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Menschen in Grefrath
Ein Falkner im Schwingbodenpark

Kempen. Stefano Poletti war schon immer sehr vertraut mit der Natur. Von Manfred Baum

Grefrath Die Demut vor der Kreatur ist die oberste Maximen der Falknerei. Da ist es nur allzu verständlich, dass der Grefrather Falkner Stefano Poletti (52) die Falknerei nicht als sein Hobby, sondern als seinen Auftrag ansieht. "Ich will sein Jagdkumpan sein", sagt er. Rasch haben sich Passanten an seine Fersen geheftet, die den jungen sechs Monate alten Habicht einmal aus der Nähe sehen und erleben möchten. Poletti stammt aus Westfalen, hat eine deutsche Mutter und einen italienischen Vater. Er ist in Wachtendonk als Physiotherapeut tätig und lebt seit 15 Jahren in Grefrath. 2009 hat er den allgemeinen Jagdschein erworben und seit fünf Jahren ist er im Besitz des Falknerjagdscheines. "Mein deutscher Großvater hat die Grundlagen gelegt", berichtet Poletti. Der war nämlich aktiver Jäger.

Poletti selbst war seit frühester Jugend an der Natur und Tierwelt, aber auch an der Jagd interessiert. Sein Blick auf die Falknerei macht deutlich, dass er sich mit der Thematik intensiv und lange auseinander gesetzt hat. Das Besondere an der Falknerei beschreibt er wie folgt: "Ich trete als Falkner ein in einen Kreis, der von langer Tradition geprägt ist." Anders als der Jäger verzichtet der Falkner auf Waffen. Die Greifvogelhaltung in Menschenhand ist genauso alt wie die Beizjagd, nämlich rund 4000 Jahre. Die Ausbildung des Habichts von Stefano Poletti dauert rund ein Vierteljahr. "Ich muss als Falkner seine Körpersprache lernen", sagt Poletti. So habe er sich immer wieder in die große Volière des Habichts gesetzt, um ein gewisses Vertrauen aufzubauen. Mit Erfolg: Er kann das Federkleid des Habicht streicheln und legt seinen Kopf an das Gefieder. Auf der Schulwiese fliegt der Habicht noch an einer langen Leine. Es ist ja Ausbildungszeit. Gleichwohl stellt dies kein Problem dar, denn er fliegt auf die Faust Polettis. Der Habicht hat selbstverständlich längst mitbekommen, dass da auf ihn sein Futter wartet. Das können mal Tauben sein, oder andere Tiere.

Die Jagdzeiten für die Falkner sind im Landesjagdgesetz geregelt. Falkner dürfen dann auch in befriedeten Bezirken in Absprache mit dem Grundstückseigentümer tätig sein. Poletti bezeichnet es als eine Kunst, mit Vögeln zu jagen. Sein Habicht, der noch keinen Namen hatte, kann durchaus 20 Jahre alt werden.

Fasziniert waren die Besucher, darunter auch Kinder und Jugendliche von der eleganten Art des Habichts, durch die Grefrather Lüfte zu fliegen. So ist der Schwingbodenpark jetzt um eine Attraktion reicher geworden. Der Habicht wird übrigens im Laufe der kommenden Monate sein Federkleid farblich noch verändern.

Quelle: RP
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