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Stadt Kempen
Ein neuer Engel vom Niederrhein

Stadt Kempen. Für die RP-Weihnachtsausgabe entwarf Jürgen Pankarz aus St. Hubert einen Engel - wieder ein typischer Pankarz. Von Heribert Brinkmann

Jürgen Pankarz ist bekannt als der "Männekenmaler", der die niederrheinischen Figuren des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch bildnerisch zum Leben erweckt hat. "Einen Engel wollen Sie haben", fragt Pankarz neugierig. Der Illustrator, den man sich sehr gut selber als Weihnachtsmann vorstellen kann, hat in seinem Berufsleben schon jede Menge Engel entworfen. So geht er zielsicher an seinen großen Grafik-Schrank und öffnet eine Schublade. Schnell findet er etliche Belege von Engeln, die er bereits aufs Papier gebracht hat und die seitdem in Backbüchern, Kinderheften und Prospekten herumschwirren.

"Wie stellen Sie sich den Engel denn vor?" Jetzt geht es ans Eingemachte. Die zahlreichen Engel aus der Werkstatt von Jürgen "Moses" Pankarz werden gesichtet. In der Mehrzahl sind es Kinder-Engel, Kinder in Engelsgestalt. Ha, da hat wohl der liebe Großvater an seine Enkelkinder gedacht. Pankarz fängt auf einem Zeichenblock zu skizzieren an. Das Gesicht ist schnell angedeutet - "Punkt, Punkt, Komma, Strich" ist hier mal wirklich die Devise - dann kommen die Haare dran. "Ich hol mir mal einen härteren Bleistift", sagt der Zeichner. Denn er sitzt mit dem Besucher am Wohnzimmertisch und nicht an seinem Arbeitsplatz. Nein, für unser Weihnachtsthema "Engel des Alltags" brauchen wir einen ausgewachsenen Engel, keine Kinderfigur. Schnell verändern sich Gesicht und Frisur. Lieber Locken oder glatte Haare? Lieber ein Rauscheengel oder normale Frisur? Mit Stirnband, Stern oder nicht? Blond oder doch lieber brünett?

Mit unglaublicher Schnelligkeit entwirft Pankarz Blatt für Blatt einen ganzen Engelschor. Wir kommen der Sache immer näher. Ja, Kerze ist besser als ausgebreitete Arme. Das sieht zu sehr nach Beten aus. Wie die Entwurfsreihe letztendlich ausgegangen ist, verraten wir jetzt aber noch nicht. Das fertige Ergebnis präsentieren wir erst in unserer Heiligabend-Ausgabe am 24. Dezember und wir sind uns sicher, dass diese kleine Bescherung gut ankommt. Denn der Engel ist wieder ein echter Pankarz geworden. Jürgen Pankarz hat es sehr viel Spaß gemacht. Wir sagen herzlichen Dank, dass er sich auf diese Geschichte eingelassen hat.

Moses wird Jürgen Pankarz seit seiner Jugend genannt. In der Schule hatte er von Charlton Heston geschwärmt, der 1956 im Film "Die zehn Gebote" den Moses spielte. Ganz im Gegenteil zu diesem Monumentalfilm aus Hollywood bevorzugt Pankarz den feinen Strich und den leisen Humor. Genauso, wie er den Spitznamen Moses aus der Schulzeit übernahm, so liebt er auch das Etikett "Männeken-Maler". In seinem Garten führt er gern zu einer Stele, in der folgender Spruch eingraviert ist: "Gott schuf die Welt und Moses die Männeken." Der Kempener Steinmetz und Bildhauer Manfred Messing hat die Stele geschaffen. Messing und Pankarz haben die Gedenkstele auf dem Hauptfriedhof Moers für den im Jahre 2005 verstorbenen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch entworfen, 2007 dann auch für eine 2,40 Meter hohe Stele zusammengearbeitet, die in der Moerser Altstadt an Hüsch erinnern soll. Hüsch und Pankarz waren eng befreundet. Hüsch war vielfach in St. Hubert zu Gast. Pankarz hat über viele Jahre Bücher und Plakate zu den Hüsch-Programmen gestaltet: Hüsch als Hagenbuch, als Gärtner, als Entrückter mit Heiligenschein, als Kind mit Piepe und Radreife - und als schwarzes Schaf vom Niederrhein.

Quelle: RP
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