungsjahr.

Aber der Reihe nach. "Klar, habe ich früher meinem Vater viel geholfen und erst einmal die alten Tapeten aufgesammelt und entsorgt", erinnerte sich Peter Loos schmunzelnd an die erste Zeit, als der spätere Malermeister Ludwig Loos aus kleinsten Anfängen heraus im September 1976 mit seinem Geschäft begann. Die ersten Materialien wurden in Garagen an seinem Elternhaus Im Eschert in Schiefbahn aufbewahrt. Die gute Arbeit sprach sich in der Folge herum. Die Auftragslage stieg, die eigene kleine Werkstatt reichte nicht mehr aus. Von 1997 bis 2002 führten Vater und Sohn gemeinsam das Geschäft, das dann vor etwa 13 Jahren an der Rohrzieherstraße in endlich passenden Räumlichkeiten und in einer 350 Quadratmeter großen Halle fortgesetzt wurde. 2002 ging dann Gründer Ludwig Loos in den wohlverdienten Ruhestand, Sohn Peter übernahm im Januar 2003 den Betrieb alleine. Heutzutage beschäftigt der Unternehmer im Fachbereich der Gestaltung und Instandsetzung mit Tim Beckers einen zweiten Meister, darüber hinaus sieben Gesellen und vier Auszubildende. Eine wertvolle Hilfe ist außerdem Ehefrau Regine, die die Buchführung erledigt. Die "Kolonne" ist so eine Art verschworene und eingespielte Gemeinschaft, wobei er sich leider im Dezember 2016 von einem langjährigen Mitarbeiter verabschieden musste: Hans-Josef Mindt, der bereits ab August 1979 bei seinem Vater gearbeitet hatte, schied altersgemäß aus. Seit 2003 ist auch dessen Sohn, Torsten Mindt (35), bei ihm beschäftigt.

"Im Moment können wir nicht klagen, entscheiden sich viele aufgrund der Null-Zinsen für einen Neubau oder für eine Kernsanierung des Bestandes", erzählt Peter Loos, der sich außerdem neben dem täglichen Geschäft für die Sanierung von Wasser- und Brandschäden fortgebildet hatte. Gerade arbeiten einige seiner Gesellen an einem Großauftrag: In Düsseldorf-Unterrath müssen 38 Wohneinheiten modernisiert werden. Seine Firma arbeitet in einem Umkreis von rund 60 Kilometern.

Peter Loos weiß sehr wohl, dass auch sein Handwerk nicht so nachgefragt wird. "Bislang habe ich etwas Glück gehabt, konnte ich größtenteils die Ausbildungsstellen besetzen", führt dies der Unternehmer neben dem offenbar guten Ruf seines Unternehmens darauf zurück, dass er natürlich viel Werbung in eigener Sache macht, er unter anderem bei den Berufs-Informationstagen in Willich dabei ist oder beim "Tag der Ausbildung" an der Willicher Gesamtschule. Was ihm nicht so gefällt: "Dies sind die sogenannten Helikopter-Eltern, die ihr Kind zu sehr behüten, ihnen die Entscheidung abnehmen, ob für sie nicht vielleicht doch das Handwerk eine Alternative zu den vielen schulischen Warteschleifen ist." Weiterhin bietet er nach wie vor Praktikumsplätze an (Tel. 02154 952586). Einen Auszubildenden sucht er auch noch. "Und auch in unserer Branche gibt es Fortbildungsmöglichkeiten", erinnert er noch daran.

Quelle: RP
 
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