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Stadt Kempen
Ein Ausflug in die Chemieindustrie

Stadt Kempen: Ein Ausflug in die Chemieindustrie
Unter Anleitung von Frank Krupka beschichten Neuntklässlerinnen des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums Leiterplatten. Es ist offensichtlich, dass sie viel Spaß dabei haben. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Knapp 20 Mädchen des LvD-Gymnasiums erkundeten gestern bei den Lackwerken Peters eine eher männertypische Welt. Sie machten eine Betriebsbesichtigung und beschichteten Leiterplatten. Von Heiner Deckers

Gestern war Girl's Day angesagt - Mädchen hatten in verschiedenen Betrieben die Gelegenheit, in typische Männerberufe hineinzuschnuppern. Knapp 20 Neuntklässlerinnen des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums machten das bei den Lackwerken Peters am Hooghe Weg. Das Unternehmen und die Schule feierten im Oktober ihre 15-jährige Partnerschaft, die nach wie vor bestens funktioniert.

Am Anfang stand gestern eine Betriebsbesichtigung, damit die Jugendlichen eine Ahnung davon bekommen, was bei Peters überhaupt so produziert wird. Die Mädchen konnten verfolgen, wie Speziallacke für die Industrie gemischt, abgefüllt und versandfertig gemacht werden. Die meisten der Abläufe sind längst automatisiert, bei kleineren Menge jedoch legen die Mitarbeiter noch selber Hand an.

Anschließend stand Theorie auf dem Programm, da ging es unter anderem um die Messung von Temperatur und Abluftstärke. Die Mädchen waren durchaus interessiert am Thema, die Teilnahme am Girl's Day war schließlich freiwillig. Keiner wurde gezwungen, sich auf chemisches Gebiet zu begeben. Die anderen hatten gestern vollkommen normalen Unterricht.

Nach der Theorie ging es mit Kittel und Schutzbrille ab ins Labor. Dort wurde es spürbar munter, als die gut gelaunten Jugendlichen Einzug hielten. Der Geruch war im ersten moment ein wenig gewöhnungsbedürftig, schon bald aber kein Thema mehr. Unter der Leitung von Frank Krupka ging es darum, Leiterplatten mit einem bei Peters produzierten Speziallack zu beschichten. Dies Platten werden in allen Bereichen der Industrie benötigt. Zu den Kunden der Kempener Lackwerke gehören Hewlett Packard, Volkswagen und sogar die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa.

Jede der Neuntklässlerinnen bekam ihre ganz persönliche Leiterplatte, für alle ein Erstkontakt mit diesem zunächst einmal seltsamen Objekt. Leiterplatten spielen im Freizeitverhalten Heranwachsender eben eine eher untergeordnete Rolle.

Wobei sie das eine oder andere Mädchen durchaus für den nach wie vor eher männertypischen Bereich interessiert. Lea beispielsweise hat fest vor, nach dem Abitur ein Studium im naturwissenschaftlichen Bereich zu machen: "Ich habe technische Grundinteressen", sagt sie. Janina ist sogar noch konkreter, sie sieht ihren beruflichen Werdegang in der Chemietechnik und ist damit bei Peters schon einmal genau richtig.

Bei der Beschichtung der Platten waren die ersten Mädchen, die an der Reihe waren, noch etwas zurückhaltend. Die anfängliche Unsicherheit schwand aber schnell, einige hantierten mit dem Lack, als zähle das zu ihrer täglichen Routine. Ihre Leiterplatte konnten die Schülerinnen am Ende das Tages als Trophäe mit nach Hause nehmen.

Organisiert wird der Girl's Day bei den Lackwerken Peters von den Auszubildenden im zweiten Lehrjahr, und zwar ohne Hilfe der Geschäftsführung. Die Mädchen müssen eingeladen und über die Inhaltes des Tages informiert werden, auch innerhalb des Betriebs muss allerlei vorbereitet werden. Das lag in diesem Jahr in den Händen von Pascal Regnery, der in einem kurzen Fazit sagte: "Der Ablauf ist zwar immer gleich, trotzdem bleibt genug zu tun."

Quelle: RP
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