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Serie Menschen In Grefrath
Die rechte Faust war seine schärfste Waffe

Dieter Lauber war früher Amateurboxer, auch heute noch hängt sein Herz an diesem Sport. Eine Verletzung verhinderte eine Profikarriere. Von 78 Kämpfen hat er zehn verloren, aber keinen durch Knockout. Von Manfred Baum

Vinkrath / Oedt "Ich habe als Boxer die Sterne gesehen, bin jedoch niemals k.o. gegangen", so der frühere Amateurboxer Dieter Lauber (75) aus Vinkrath, der seit 1971 mit seiner Frau Gertrud an der Ahornstraße lebt. Die Familie vervollständigt Schäferhund Lola. Der gelernte Maurer, der in Schlesien das Licht der Welt erblickte und mit sieben Geschwistern aufwuchs, kam vor 70 Jahren als Kind nach Oedt. Die Engländer, die damals noch dort lebten, haben ihn zum Boxsport gebracht. Einer seiner Brüder hat ebenfalls geboxt. "Ich denke, dass ich ein Naturtalent bin", meint der Linksausleger, dessen sportliche Stärke seine rechte Faust war.

Seine alten Boxhandschuhe und seinen Kopfschutz besitzt er noch. Hinzu kommen Pokale, Auszeichnungen, Fotos und eine Vielzahl von Zeitungsausschnitten. Man spürt es förmlich, dass auch heute noch sein Herz am Boxsport hängt. Er hätte im Alter von 23 Jahren sogar Profiboxer werden können. Doch eine Verletzung machte dies unmöglich. Wenn Dieter Lauber in Erinnerungen schwelgt, dann leuchten seine Augen, dann ist er wieder mit Haut und Haaren Boxer.

Es war ein Sport, der ihn mit vielen bekannten bundesdeutschen Boxern zusammen brachte, beispielsweise Peter Hussing ( Europameister und Olympiateilnehmer), oder Gerd Puzicha, der dreimal an Olympischen Spielen teilnahm. Dieter Lauber war Bezirksmeister im Mittelgewicht und nahm an Niederrheinmeisterschaften teil.

Er hat in den Gewichtsklassen Mittelgewicht, Supermittelgewicht und im Halbschwergewicht Boxkämpfe bestritten. Er kam auf 78 Kämpfe in 15 Jahren. Davon hat er 50 gewonnen, kämpfte 18 mal Unentschieden und verlor nur zehn Kämpfe. Er hat unter anderem in einer Kampfgemeinschaft geboxt mit Kämpfern aus Dülken und Mönchengladbach. Die Kämpfe gingen meist über drei Runden. Wurde fünf Runde geboxt, dann waren die Rundenzeiten kürzer. Sehr gut erinnert er sich noch an das Jahr 1966, als er dabei war, als in den Niederlanden deutsche auf niederländische Boxer trafen.

Ein wenig Wehmut kam auf, als er seine Kampfutensilien aus dem Keller holte und der von jetzt auf gleich wieder ein Boxer war. Da sah er seine Gegner vor Augen, nahm die richtige Stellung ein und flog fast über die Teichbrücke auf den Rasen. Es tut ihm gut, sich zu erinnern, denn der Boxsport war für viele Jahre sein Wegbegleiter, den er mochte, liebte und lebte. "Ich habe Kämpfe teilweise in 60 Sekunden für mich entschieden", sagt Lauber. Er habe dabei auch einmal einen englischen Meister in die Knie gezwungen.

Über viele Jahre hat er den Kontakt zu deutschen Meistern gepflegt, war etwa Gast bei Kämpfen von Henry Maske. Doch das ist alles längst Geschichte. Wer ihm heute die Hand gibt, spürt und erfährt aber immer noch seine Kraft.

Quelle: RP
 
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