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Stadt Kempen
Ein Fackelmeer in der Altstadt

Stadt Kempen: Ein Fackelmeer in der Altstadt
Schülerinnen der Fackel-AG des Thomaeums waren mit ihren Kunstwerken beim Martinszug gestern Abend durch die Kempener Altstadt ein besonderer Hingucker. Während des Zugs blieb es weitgehend trocken, erst gegen Ende setzte Regen ein. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Gestern Abend zogen wieder einige Tausend Kinder mit ihren selbst gebastelten Fackeln durch die Kempener Altstadt. Tausende Zuschauer verfolgten den St.-Martinszug von ihren Wohnungen oder vom Straßenrand aus. Es war ein prächtiges Bild. Von Bianca Treffer

Es sieht mystisch aus. Lange schmale Beine, an denen es in unterschiedlichen Farben leuchtet, tragen einen hell erleuchteten Vogelkörper mit einem ebenfalls strahlenden Schnabel durch die Stadt. Wie von Geisterhand scheinen die Vögel, die an Kiwis erinnern, durch die Straßen zu schweben, doch der Schein trügt. In ihnen stecken dunkel gekleidete Schüler des Thomaeums, die das präsentieren, was in monatelanger Arbeit in der schuleigenen Fackel-AG entstanden ist. Aber nicht nur hier waren die Schüler der Kempener Schulen sowie der Umgebung fleißig. Beim St.-Martinszug durch die Kempener Innenstadt konnten die Besucher wieder einmal staunen. "Ich sehe mir den Zug seit etlichen Jahren immer an und bin jedes Mal wieder aufs Neue überrascht, was man hier an Fackeln zu sehen bekommt. Die Atmosphäre ist einfach einmalig", meint Marlies Stenden, die eigens aus Kerken angereist ist.

Schüler der Mülhausener Liebfrauenschule haben sich die Martinsszene als Vorlage genommen. Die Mantelteilung ziert die beiden Längsseiten. Auf der einen Front sind der reitende St. Martin und der Bettler zu sehen. Auf der anderen Seite ist es der Heilige auf seinem Pferd samt der berühmten Gänse. "Das war schon viel Arbeit. In den Herbstferien habe ich angefangen mit dem Ausschneiden. Mit dem Transparentpapier hat meine Mutter dann ein bisschen geholfen", berichtet der elfjährige Noah, der sein Kunstwerk vorsichtig vor sich herträgt.

Liebevoll gestaltete Eulen und Fische halten die Schüler der Gereonschule in den Händen, während sich bei der Astrid-Lindgren-Grundschule das Motto "Alle Kinder dieser Welt" in Form von Weltkugeln und Kindern, die sich an den Händen halten, widerspiegelt. Der Fackel-Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Knallgrüne Marsmenschen, golden glitzernde Kronen, bunte Schultüten, witzige Ufos, farbenprächtige Blumen, kleine Gespenster, glitzernde Sternbilder, gigantische Raketen, venezianische Masken, lachende Mainzelmännchen - zu sehen gibt es reichlich. Wobei so mancher sein Kunstwerk vorsorglich in Plastikfolie gewickelt hat, falls es regnen sollte. "Das war soviel Arbeit und es gab sogar wunde Finger. Das soll noch ein bisschen länger halten", berichtet Emma. Die bunte Blume, die die Elfjährige trägt, besteht dabei aus einem Grundgestell aus Draht und ist mit etlichen Lagen Transparentpapier ummantel und farblich gestaltet. Dicht an dicht stehen die Besucher entlang der mit unzähligen Laternen, Kerzen und Lichterketten geschmückten Häuser. Auch bei den kleinen Zugbesuchern leuchten die Fackeln an Kinderwagen und in Kinderhänden. "Ich habe zusammen mit meinem Papa gebaut", erzählt Nick. Dabei blickt der Sechsjährige seine niedliche Gespensterfackel voller Stolz an.

Tausende Kinderstimmen, begleitet von den Musikgruppen, lassen die bekannten Martinslieder erklingen. Und so mancher Zuschauer am Straßenrand singt fleißig mit. Der Duft von Glühwein und Püfferchen liegt in der Luft, während St. Martin mit seinen Herolden den Lichterzug anführt, das Ziel Buttermarkt vor Augen, denn hier steht Martinsszene vor dem lodernden Feuer an. So mancher Blick aus den Kinderaugen fällt hier in Richtung Rathaus. Im Foyer stapeln sich nämlich die "Bloese", die es zum Abschluss gibt. Besonderer Höhepunkt ist wieder das Feuerwerk an der Burg. Kleine und große Besucher schauen mit begeisterten Gesichtern in den Nachthimmel, von dem der strahlende Sternregen fällt.

Quelle: RP
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