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Stadt Kempen
Ein Trio leitet das Thomaeum

Stadt Kempen: Ein Trio leitet das Thomaeum
Bei der Vorstellung der kommissarischen Schulleitung (v.l.): Michael Klee, Marion Köhler, Anna Fröhling und Schulamtsleiterin Elfie Böhm. FOTO: achim Hüskes
Stadt Kempen. Direktor Edmund Kaum hat sich Ende des Schuljahres in den Ruhestand verabschiedet. Die Schulkonferenz sprach sich gegen die potenzielle Nachfolgerin aus. Nun leitet ein Trio das Gymnasium, bis ein neuer Schulleiter gewählt ist. Von Heiner Deckers

Das ist einmalig in Nordrhein-Westfalen, da hatte auch die Bezirksregierung Düsseldorf kein Patentrezept: Zu Schuljahresbeginn hatte das Gymnasium Thomaeum weder einen Schulleiter noch einen Stellvertreter. Beide waren zu Ferienbeginn in den Ruhestand getreten. Während der unterrichtsfreien Zeit wurde Marion Köhler, seit 30 Jahren Lehrerin am Thomaeum, damit beauftragt, die kommissarische Schulleitung zu übernehmen. Auf die Frage, ob man ihr auch eine kommissarische Vertretung an die Seite stelle, hieß es, dass das nicht möglich sein. Zum Glück boten Anna Fröhling und Miriam Wulfmeier spontan an, ihre Kollegin bei der Leitung der Schule zu unterstützen. Offiziell jedoch ist Marion Köhler die alleinige kommissarische Leiterin des Gymnasiums mit seinen 648 Schülern und 65 Lehrern.

Das erste Fazit Marion Köhlers nach wenigen Wochen in ihrer neuen Funktion: "Wir waren immer eine gute Schulgemeinschaft, jetzt sind wir noch enger zusammengewachsen." Sie arbeitet seit gut zehn Jahren in der erweiterten Schulleitung mit, "und ich lerne jeden Tag neu". Wie sie denn ihre ersten Tage erlebt hätte, wollte Schuldezernent Michael Klee wissen. Die ersten beiden Wochen habe sie mit dem ehemaligen Direktor Edmund Kaum verbracht, "das war sehr hilfreich". In der Folge sei eine Menge zu tun gewesen: etwa die Vorbereitung von Konferenzen und Nachprüfungen sowie ein letzter Blick auf den Entwurf des Stundenplans. Neben 81 Fünftklässlern konnte Marion Köhler sieben Rückkehrer begrüßen: fünf nach der Elternpause, zwei nach einer Abordnung.

Dabei bekam die kommissarische Leiterin, die nebenbei auch noch elf Stunden Physik pro Woche unterrichtet, Unterstützung von allen Seiten. Ob Sekretärin oder Hausmeister, bekanntlich wichtige Personen für ein funktionierendes Schulleben, seien stets an ihrer Seite gewesen. Selbst Schüler hätten sie auf dem Flur angesprochen: "Ich finde es gut, dass Sie das jetzt machen." Das sei ausgesprochen hilfreich gewesen, ebenso wie der von Anfang an gute Kontakt zu den Eltern. Auch außerhalb der eigenen Schule erfährt sie beste Unterstützung: "Dr. Waerder, der Leiter des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums hat mir gesagt, ich könne ihn jederzeit anrufen." Gut sei auch die Kooperation mit allen benachbarten Schulen, was die Flüchtlingsproblematik betrifft. Da gebe es Fünftklässler, die kein Wort Deutsch sprechen. Gemeinsam hätten sie, dass sie sehr lernwillig seien: "In der Unterstufe, wenn die Kinder noch viel spielen, geht das schnell. Ab der Mittelstufe wird es schwierig", sagt Miriam Wulfmeier.

Unklar ist, wann die Stelle des Schulleiters am Thomaeum neu besetzt wird. Die Ausschreibung ist in der Vorbereitung, nachdem die Schulkonferenz im Frühling überraschend die von der Bezirksregierung vorgeschlagene Kaum-Nachfolgerin abgelehnt hat. Verbliebene Bewerber können es erneut versuchen. Anfang November soll die Ausschreibung beginnen, Ende der Frist ist am 15. Dezember. "Da wird sich in diesem Jahr wohl nichts mehr tun", mutmaßt Klee, Februar werde es wohl werden. Die Ausschreibung zur Stelle des stellvertretenden Schulleiters ist seit gestern im Internet, bewerben kann man sich bis zum 5. Oktober.

Die Entscheidung trifft allein die Bezirksregierung, die Schule hat hier keinen Einfluss. Wahrscheinlich wird der neue Stellvertreter eher im Amt sein als der neue Direktor. Dann ist es denkbar, dass der neue Stellvertreter die Schule erst einmal kommissarisch leiten muss. Das wäre dann eine ziemlich anspruchsvolle Aufgabe. Aber wie sagte gestern Marion Köhler: "Es gibt keine Phase, in der Schule langweilig ist."

Quelle: RP
 
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