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Stadt Kempen
Ein Manager für den Klimaschutz

Stadt Kempen: Ein Manager für den Klimaschutz
Dächer und Fassaden des Kempener Rathauses müssten unter Energie- und Umweltschutzgesichtspunkten saniert werden. Angesichts der hohen Kosten wird dies aber zunächst zurückgestellt. Andere Gebäude haben Priorität. FOTO: Finger
Stadt Kempen. Die Stadt Kempen will eine neue Stelle in der Bauverwaltung einrichten. Dort soll das Management der städtischen Gebäude mit Blick auf die Energieeffizienz und den Klimaschutz angesiedelt werden. Von Andreas Reiners

Es ist nur ein kleiner Baustein und wird wohl erst langfristig Früchte tragen. Aber es ist besser, aktiv zu werden, als weiterhin die Hände in den Schoß zu legen und zuzusehen, wie Energie unnötig vergeudet und die Umwelt geschädigt wird. So könnte man die einstimmige Entscheidung des Ausschusses für Planung, Umwelt und Klimaschutz in dessen Sitzung am Montagabend im Kempener Rathaus bewerten, in der Stadtverwaltung eine Stelle fürs städtische Klimaschutzmanagement anzusiedeln. Die Diskussionen um das so genannte Klimaschutz-Teilkonzept für die städtische Liegenschaften reichen weit in die Vergangenheit zurück. An Fahrt nahm die Debatte in den politischen Gremien aber erst auf, als klar war, dass man mit Hilfe von Fördergeldern sowohl konzeptionell als auch personell für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz bei den städtischen Gebäuden sorgen kann.

Anfang 2014 hatte die Politik beschlossen, die städtischen Gebäude unter den Gesichtspunkten Energiekosten und Umweltbelastung genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Stadt beauftragte darauf hin das Aachener Ingenieurbüro Adapton mit der Erarbeitung eine Klimaschutz-Teilkonzeptes für die städtischen Gebäude. Im September 2014 gab Diplom-Ingenieur Markus Leyendecker vom Büro Adapton einen ersten Zwischenbericht ab. Schon damals war klar: Will die Stadt ihre Gebäude - Schulen, Kindergärten, Sporthallen, Verwaltungsgebäude oder das Rathaus am Buttermarkt - unter Klimaschutzgesichtspunkten ertüchtigen, wird dies viel Geld kosten. Vor Jahren waren mit Mitteln des damaligen Konjunkturpakets des Bundes einige städtische Gebäude bereits saniert worden - mit erheblichen Summen.

Seit Montagabend steht fest, dass die Politik gemeinsam mit der städtischen Bauverwaltung das Thema -losgelöst von der Kostenseite - nun systematisch angehen will. Der Ausschuss entschied, einen städtischen Klimaschutzmanager zu engagieren. Der soll anhand von Ergebnissen der nun vorliegenden Studie der Fachfirma Adapton die städtischen Gebäude auf ihren Energie- und Wasserverbrauch sowie den schädlichen CO2-Ausstoß untersuchen und dies bei anstehenden Sanierungen im Blick haben.

Der Gutachter hat 34 von insgesamt 110 Gebäuden im Besitz der Stadt untersucht. Sie stammen weitgehend aus den 1960er- und 1970er- Jahren. Damals spielten Energieverbrauch oder Klimaschutz noch nicht die Rolle wie heutzutage. Mehrfachverglaste Fenster, gedämmte Fassaden und Dächer oder sparsame Heizungsanlagen haben die wenigstens der städtischen Gebäude. Besonders hoch würden die Investitionen im städtischen Rathaus sein. Deshalb ist es bei der ersten Analyse zunächst bewusst ausgeklammert worden. Der Gutachter hat einen Maßnahmenkatalog erstellt, bei dem sich mit Investitionen von rund 1,6 Millionen Euro die städtischen Energiekosten um etwa 64 000 Euro pro Jahr und die CO2-Emissionen um etwa 200 Tonnen pro Jahr reduzieren ließen. Für den städtischen Klimaschutzmanager ist zunächst eine halbe Stelle begrenzt auf zwei Jahre vorgesehen. Die Stadt kann 65 Prozent der Personalkosten von 72 000 Euro aus Bundesmitteln erhalten.

Mit dem Klimaschutzkonzept will die Stadt auch eine Vorbildfunktion für private Hausbesitzer oder Unternehmen übernehmen. Den Grünen geht das Konzept nicht weit genug. Sie fordern seit Jahren ein Gesamtkonzept, das auch Privathäuser oder Firmengebäude einbezieht.

Quelle: RP
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