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Kempen
Ein Open-Air-Kino für den Hohen Busch?

Kempen. Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob man im Sommer am Stadion ein Kino einrichten kann. Dafür gab der Kulturausschuss grünes Licht. Von Birgitta Ronge

Die CDU-Fraktion und die Junge Union in Viersen möchten die Stadtverwaltung prüfen lassen, ob man im Sommer am Hohen Busch ein Open-Air-Kino einrichten könnte. Dazu stellte die CDU einen entsprechenden Antrag, über den jetzt im Kultur- und Partnerschaftsausschuss der Stadt gesprochen wurde.

Die Christdemokraten hatten in ihrem Antrag ausgeführt, dass es in den vergangenen Jahren nicht gelungen sei, für das Kino im Rathausmarkt einen neuen Investor zu finden. Viersener seien daher gezwungen, in die Nachbarstädte zu fahren, um aktuelle Filme sehen zu können - Kinos gibt es beispielsweise in Kempen und Kaldenkirchen, Mönchengladbach und Krefeld. Der Wunsch nach einem eigenen Kino in Viersen sei in der Bevölkerung sehr groß und könnte auch für die Einwohner der umliegenden Städte interessant sein, so lautet die Einschätzung der CDU.

Als Veranstaltungsort in Viersen empfehlen die Antragsteller die großen Flächen rund um das Stadion am Hohen Busch. Die vorhandenen Anlagen am Stadion, beispielsweise die Tribünen, böten ideale Voraussetzungen, um dort solche Veranstaltungen stattfinden zu lassen. Filmvorführungen im Sommer könnten, so die Hoffnung, das kulturelle Angebot in Viersen bereichern - und das auch für eine jüngere Zielgruppe, die nicht so mobil sei. Für Investoren und Veranstalter könne ein solches Projekt interessant sein, meint die Junge Union. Deswegen bat die CDU-Fraktion die Stadtverwaltung auch darum, mögliche Veranstalter früh in die Planung einzubinden.

Dem Antrag gaben die Ausschussmitglieder einstimmig statt, wenngleich auch Zweifel deutlich wurden, ob die Kino-Lücke in Viersen tatsächlich so groß ist wie angenommen. "Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Viersener ein Kino vermissen", gab Manuel García Limia (SPD) zu bedenken. Das Kino am Rathausmarkt, 2003 aufgegeben, sei auch deshalb geschlossen worden, weil die Viersener nicht hingingen. Der Betreiber hatte damals zur Schließung erklärt, dass die Besucherzahlen mit den laufenden Kosten nicht mehr Schritt gehalten hatten. Offenbar gingen Viersener lieber in den Nachbarstädten ins Kino.

Filmvorführungen gibt es in kleinerem Rahmen. So zeigt etwa der Verein Filmforum seit 2003 in der Stadtbibliothek am Rathausmarkt regelmäßig Filme, die als kulturell wertvoll gelten. In Süchteln bietet der Verein Königsburg 2.0 wieder Vorführungen in dem Gebäude an, in dem es bis 1972 ein Kino gab.

In vielen Städten werden im Sommer Filme unter freiem Himmel gezeigt. Mancherorts sind die Plätze überdacht, mancherorts ist die Umgebung besonders reizvoll. Open-Air-Kino gibt es beispielsweise an der Krefelder Rennbahn, im Landschaftspark in Duisburg oder an den Rheinterrassen in Düsseldorf. Auf diese Konkurrenz in anderen Städten wies auch Dr. Frank a Campo (FDP) hin.

Ein Programmkino sei mit einem Open-Air-Kino kaum vergleichbar, auch darauf wies García Limia im Kulturausschuss hin. Vorführungen unter freiem Himmel hätten Event-Charakter. Er glaube nicht, dass die Stadt das stemmen könne: Dafür brauche man jemanden, der die Reihe organisieren und damit Geld verdienen würde.

Quelle: RP
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