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Gemeinde Grefrath
Dorenburg: Geschichte zum Anfassen

Gemeinde Grefrath: Dorenburg: Geschichte zum Anfassen
Anke Wielebski und Kevin Gröwig sind Experten in Sachen Heimatgeschichte. FOTO: wolfgang kaiser
Gemeinde Grefrath. Im Freilichtmuseum sollen die Besucher die Vergangenheit hautnah erleben. Es gibt die verschiedensten Angebote. Bei einer Wetterführung etwa kann man Bauernregeln genauer unter die Lupe nehmen. Von Bianca Treffer

Eine Ausstellung. in der man sich verkleiden und zwischen Figuren für Fotos posieren kann. In der es möglich ist, sich als komplette Familie interaktiv zu beteiligen und bei der auch Hören zu den Sinneserfahrungen gehört - wer die aktuelle Sonderausstellung im Niederrheinischen Freilichtmuseum betritt, der erlebt Geschichte nicht nur anhand von Informationstafeln und Exponaten.

In den "Niederrheinischen Ge(h)schichten" dreht sich alles ums Wandern, Laufen und Marschieren. "Wir möchten Geschichte genauso lebendig vermitteln wie sie auch ist", sagt Museumsleiterin Anke Wielebski. Diese Aussage trifft nicht nur auf die Ausstellung zu, sondern auf das gesamte Freilichtmuseum. Geschichte soll hier nicht einfach nur begriffen werden im Sinne von verstehen. Vielmehr sollen die Besucher mit Hilfe von Ausstellungsstücken mit allen Sinnen begreifen und dafür lassen sich die Museumsmitarbeiter einiges einfallen. Das spiegelt sich allein Jahr für Jahr im Jahresprogramm wider.

Der Veranstaltungskalender ist gut gefüllt mit Angeboten für jedes Alter und aus den unterschiedlichen Themenbereichen. Da kommen Interessenten für Aberglauben und dunkle Gestalten genauso auf ihre Kosten wie diejenigen, die schon immer einmal Brot auf althergebrachte Art und Weise backen wollten. Ostereierfärben mit den Farben der Natur, eine Wildkräutersuppe über dem offenen Feuer kochen, sich auf den Spuren des Buchdruckes bewegen oder in die Geschichte des Kasper-Theaters eintauchen, die Vergangenheit erhält im Freilichtmuseum ein besonderes Gesicht hinterher.

"Geschichte ist mehr als das, was wir in den Akten finden. Sie ist von Menschen gemacht. Sie war mal Gegenwart, und genau das möchten wir rüberbringen", sagt Museumspädagoge Kevin Gröwig. Dabei kommt es immer auf die Art der Vermittlung an. Es sei die größte Herausforderung, die Besucher zu begeistern, fügt Gröwig an. Die Form des Frontalunterrichts gehört der Vergangenheit an. Die Besucher am Programm teilnehmen und interaktive Führungen erleben lassen, ist angesagt. Ein Besucher, der selber bei der Butterherstellung mitgemacht hat, vergisst das weniger schnell, als wenn die Abläufe einfach nur erklärt werden.

Sehen und erleben, wie etwas funktioniert hat eine andere Wertigkeit. "Wir versuchen die Besucher zu packen und Geschichte anfassbar zu machen", sagt Gröwig. Wer die Wetterführung mitmacht, bei der alte Bauernregeln unter die Lupe genommen werden, der lernt nicht nur, indem er oder sie an Lösungen mitarbeitet, sondern hat auch jede Menge Spaß. "Unser Vorteil ist natürlich das Gelände an sich. Die Atmosphäre, die hier herrscht, gibt unendliche viele Möglichkeiten an Dinge heranzutreten und die Besucher mit in die Geschichte zunehmen", sagt Wielebski.

Das Guckloch in einer Ausstellung, das Einbringen von eigenen Geschichten des Niederrheins in die große Zeitreise, die Möglichkeit, Geschichte auch mal anzufassen, an Dinge des Alltags anknüpfen - mit vielen verschiedenen Elementen sorgt das Niederrheinische Freilichtmuseum dafür, dass Geschichtswissen unterhaltsam und einprägsam vermittelt wird. "Wir nutzen Plattformen, mit deren Hilfe der Besucher unbewusst etwas lernt", bemerkt Gröwig. Und genau das ist die Kunst. Diese Museumsarbeit in all ihren Facetten bereitet Wielebski und Gröwig sowie dem gesamten Team jede Menge Spaß. Wichtig ist es ihnen dabei, dass immer neue Ideen ausgearbeitet werden.

Wenn es dann bei den Besuchern zu Aha-Effekten kommt und jeder etwas Wissen mit nach Hause nimmt, lebt Geschichte weiter und wird nicht vergessen.

Quelle: RP
 
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