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Gemeinde Grefrath
Ein halbes Jahrhundert befreundet

Gemeinde Grefrath. Grefrath und Frévent blicken auf 50 gemeinsame Jahre zurück. Der Partnerschaftsvertrag wurde 1966 in beiden Kommunen unterzeichnet. Vor 20 Jahren kam Gerbstedt hinzu. Ratsherr Max Titulaer ist Motor der Freundschaft. Von Manfred Baum

Die Freundschaft zwischen den beiden Kommunen Frévent in Frankreich und Grefrath in Deutschland und inzwischen auch Gerbstedt in Sachsen-Anhalt ist eine besondere Freundschaft. Sie wird jetzt 50 Jahre alt.

Im April des Jahres 1964 reisten erstmals Kreisdirektor Walter Böttges und Gemeindedirektor Dr. Josef Müllenbusch nach Frévent und trafen unter anderem auf Vertreter der Stadt. Mit gemischten Gefühlen hatten sie sich auf die, für die beiden Gemeinden "geschichtsträchtige Reise" begeben. Was heute eine Selbstverständlichkeit ist, sah damals wahrlich anders aus. Frévent hatte wesentlich mehr gelitten als Grefrath, unter anderem durch eine jahrelange Besatzung.

Vom ersten Tag an war es eine ganz herzliche und aufgeschlossene Freundschaft. Die Partnerschaft Grefrath-Frévent gehörte zu den ersten Versuchen in Deutschland, die deutsch-französische Versöhnung und Verständigung zu untermauern. Inzwischen war auch in Grefrath Willi Lommetz Bürgermeister in Grefrath geworden. In Frévent war es mit Dr. Pierre Cuallacci ein temperamentvoller Korse. Vieles, ja fast alles war Neuland für die Gemeinde Grefrath. Die sprachlichen Schwierigkeiten waren deutlich vorhanden. Sprachkurse wurden in der Volkshochschule angeboten. Die ersten Jugendgruppen wurden im Jahr 1965 ausgetauscht. In den ersten zehn Jahren nahmen über 500 Jugendliche aus Frévent und Grefrath und über 70 Betreuer aus beiden Kommunen am Austausch teil. Es sollten noch viele Vereine folgen, nach der kommunalen Neugliederung im Jahr 1970 auch aus Oedt.

Die offiziellen Partnerschaftsveranstaltungen fanden vor genau 50 Jahren, zu Ostern 1966 in Frévent und zu Pfingsten 1966 in Grefrath statt. Den Weg dazu geebnet hatte die Jugend aus Frévent und Grefrath. Partnerschaftsurkunden wurden damals ausgetauscht und es gab ein "Gelöbnis der Freundschaft." Ebenso wurde alsbald der "Verein der Freunde von Frévent" ins Leben gerufen. Der Verein, zu dem Gerbstedt vor 20 Jahrend hinzu kam. Damals war Gerta Offergeld, die Vorsitzende des Verein der Freunde von Frévent. Sie war SPD-Ratsfrau aus Oedt und ist später nach Frankreich gezogen. In Frévent haben auch junge Menschen aus Grefrath geheiratet. Dabei gab es erstmals einen ökumenischen Gottesdienst mit der Beteiligung der katholischen (aus Frévent) und der evangelischen Geistlichkeit aus Grefrath.

Als die Freundschaft mit Frévent begann gab es noch keine Autobahn (E 3). So dauerte die Busfahrt zwei Stunden länger, als heutzutage. Die erste geschlossene Gruppe von Bürgern, die Frévent besuchte, war im Jahr 1971 die Oedter Sängervereinigung 1900/11. Unvergessen war sicherlich auch die Fahrt von Jupp Verlinden (früherer Dirigent des Grefrather Musikverein), der ein "Schwanenpärchen" aus dem Dorenburgweiher nach Frévent brachte. Später stellte sich jedoch heraus, dass es doch kein Pärchen war. Bürgermeister Dr. Roger Pruvost nahm sogar mal an einer Jagd in Grefrath teil, nach Ablegung der Jagdprüfung.

Seit vielen Jahren führt heute Max Titulaer, CDU-Ratsherr aus Oedt, den Verein der Freunde von Frévent und Gerbstedt mit großem Einsatz. Inzwischen haben sich die Besuche untereinander zu Pfingsten, jeweils den Ort wechselnd etabliert. Die Partnerschaft ist gefestigt und wird lebendig gehalten, wenn es auch heute die Fahrten von anderen Vereinen kaum noch gibt.

Quelle: RP
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