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Stadt Kempen
Die Straßenmaler von Kempen

Stadt Kempen: Die Straßenmaler von Kempen
Auch Viertklässler der Katholischen Grundschule Wiesenstraße waren gestern Morgen bei der Premiere der Straßenmalerei am Werk. Heute soll die Aktion mit anderen Kindern fortgesetzt werden. FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)
Stadt Kempen. Mit Straßen-Malkunst verschönern Kempener Schüler und Kindergartenkinder in dieser Woche die Judenstraße. Sie malen weihnachtliche Motive mit Fassadenfarbe auf den provisorischen Asphalt der Einkaufsstraße. Von Sonja Lamers

Hat seit Mitte Februar Baulärm die Geräuschkulisse auf der Judenstraße in der Kempener Altstadt beherrscht, so sind es an diesem Montagmorgen aufgeregte Kinderstimmen. Schüler der Katholischen Grundschule Wiesenstraße, der Regenbogenschule sowie Kinder der Kindertagesstätte "Mullewapp" sind zu einer ganz besonderen Aktion gekommen, zu der die Stadt Kempen, die Stadtwerke Kempen, die Firma Hamelmann und die Einzelhändler der Judenstraße eingeladen haben: Sie dürfen die provisorische Asphaltdecke der Straße mit Fassadenfarbe bemalen.

"Ihr dürft auch eure Namen unter die Kunstwerke schreiben, dann könnt ihr sie euren Eltern, Großeltern, Onkels und Tanten später zeigen", erklärt Christoph Dellmans von der Stadt Kempen. Wie lange die Farbe hält, ist ungewiss und hängt auch vom Wetter ab. Dellmans rechnet aber damit, dass sie mindestens bis Ende dieses Jahres sichtbar ist. Deswegen sollen die Kinder auch weihnachtliche Motive malen.

Die Schüler der Klassen 3 a und 3 b der Regenbogenschule sind mit Malkitteln, alten Oberhemden und Plastiktüten, aus denen Kopf und Arme herausschauen, bekleidet. In der Schule haben sie Schablonen gebastelt, die sie jetzt umpinseln. Es entstehen Sterne, Schlitten, Kerzen und Schneekristalle in rot, grün, blau, gelb und weiß. Jeder schreibt stolz seinen Namen darunter. Trotz des aufgeregten Gewimmels tritt niemand auf das Bild des anderen. "Die Aktion ist toll, da die Kinder ihre eigene Stadt mit gestalten dürfen", sagt Hanna Wollziefer, Lehrerin der Klasse 3 b.

Die Idee zu dieser Malaktion ist im Rahmen des Gesamtkonzepts zur Umgestaltung der Judenstraße entstanden. "Wir Geschäftsleute und die Stadt Kempen hatten überlegt, was man mit der provisorischen Asphaltdecke machen kann und bei der fünften Tasse Kaffee hatte jemand diese zündende Idee", sagt Stephan Bunse, Sprecher der Einzelhändler in der Judenstraße. Farbe und Malmaterialen haben die Geschäftsleute der Einkaufsstraße mit Unterstützung des Kempener Self-Marktes gesponsert.

Die sechs kleinen Straßenmaler der Kindertagesstätte "Mullewapp" knien auf der Judenstraße und sind hochkonzentriert. Sie pinseln Motive aus, die die beiden Erzieherinnen Stephanie Schmidt und Klaudia Pasch ihnen mit Kreide vorgezeichnet haben. So entstehen rosafarbene Engel, ein grüner Weihnachtsbaum mit roten Kerzen und zwei gelbe Enten mit Weihnachtsmannmütze. Die Erzieherinnen geben den Kindern Anregungen und Tipps. Die vierjährige Nina ruft stolz: "Zwei Geschenke habe ich schon gemalt".

Viele Passanten bleiben stehen und schauen zu, wie die Kunstwerke entstehen. Die Kempenerin Erika Esser ist begeistert: "Das ist ja schön, mal was anderes für Kinder." Aus der Katholischen Grundschule Wiesenstraße sind Schüler der Klassen 4 a und 4 b gekommen. Jeder hat eine Skizze vorbereitet mit dem, was er später auf die Straße malen möchte. Aus den einzelnen Motiven entsteht eine weihnachtliche Landschaft: Krippe, Engel, ein Tannenwald, durch den der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten fährt. Der neunjährige Justus überlegt noch, ob er den Weihnachtsmann nicht dicker malen soll.

Quelle: RP
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