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Stadt Kempen
Die Spargelspinne ist im Einsatz

Stadt Kempen: Die Spargelspinne ist im Einsatz
Thomas und Anne Küthen ernten auf ihren Feldern weißen Spargel. Mit der fahrbaren "Spargelspinne" lassen sich die Wärmefolien über den Dämmen heben und nach dem Stechen wieder senken. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Auf dem Kempener Spargelhof Küthen ist der Verkauf der langen weißen Stangen angelaufen. Das so genannte königliche Gemüse kommt zart daher, allerdings ist es ihm derzeit noch zu kalt. Von Bianca Treffer

Ein bisschen ungewöhnlich sieht das blaue, rund fünf Meter lange Gefährt mit seinen hohen Stahlbeinen, an denen dicke Räder stecken, schon aus. Langsam fährt es durch die Spargelreihen, zieht die Doppelfolie, die über den Dämmen gespannt ist nach oben und gibt damit ein Stück Damm frei. An dem folienfreien Stück herrscht rege Betriebsamkeit. Die Spargelstecher hantieren mit den langen Stechmessern und ernten an den Stellen, wo die Köpfchen schon herausschauen, die Stangen. Nur das Rascheln der Folie ist zu hören, wenn sie automatisch über das Rollensystem in die obere Rinne der Maschine gezogen und nach einigen Metern wieder über den Damm gelegt wird.

Es erinnert an eine Spinne, die über das Feld wandert. "Wir reden hier auch von der Spargelspinne. Eine Spinne, die uns eine immense Arbeitserleichterung bringt. Unsere Arbeiter müssten sonst die Folien anheben, stechen und danach die Dämme wieder zudecken. Das Anheben und erneute Auflegen der Folie macht jetzt die Maschine, so dass sich alle Helfer auf das eigentliche Stechen konzentrieren können", sagt Thomas Küthen vom gleichnamigen Spargelhof in Kempen.

Die Spargelspinnen sind bei dem Gärtnermeister Fachrichtung Gemüsebau zum ersten Mal im Einsatz. Zehn der Spinnen rollen über die elf Hektar großen Ernteflächen, die Thomas Küthen in diesem Jahr um weitere 2,5 Hektar erweitert hat. Allerdings dauert es auf den neuen Flächen noch zwei Jahre, bis die erste Spargelernte eingefahren werden kann. Danach kann auf einem Spargelfeld das so genannte königliche Gemüse über einen Zeitraum von acht bis zehn Jahre geerntet werden.

In diesem Jahr startete die Saison am 14. April und damit etwas später als im vergangenen Jahr. "An diesem Tag haben wir unseren Verkauf eröffnet", sagt Anne Küthen. Den ersten Spargel gab es aber schon rund eine Woche früher. Thomas Küthen entdeckte die ersten Stangen auf dem Feld und machte seiner Frau damit eine große Freude. "Ich habe den ersten frischen Spargel nur mit ein wenig Butter gegessen. Er war zart und einfach nur lecker", erzählt Anne Küthen.

Die Ernte ist gut angelaufen, allerdings mag der Spargel das aktuelle Wetter nicht besonders. Es ist ihm noch zu kalt. Die kalten Nächte, in denen es teilweise sogar Bodenfröste gibt, und Tage mit wenig Sonne lassen die langen weißen Stangen nur langsam wachsen. Der Spargel bräuchte derzeit vor allem mehr Wärme. "Bei dem bewölkten Wetter erwärmt sich die schwarze Folie nicht genug und kann dementsprechend auch nicht genug Wärme an den Boden abgeben", erklärt der Gärtnermeister.

Sollte es weiterhin so kalt bleiben und die Temperaturen nachts noch weiter unter die Null-Grad-Grenze fallen, dann hat es der grüne Spargel sogar richtig schwer. Er wächst im Gegensatz zur weißen Sorte auf kleinen Hügeln über der Erde und nicht in Dämmen. Die grüne Variante könnte Frost abbekommen. Bleibt das Wetter so und die Temperaturen klettern eventuell ein bisschen höher, dann rechnet der Fachmann zum bevorstehenden Wochenende mit dem ersten grünen Spargel. Er ist ein wenig intensiver im Geschmack, aber das ist neben der Farbgebung auch schon der einzige Unterschied zum weißen Gemüse.

Auf dem Kempener Spargelhof gibt es - wie bei anderen Anbietern auch - Spargel in verschiedenen Güteklassen. Wobei es geschmacklich keine Unterschiede gibt. Es geht vorrangig nur um das Aussehen. Die ideale Spargelstange hat einen Durchmesser von 16 bis 26 Millimeter. Erreicht er diesen Wert nicht, fällt er in die Kategorie 12+, liegt er darüber zählt er zu 26+. Sind die Köpfchen leicht lila, hat er Sonne abbekommen, und wenn die Köpfe offen sind, war es ihm unter der Folie zu warm. Beim Hohlspargel haben sich indes Kammern im Inneren gebildet. Ein Phänomen, das auf extreme Temperaturschwankungen zurückzuführen ist. Es gibt die krummen und abgebrochenen Stangen und die begehrten Köpfchen. Aber da das Auge bekanntermaßen mitisst, müssen es auch schon mal die edlen, geraden und richtig dicken Stangen sein, die auf der Servierplatte den Genießer erfreuen.

Zum Nachtisch können dann frische Erdbeeren aufgetischt werden, denn die gibt es seit 3. April aus den Gewächshäusern der Familie Küthen ebenfalls im Lädchen am Krefelder Weg 100 in Kempen zu kaufen.

Quelle: RP
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