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Gemeinde Grefrath
Ein Preis für engagierte Integrationsarbeit

Gemeinde Grefrath. Der Integrationspreis des Kreises Viersen stand in diesem Jahr unter dem Titel "Kinder und Jugendliche auf der Flucht". Von Bianca Treffer

Die Rührung war Erich Giebmanns anzusehen, als Kreissozialdezernent Ingo Schabrich ihm die Urkunde des Integrationspreises 2016 verlieh. Dem Geschäftsführer von Blau-Weiß Concordia Viersen fehlten die Worte, als er die Auszeichnung des ersten Preises in den Händen hielt. Und Worte findet der Viersener normalerweise immer, besonders wenn er sich für den Fußball einsetzt und ganz besonders für jugendliche Flüchtlinge. "Es sind die Menschen, die einfach etwas anfangen und erledigen aus Wertschätzung vor anderen Menschen. Erich Giebmanns ist einer davon. Er leistet viel Unterstützungsarbeit und nimmt sich der Dinge an", hob Schabrich in seiner Laudatio hervor. Am Mittwochabend wurde Giebmanns bei einer Feierstunde im Eingangsgebäude des Grefrather Freilichtmuseums mit dem Integrationspreis des Kreises Viersen ausgezeichnet.

Der Viersener kümmert sich um jugendliche Flüchtlinge aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Er integriert die jungen Menschen in den Fußballverein und sorgt für Spielerpässe. Das Engagement reicht aber auch weit über den Fußball hinaus. Ob Begleitung zur Ausländerbehörde, Vermittlung von Praktikumsstellen oder die Unterstützung in schulischen Dingen wie unter anderem die Möglichkeit der Teilnahme an einer Klassenfahrt - Giebmanns leistet Basisarbeit auf verschiedenen Ebenen.

Das gilt auch für Eckhard Klausmann, der als Drittplatzierter ebenfalls mit dem Integrationspreis ausgezeichnet wurde. "Wenn es mir gut geht, dann kann ich auch dafür sorgen, dass es anderen etwas besser geht." Diese Aussage ist ein Leitspruch des Oedters, der sich vor eineinhalb Jahren eher durch einen Zufall in die Flüchtlingsarbeit einbrachte. Klausmann organisierte damals einen Ausflug für die Kinder der Grefrather Tafel. Darunter waren auch Flüchtlingskinder.

Ihre besondere Lage motivierte Klausmann, an einer Sitzung des "Runden Tisches Asyl" in Grefrath teilzunehmen. Dort fasste er den Entschluss: "Schluss mit Quatschen, Selbermachen, Anpacken", beschrieb es Bernd Bedronka in seiner Laudatio. Der Oedter gründete die Gruppe "Zu Gast bei Freunden". Gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlern rief er einen Betreuungsdienst und den so genannten Kleinen Samstag ins Leben. Bei Letzterem handelt es sich um eine Betreuung von Flüchtlingskindern in Oedt. Betreuer spielen und basteln mit den Kindern, die dabei gleichzeitig Deutsch lernen. Ob die Verschönerung der Flüchtlingsunterkunft, das Begegnungsfest, die Nähstube, die Koordination von Deutschkursen oder die Fahrradaktion - Klausmann ist überall anzutreffen. "Eckhard Klausmann ist der Motor dieser Aktivitäten, manchmal auch die Zündkerze und der Treibstoff, immer der mitmachende Begleiter", lobte Bedronka.

Wie wichtig gerade der Einsatz im Bereich der geflüchteten Kinder und Jugendlichen ist, verdeutlichte Professorin Dr. Veronika Fischer, Erziehungswissenschaftlerin der Hochschule Düsseldorf. Sie sprach unter anderem von der Traumatisierung dieser jungen Menschen und den Schwierigkeiten, Zugang zum Bildungssystem zu erhalten. "Das Ehrenamt ist eine wichtige Ergänzung zu der professionellen Betreuung, die geleistet wird. Dabei ist es wichtig, das Ehrenamtler auch Unterstützung und Fortbildung erhalten", sagte Veronika Fischer.

Landrat Dr. Andreas Coenen betonte, dass gerade die Gruppe der Kinder und Jugendlichen am schutzbedürftigsten sei. "Welche Spuren hinterlässt die Flucht bei ihnen? Wie mag es ihnen gehen, wenn sie - allein auf sich gestellt - unterwegs sind?", stellte der Landrat als Fragen in den Raum. Politikwissenschaftler Professor Dr. Klaus-Peter Hufer erinnerte daran, dass der siebenköpfigen Jury die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. "Wir hatten zwölf Bewerber, die alle hervorragende und außerordentliche Arbeit in diesem Bereich leisten", sagte Hufer, der selbst zur Jury gehörte.

Quelle: RP
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