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Stadt Kempen
Eine Fohlenschau der Extraklasse

Stadt Kempen: Eine Fohlenschau der Extraklasse
Auch "Dornik B" und "Golden Dancer B" vom Gestüt Bönninger aus Tönisvorst wurden beim Fohlenchampionat auf der Anlage des Reit- und Fahrvereins Schmalbroich-Kempen am Schmeddersweg der Jury vorgeführt. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Mit dem ersten VTV-Fohlenchampionat auf der Reitanlage am Schmeddersweg in Kempen zeigten sich die Veranstalter zufrieden. 35 Fohlen gingen bei der Veranstaltung, die mit dem traditionsreichen Reitturnier gekoppelt war, an den Start. Von Bianca Treffer

Wer die gewohnte Dreiecksbahn der Kreispferdeschau erwartet, der sucht lange. Stattdessen ist der Dressurplatz mit seinen weißen Einfassungen und dem Sandboden auf der Reitanlage am Schmeddersweg in Kempen in den Mittelpunkt gerückt. "Es ist alles anders als bei der Fohlenpräsentation der Kreispferdeschau. Wir haben nicht einen Wagen, in dem alle Richter zusammensitzen, sondern es wird getrennt gerichtet und allein daraus ergibt sich der Wegfall der Dreiecksbahn", erklärt Theo Lenzen. Dabei deutet der Tierzuchtberater der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen und Geschäftsführer des Kreispferdezuchtvereins Viersen-Krefeld an die Längsseite des Dressurviereckes. Dort sind drei weiße Pavillons mit je einem schwarzen Stehtisch zu sehen, die in mehreren Metern Abstand zueinander aufgebaut sind. Dort sind die Plätze für die drei Richter des ersten Fohlenchampionats Rheinland der Vereinigten Tierversicherung, kurz VTV Fohlenchampionat genannt.

"Wir wollen mit dieser Veranstaltung neue Wege gehen und eine zusätzliche Plattform für früh geborene Fohlen bieten", sagt Lenzen. Dazu kommt: Erstmals ist eine solchen Veranstaltung an ein Reitturnier gekoppelt. Das für alle Zuchtverbände in Europa offene Championat wird zudem live bei "Clip my horse" im Internet übertragen. Zu den Richtern zählt neben Martin Spoo, Zuchtleiter des Rheinischen Pferdeverbandes, und Antonius Schulze-Averdiek vom gleichnamigen Zucht- und Ausbildungsstall auch der niederländische Gestütsleiter Henk Nijhoff von der Hengststation Nijhoff.

Die aufgestellten Stühle am Dressurviereck sind alle belegt. Weitere Besucher stehen dicht an dicht, darunter auch etliche Teilnehmer des Reitturniers, die unschwer an ihrer Turnierkleidung zu erkennen sind. Die Reitponys machen den Anfang. Insgesamt wird in vier Kategorien bewertet. Neben den Ponys sind es die Warmblutstutfohlen dressurbetont sowie die dressurbetonten Hengstfohlen als auch die Warmblutfohlen springbetont, wobei der Nachwuchs in dieser Kategorie gemischt antritt. Insgesamt laufen 32 Tiere jeweils mit ihren Mutterstuten auf. Darunter sind auch zwei Fohlen aus den Niederlanden und ein Fohlen aus Belgien.

Mit aufmerksamen Blicken verfolgen die Zuschauer jedes einzelne Fohlen und erwarten voller Spannung die jeweiligen Bewertungen. Die drei Richter liegen mit ihren Wertungsnoten dicht beieinander und oftmals zeigen sie, unabhängig voneinander, sogar die gleichen Noten an. Bewertet werden Typ, Schritt- und Trabnote sowie der Gesamteindruck. "Wir haben ein hohes Zuchtniveau", sagt Martin Spoo, der die Kombination Turnier und Zuchtveranstaltung sehr begrüßt. Zucht und Sport näher zusammenzubringen, sei wichtig, so der Experte. Bei den Züchtern kommt die neue Veranstaltung gut an. "Ich sehe es sehr positiv. Es ist wirklich etwas anderes als die normalen Fohlenschauen", sagt die Krefelder Züchterin Nicole Junk, deren Ponyhengst-Fohlen gerade im Ring war. "Ich finde es zudem gut, dass wir dank Clip my horse auch Videomaterial von unseren Fohlen bekommen", sagt die Kempenerin Anette Luckfiel, die ebenfalls mit einem Hengstfohlen vertreten ist.

Am Ende siegt bei den Reitponys das Hengstfohlen von Claudia Fleukens aus Geldern. Bei den springbetonten Warmblutfohlen erreichte Markus Heynen aus Kalkar mit seinem Hengstfohlen die Bestnoten. In der Kategorie dressurbetonte Warmblutstutfohlen kann sich Heinz Bernd Schumacher aus Ratingen über den Sieg freuen und bei den Hengstfohlen ist es Iris Jansen aus Viersen. Alle Sieger und auch die weiteren Platzierten erhalten als Siegprämien Gutscheine bekannter rheinischer Hengsthalter.

"Die Auftaktveranstaltung ist sehr gut angenommen worden, wobei wir viel Fachpublikum in Kempen hatten. Es wird im kommenden Jahr auf jeden Fall eine Wiederholung geben", meint Tierzuchtberater Lenzen. Er sieht in dem Event eine Unterstützung der Zuchtszene, die in den vergangenen Jahren rückläufig war. Momentan passten Angebot und Nachfrage noch gut zusammen, aber wenn noch mehr Züchter ihre Arbeit einstellten, würde es zu einem Engpass in der Pferdezucht kommen, lautet das Urteil des Experten. Dem wolle man mit solchen Vermarktungsangeboten entgegenwirken.

Quelle: RP
 
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