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Kreis Viersen
Ein Blick in die Arbeitswelt der Zukunft

Kreis Viersen: Ein Blick in die Arbeitswelt der Zukunft
Dirk Strangfeld leitet die Agentur für Arbeit. FOTO: aa
Kreis Viersen. Lebenslange Aus- und Weiterbildung wird in den meisten Berufen immer wichtiger.

Die Arbeitswelt sei im Wandel begriffen. Die Vorzeichen seien, so gestern die Agentur für Arbeit Krefeld-Kreis Viersen, nicht zu übersehen: Das Risiko, arbeitslos zu werden und zu bleiben, sei ohne abgeschlossene Ausbildung etwa vier Mal höher als bei ausgebildeten Fachkräften. Zwei Drittel der Stellenangebote von Arbeitgebern in der Region sprechen die Ebene der Fachkräfte an. Hinzu komme, dass in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt die kontinuierliche Qualifizierung während des Erwerbslebens einen hohen Stellenwert erhält.

Alle drei bis fünf Jahre ändern sich die Berufsbilder - zum Teil grundlegend. Hinzu kommt, dass die digitale Transformation sich zunehmend auf die Berufsinhalte und Prozesse in den Unternehmen auswirkt. "Von daher gewinnt der Umgang digitaler Anwendungen in der Arbeitswelt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer mehr an Bedeutung", beschreibt Dirk Strangfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, die sich abzeichnende Entwicklung.

Vor allem Berufe in der industriellen Produktion, insbesondere in Fertigungsberufen, weisen ein hohes Substituierungspotenzial aus. Berufe, in denen der technische Fortschritt wohl eher nicht zum Zug kommen wird, sind in der Regel Dienstleistungsberufe in Bereichen wie Verkehr, Reinigung, Medizin und Pflege. Nach einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist zwar davon auszugehen, dass in der Zukunft wenige Berufe komplett ersetzbar sein werden. Innerhalb eines Berufes wird es aber mehr oder weniger viele Tätigkeiten geben, die im Zuge der Digitalisierung nicht mehr in der bisherigen Form von Menschen ausgeführt werden.

"In Bezug auf das Anforderungsniveau der Tätigkeiten sehen wir, dass Expertenberufe weitgehend erhalten bleiben, während Tätigkeiten im Helfer- und Fachkraftbereich höhere Substituierungspotenziale aufweisen. Um den Herausforderungen der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt zu begegnen, werden lebenslanges Lernen und betriebsnahe Aus- und Weiterbildungsangebote immer bedeutender. Die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern gilt als der derzeit wichtigste Trend im Personalwesen. Vorgezeichneter Berufsweg, Arbeitsplatz auf Lebenszeit - das war einmal. Im gleichen Maß, wie Unternehmen immer kurzfristiger auf Veränderungen am Markt reagieren müssen, sind Arbeitnehmer gezwungen, ihre Flexibilität zu erhöhen, um in der Arbeitswelt zu bestehen", so Strangfeld. Die Agentur ermöglicht insbesondere Personen mit geringer Qualifikation den Erwerb anerkannter Berufsabschlüsse oder auch von Teilqualifikationen, dies auch während der Beschäftigung. Fragen zu den Fördervoraussetzungen, den finanziellen Leistungen und zu den Bildungsangeboten in der Region beantworten die Arbeitsvermittle im unter den kostenfreien Nummern der Arbeitsagentur (0800 4 5555 20 für Arbeitgeber und 0800 4 5555 00 für Arbeitnehmer).

(hd)
 
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