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Stadt Kempen
Ein neuer Pfarrer für das Berufskolleg

Stadt Kempen: Ein neuer Pfarrer für das Berufskolleg
Bei der offiziellen Einführung des neuen Berufsschulpfarrers (v.l.): Burkhard Kamphausen, Hans Kettler, Michael Brzylski und Roland Kühne. FOTO: achim hüskes
Stadt Kempen. Michael Brzylski wurde offiziell in sein Amt als Berufsschulpfarrer eingeführt. Er setzt auf Austausch, um auch die Gedanken der anderen verstehen zu können. Er ist froh, wieder in seinem Beruf arbeiten zu können. Von Silvia Ruf-Stanley

Seit Februar ist er schon im Amt, aber erst jetzt wurde der evangelische Pfarrer Michael Brzylski offiziell in der Thomaskirche als neuer Berufsschulpfarrer eingeführt. Gemeinsam mit Pfarrer Roland Kühne betreut er künftig den Religionsunterricht im Rhein-Maas-Berufskolleg. Brzylski wurde sowohl vom stellvertretenden Schulleiter Hans Kettler als auch von Pfarrer Kühne und dem Superintendenten des Kirchenkreises Krefeld-Viersen, Burkhard Kamphausen, begrüßt. Es ist die 13. Pfarrerstelle im Kirchenkreis. Zur Einführung waren auch viele Schüler und Lehrerkollegen gekommen.

Kettler freute sich, dass es, obwohl das Fach Religion nicht jeden der jungen Schüler anspricht, kaum Abmeldungen vom Unterricht gibt. Das liege vielleicht daran, dass gerade in den heutigen Zeiten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen Lebensperspektiven und Orientierungshilfen suchten. Er betonte, dass man nur, wenn man die Grundlagen der eigenen und fremder Religionen kennen würde, Verständnis füreinander entwickeln könnte.

Einen schönen Vergleich hatte Kamphausen mit dem Bibeltext über das kleine Senfkorn, das zur großen schutzgebenden Pflanze heranwächst, ausgewählt. Warum gehöre Religion in die Schule, fragte er. Wie Kettler betonte er die religiösen Werte als Potenzial für eine friedliche Welt gegen jeden Fundamentalismus. Im Laufe der Geschichte hätten die Religionen gelernt, zunächst nebeneinander zu leben und heutzutage, miteinander umzugehen. Dieser Weg sei aber noch nicht zu Ende, sagte er im Bezug auf aktuelle Ereignisse. Letztendlich trage Religion auch zum Frieden in der Schule bei. Brzylski gab er mit auf den Weg: "Sie haben Ihren Platz gefunden, nehmen Sie ihn als Perspektive." "Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken" zitierte Brzyski in seiner Predigt einen Text des Propheten. Das sei eine Erfahrung, die er im Leben häufig gemacht habe. Freundlich wandte er sich dabei an seine Eltern, die auch zur Einführung gekommen waren. Diese hätten sich das oft sicherlich anders gewünscht. Aber das Leben bestehe aus Gedankenaustausch und der Bereitschaft, sich auszusprechen und Kompromisse zu finden. Damit wären dann doch die Gedanken des anderen auf einmal die eigenen, weil man sie verstehen lernt. In diesem Sinne wünschte er sich mit Schülern und Kollegen einen regen Austausch. Er appellierte auch an alle, das durchaus auch einmal mit Konfrontation zu machen, wenn es schwierig sei, sich die Gedanken des Anderen zu eigen zu machen.

Brzylski wurde 1967 in Duisburg geboren. In der Gemeinde Wanheim engagierte er sich schon früh. Theologie studierte er in Bochum und Wuppertal. Zusätzlich zu seiner Ausbildung lernte er noch die Gebärdensprache und war nach seinem Vikariat als Gehörlosenseelsorger tätig. Da es nach seinem Probedienst zu wenig Pfarrerstellen gab, war er zunächst als Lehrer in Neukirchen-Vluyn und Rheinberg tätig. Dafür erwarb er Zusatzqualifikationen im Bereich Pädagogik und Mathematik. Nachdem nun wieder Pfarrerstellen frei wurden, bewarb er sich für die Stelle im Berufskolleg. Hier kann er natürlich auch seine Erfahrungen als Lehrer einbringen. "Ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig", sagt er dazu, dass er wieder als Pfarrer arbeiten kann.

Quelle: RP
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