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Gemeinde Grefrath
Ein wunderschöner Sommernachtstraum

Gemeinde Grefrath: Ein wunderschöner Sommernachtstraum
Die Aufführung von Shakespeares "Sommernachtstraum" verwandelte den Klosterpark in Mülhausen in den Wald vor Athen. FOTO: ACHIM HÜSKES
Gemeinde Grefrath. Mit dem "Mülhausener Sommernachts-Traum-Theater" setzte das Theater Mülhausen einen weiteren Meilenstein in seiner Geschichte. Das Ensemble spielte auf einer einmaligen Naturbühne und im PZ. Von Bianca Treffer

"Ich begrüße alle an diesem lauwarmen Sommerabend. Die Sonne strahlt vom Himmel, und von Regen ist nichts zu sehen. So könnte ein Märchen anfangen. Es ist aber kein Märchen. Wenn es tröpfelt, machen sie sich nichts daraus. Wir spielen einfach", mit diesem kleinen sarkastischen Hieb in Sachen Wetter hatte Lothar Lange die Lacher auf seiner Seite.

Ein Märchen ist es aber trotzdem, denn der Park des Klosters hat sich märchenhaft verwandelt. In Bäumen hängen bunte Regenschirme, Baumstämme sind nicht mehr braun-grünlich, sondern leuchten in Regenbogenfarben. Übergroße farbenfrohe Pilzskulpturen und Stäbe sind aus dem Rasen geschossen, es gibt eine Blütenhöhle, und der Wind streicht lautlos durch Windspiele aus Stoff. Einzelne Lichtspots setzen die große Naturbühne samt dem kleinen See und Brücke dabei gekonnt in Szene.

Die Stille wird von Hufgetrappel unterbrochen. Hippolyta (Moeshah Vealle) kommt, gekleidet in einem Kriegerkostüm der Amazonen, trabend in den Park geritten, was das erste "Oh" des Abends auslöst. Das "Mülhausener Sommernachts-Traum-Theater" nimmt seinen Anfang. Das von Shakespeare geschriebene Stück ist bekannt, aber die Inszenierung vom Theater Mülhausen macht aus dem Ganzen etwas Einzigartiges. Die Kombination aus gestalteter Naturbühne, hervorragend spielender Darsteller in phantastischen Kostümen, Live-Musik, Tanz in feinster Choreographie und vieler gestalterischer Finessen wie der Einsatz von Pferden und Ponys gibt es nur unter der Regie von Lothar Lange und Jens Michels. Ein herrlich diabolischer Oberon (Thomas Schaut), der unheilvoll verkündet: "Was du siehst, wirst du wach, das zu deinem Liebsten machst." Dagegen ein Puck (Veronika Senger), der spielerisch über die Wiesen springt, leichtfertig mit dem Zaubersaft umgeht und kurzum ein überzeugend gespielter Troll ist. "Aus diesem Blumenschaft tropft der Saft der Zauberkraft", so seine Aussage und damit nimmt das Schicksal seinen Lauf. Wundervoll gespielt, die Dialoge zwischen Hermia (Melissa Ix), Lysander (Lukas Kugel), Helena (Franziska Pasch) und Demetrius (Dominik Doussier) werden mit Herzblut vorgetragen. Herzliche Lacher erzielen die fünfköpfige Theatergruppe, die für die Hochzeit von Hippolyta und Theseus (Dr. André Kaiser) ein Stück einstudieren will, und der erste Auftritt des in einen Esel verwandelten Menschen, in den sich die Elfenkönigin Titania (Julia Schleier) aufgrund der teuflischen Machenschaften von Oberon verliebt.

Es sind die vielen Kleinigkeiten, die den Sommernachtstraum zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Amor (Felix Honecker), der mit Pfeil und Bogen auf einmal auf der Insel inmitten des kleines Sees steht, die Elfen, die immer wieder durch die Parkkulisse schweben oder Oberon und Puck, die philosophierend auf der Brücke sitzen. Unvergesslich war, als zarte Harfenklänge erklingen und Elfen unter den Bäumen hervortreten. Ein Hingucker war auch der Renaissancetanz mit Tourdion-Rhythmus von gleich 30 Elfen, begleitet von der schuleigenen Big Band. Die Regenschauer hätten stören können, aber stattdessen gaben sie dem Ganzen etwas absolut Realistisches. Schließlich spielt ein großer Teil des Stückes in den Wäldern um Athen. Erst kurz vor Ende des ersten Parts auf der Naturkulisse prasselte stärkerer Regen herab. Doch der konnte dem Stück nichts mehr anhaben, da der zweite Teil im PZ der Liebfrauenschule spielte. Der zweite Teil stand dem ersten in nichts nach, wenngleich die geschickte Einbindung der Naturbühne mit der Kulisse des Klosterparks durch nichts übertroffen werden kann.

Quelle: RP
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