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Gemeinde Grefrath
Die Turnerschaft wird 120 Jahre alt

Gemeinde Grefrath: Die Turnerschaft wird 120 Jahre alt
Die "Macher" bei der Turnerschaft Grefrath (von links): Andreas Hillen, Helmut Thönes, Thorsten Neuy und Hanno Anstötz im Vereinsheim, dem "TSG-Treff". FOTO: Kaiser
Gemeinde Grefrath. Der größte Sportverein in der Gemeinde Grefrath blickt auf eine erfolgreiche Geschichte zurück. Das Angebot ist vielfältig. Im Handball ist man sehr erfolgreich, die Arbeit im Behindertensport regional anerkannt. Ein Rückblick. Von Manfred Baum

Am 13. Dezember vor 120 Jahren wurde die Turnerschaft Grefrath gegründet. Grund genug, einmal Rückschau zu halten auf erlebnis- und zugleich erfolgreiche 120 Jahre. Der Vorstand der Turnerschaft Grefrath (TSG) mit Andreas Hillen an der Spitze hat es getan. Die Turnerschaft ist mit 1000 Mitgliedern in der Sport- und Freizeitgemeinde Grefrath der mit Abstand größte Sportverein. Die Turnerschaft ist auch ein Mehrspartenverein, der vom Kinderturnen über Gymnastik, Volleyball und Le Parkour bis hin zum Seniorensport sehr viel bietet. Nicht zu vergessen ist natürlich der dominierende Hallenhandball auf hohem Niveau. Die Behindertensportabteilung genießt weit über die Grenzen von Grefrath hinaus einen sehr guten Ruf.

Besonders stolz ist der Verein auf den "TSG-Treff", der mit Hilfe der Gemeinde Grefrath als Anbau an die Doppelsporthalle Bruckhauser Straße entstand. Die Halle ist die sportliche wie gesellschaftliche Heimat des Vereins.

Die Turnerschaft hat sich stets zur Förderung des Breitensports bekannt. Rudolf Gartz war von 1896 bis 1899 der erste Vorsitzende der TSG. Mathias Trienekens - von 1967 bis 1982 erster Vorsitzender - hat sich tatkräftig für den Bau der jetzt 30 Jahre alten Sporthalle eingesetzt. Helmut Thönes hat den Verein ab 1993 mehr als 20 Jahre geführt und nach vorn gebracht. Ganz klein begann die TSG als Verein, denn bei der Gründung zählte sie 17 Mitglieder. Nach dem Eingang der ersten Mitgliedsbeiträge wurde ein Sprunggestell angeschafft. Hopfensäcke mit Heu gefüllt dienten als Sprungmatten. Bereits im Gründungsjahr verfügte die TSG über ein eigenes Reck. In Leipzig wurde es bestellt und bei der Anlieferung am Grefrather Bahnhof mit Musik abgeholt. Mit "theatralischen Abendvorstellungen", die stets gut besucht waren, wurde die Kasse aufgebessert.

Früh erkannten die Verantwortlichen, dass zum Fortbestand des Vereins die Gründung einer Jugendabteilung wichtig war. Im Jahr 1900 wurden Geräte (Reck, Barren, Ring, Gewichtskugel) für 159 Mark vom Turnverein Hinsbeck gekauft. Schon 1901 konnte man sich in die Siegerlisten des Verbandsturnfestes eintragen. Turnen war die prägende Sportart der Turnerschaft in den ersten Jahren ihres Bestehens.

Schon früh trat der Verein auch gesellschaftlich in Erscheinung in Form von Stiftungsfesten, Schauturnen oder Maskenbällen im "Hotel Gartz". 1912 wurde erstmals ein Gaufest in Grefrath von die Turnerschaft ausgerichtet. 1500 Turner kamen nach Grefrath. 1921 wurde das Vereinslokal zum "Haus am Nordkanal" verlegt, wo man auch den Saal als Trainingsstätte für die Turner nutzen konnte, denn eine Sporthalle gab es damals in Grefrath noch nicht. Faustball wurde in den 1920er-Jahren gespielt und eine Handballabteilung gab es ebenfalls schon. Allerdings wurde nur Feldhandball gespielt. Die Mitglieder der Schwimmabteilung der Turnerschaft trainierten in den 1930er-Jahren im Kempener Hallenbad. Figurenturnen wurde in den 1930er- Jahren ebenfalls bei der TSG angeboten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg wurde der stark beschädigte Saal Wolters am Nordkanal in Eigenregie wieder hergestellt. In den 1950er-Jahren bekam Grefrath mit dem Schulneubau am Burgweg die erste neue Turnhalle. Es war auch die erste Turnhalle, die nach dem Krieg im gesamten Kreis Kempen-Krefeld gebaut wurde. Durch die neue Halle entwickelte sich mehr und mehr der Hallenhandballsport. Einige Jahre musste die TSG ihre Heimspiele jedoch in Kempen austragen, da die neue Doppelsporthalle noch nicht gebaut war. Es gab sogar in Jahr 1957 in der kleinen Halle ein Hallenhandball-Länderspiel der Damen zwischen Deutschland und Dänemark. Viele Jahrzehnte war das Hallenhandball-Turnier der TSG am Buß- und Bettag in Grefrath ein sportlich herausragendes Ereignis.

Einer, der den Handballsport mit aufgebaut hat, ist Jupp Siemes (70), der heute in Mönchengladbach lebt. Wenn es um Turnen ging, war Anton Ellerwald stets eine feste Größe im Verein. Nicht zu vergessen sind die ehemaligen Vorsitzenden Hans Funken (1936 bis 1959) und Alfred Planken (1982 bis 1993). Käthe Bertram hat den Verein ebenso im Turnsport mit geprägt wie Hans-Jörgen Jaust im Volleyball. "Urgesteine" der TSG sind außerdem Helmut Koch und Werner Wehnen sowie Monika und Hanno Anstötz oder die langjährige Schatzmeisterin Marita Brass.

Nach 120 Jahren ist die Turnerschaft Grefrath im Hallenhandball eine feste Größe im Grenzland. Auch in der Sport- und Freizeitgemeinde Grefrath ist die Turnerschaft seit Jahren anerkannt und etabliert. Das 125-jährige Bestehen des Vereins in fünf Jahren soll groß gefeiert werden.

Quelle: RP
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