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Stadt Kempen
Die Tricks der Navidiebe - und wie man sich schützen kann

Stadt Kempen: Die Tricks der Navidiebe - und wie man sich schützen kann
Unbekannte Täter brachen unter anderem diesen BMW auf, der in Kempen an der Auguste-Tibus-Straße abgestellt war, und entwendeten Lenkrad und Navi. Das Auto wurde in den vergangenen Monaten mehrfach aufgebrochen. FOTO: POLIZEI
Stadt Kempen. In Kempen wurde ein Autobesitzer gleich fünf Mal Opfer von Dieben. Besonders "Keyless"-Systeme können ausspioniert werden. Von Andreas Reiners

Für die betroffenen Fahrzeugbesitzer ist die Angelegenheit stets sehr ärgerlich. Sie haben ihr Auto abends in ihrem Wohngebiet am Straßenrand abgestellt und am nächsten Morgen wurde das Fahrzeug aufgebrochen und unbekannte Täter haben Wertsachen aus dem Wagen gestohlen, fest eingebaute Navigationsgeräte entwendet und manchmal sogar das Lenkrad mit Airbag ausgebaut. Die Polizei im Kreis Viersen kennt eine Vielzahl solcher Fälle. Die Experten der Kriminalpolizei gehen von osteuropäischen Banden aus, die systematisch Wohngebiete beobachten und auf lukrative Beute hin ausspähen. Dabei richten die Täter an den meist hochwertigen Fahrzeugen der oberen Mittelklasse erhebliche Schäden an. Nicht nur die Geräte werden ausgebaut, zumeist wird eine Seitenscheibe eingeschlagen, um die Wagentür öffnen zu können und ins Innere zu gelangen. Auch vor Autos, die beispielsweise über Nacht in der Garageneinfahrt abgestellt sind, schrecken die Täter nicht zurück.

Zuletzt sorgte ein Fall in Kempen für Aufsehen: Wie die Polizei in der vergangenen Woche berichtete, wurde ein Fahrzeugnutzer seit Dezember vorigen Jahres zum nunmehr fünften Mal Opfer von Navidieben. "Im Dezember waren die Täter erfolgreich gewesen, während sie im Januar, Februar und März mit ihrem Vorhaben gescheitert waren", berichtet Polizeisprecherin Antje Heymanns.

"Es ist bekannt, dass die Navidiebe gerne nach Aufbrüchen zu denselben Fahrzeugen zurückkehren, denn da sind sie sicher, dass sie mit den nach der Ersttat ersetzten Geräten neuwertige Beute machen", so die Kriminalhauptkommissarin weiter. Auch Funkfernbedienungen ("Keyless-System") haben Diebe bereits ausspioniert und sich so Zugang zu Fahrzeugen verschafft, aus denen sie dann Navigationsgeräte und Airbags ausbauten.

Die Täter, die häufig aus den Niederlanden zu ihren Diebeszügen in die Grenzregion einreisen, verschwinden auf schnellstem Wege wieder ins Ausland. Die Beute wird nicht selten nach Osteuropa verschoben und dort auf großen Kfz-Ersatzteilmärkten angeboten.

Die Polizeisprecherin appelliert: "Parken Sie die hochwertigen Fahrzeuge mit den begehrten Einbauten nach Möglichkeit in Garagen. Vermeiden Sie bei Keyless-Systemen, dass Diebe die Funkverbindung zwischen dem Sensor und dem Fahrzeug hacken können, was problemlos möglich ist, wenn der Sensor und das Fahrzeug zu nah beieinander aufbewahrt werden", erklärt Anjte Heymanns. Dies sei in den meisten Fällen nachts der Fall ist, wenn das Fahrzeug vorm Haus und der Sensor zum Beispiel im Flur der Wohnung liegt. "Wenn Sie den Sensor in einer Metallkiste oder in einem mit Alufolie ausgestalteten Behältnis aufbewahren, ist die Funkverbindung unterbrochen und für die Diebe nicht mehr nutzbar", sagt die Polizeisprecherin. Schon mit dieser kleinen Vorsichtsmaßnahme könnten Fahrzeugbesitzer das Entdeckungsrisiko für die Täter erhöhen. Denn die müssten dann geräuschvoller zu Werke gehen, um ein Fahrzeug aufzubrechen.

Quelle: RP
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