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Stadt Kempen
Ein Parforceritt durch die Welt der Musik

Stadt Kempen: Ein Parforceritt durch die Welt der Musik
Christoph Reuter beim Gastspiel am Flügel im St. Huberter Forum: Der Pianist begleitete schon den Kabarettisten Dr. Eckart von Hirschhausen auf dessen Tourneen, mittlerweile führt von Hirschhausen bei Reuters Programm Regie. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Der Musiker und Kabarettist Christoph Reuter begeisterte das Publikum im St. Huberter Forum. Von Silvia Ruf-Stanley

Einen Tausendsassa in Sachen Musik erlebten die Besucher jetzt im St. Huberter Forum. Christoph Reuter trat in der Kempener Kulturreihe "Comedy & Kabarett" den Beweis an: "Alle sind musikalisch - außer manche". Am Ende des Abends konnte sich jeder sicher sein, musikalisch zu sein.

Der Pianist ging dabei ausgesprochen überzeugend vor. Er sprang von Klassik zum Jazz, zur Popmusik oder auch zur Tanzmusik. Und weil er dem Publikum eine amüsante Lehrstunde versprochen hatte, würzte er das Ganze auch noch mit Geschichten rund um die Musik. Manch einer der Besucher mag sich gedacht haben, mit einem solchen Lehrer hätte man auch die Musikschule gerne fortgesetzt.

Die ganze Bandbreite der Musik gab es schon zu Beginn zu hören. Reuter machte sich einen Spaß daraus, das Publikum raten zu lassen, was er denn da auf dem Klavier gespielt hatte. Und siehe da, mit etwas Unterstützung durch den Pianisten klappte das auch. Dann ging es aber erst richtig los. Immer wieder musste das Publikum mitmachen. Schließlich wollte Reuter ja beweisen, dass alle musikalisch sind. Wer hätte schon gedacht, dass man in einem Stück von Debussy Vogelstimmen entdecken kann. Na, wer findet sie, so Reuters Frage. Und er schaffte es irgendwie, sogar "Alle Vögel sind schon da" zu verstecken. Und wo er einmal bei den Tieren war, erklärte er verblüffend den legendären Walgesang. Die Tiere würden so tiefe Töne ausstoßen, dass sie einmal rund um die Erde gingen und dann der Wal ausruhen kann, bis der Ton wieder angekommen sei. Und im Chansons "La Mer" würden sich tatsächlich "Wal-lieder" wie ein "Wal-Zer" verbergen.

Besonders hatte es Reuter der Erinnerungswert von Musik angetan. Und er probierte das gleich mit dem Publikum aus. Klar erkennt man viele Filmmusiken, aber Reuter bewies, dass dies schon nach ein paar Takten funktioniert. Und weil er am liebsten Jazz spielt, variierte er direkt das Kinderlied "Alle meine Entchen" - mal in arabischer Tonweise, dann asiatisch oder europäisch. Aber er konnte auch über die Ziffern einer Telefonnummer improvisieren und machte daraus auf Wunsch der Besitzerin einen Samba.

Dieser Mann spielte nicht nur auf dem Flügel, sondern auch mit der Sprache. Faszinierend war sein Lebenslauf des Herzschlages - nur mit ein paar Tasten angeschlagen. Vom Babygeschrei über die erste Liebe bis hin zum Altern war da alles drin. Genauso fest davon überzeugt war der Kabarettist, dass der Soundtrack fürs Leben zwischen dem zehnten und 25. Lebensjahr festgelegt wird. Hinreißend war sein Rolator-Rap.

Aber er konnte es auch leiser und ruhiger - zum Beispiel beim berühmten "Libertango" von Piazolla oder indem er seinem Publikum als Zugabe noch ein Schlaflied spielte. Diese Ruhepunkte im ansonsten vom Tempo beherrschten Abend waren sehr schön. Denn manchmal hatte man Mühe, diesem schnellen Künstler auf seinen musikalischen und textlichen Pfaden zu folgen.

Man merkte es Christoph Reuter deutlich an, dass er lange Zeit der Klavierbegleiter des Kabarettisten Dr. Eckart von Hirschhausen war. Der war sicherlich ein guter Lehrmeister. Und der zeichnete auch gemeinsam mit Dominik Wagner für die Regie verantwortlich.

Nächstes Kabarett im St. Huberter Forum: Montag, 14. Dezember, und Dienstag, 15. Dezember, gastiert jeweils um 20 Uhr Reiner Kröhnert mit "Mutti - Reloaded" - ein Programm voller Parodien, im Mittelpunkt steht Bundeskanzlerin Angela Merkel. Eintrittskarten gibt es beim Kulturforum Franziskanerkloster, Burgstraße 19, Telefon: 02152 917-264 oder E-Mail an: kartenverkauf@kempen.de.

Quelle: RP
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