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Stadt Kempen
Eine Frau managt die Siedlung

Stadt Kempen: Eine Frau managt die Siedlung
In einem Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Stadtwerken Kempen sollen Wege gefunden werden, die Lebensqualität für die Bewohner in der Wartsbergsiedlung zu verbessern. Rechtes Bild: Quartiersmanagerin Bettina Nabbefeld in ihrem Büro im Gespräch mit Harald Hausmann (links) und André Mehlko von der Mietergemeinschaft. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Bettina Nabbefeld ist Quartiersmanagerin für das Wohngebiet auf dem Wartsberg in Tönisberg. Seit zweieinhalb Monaten hat sie ihr Büro in einem der Mehrfamilienhäuser. Um erste Anliegen der Anwohner kümmert sie sich schon. Von Bianca Treffer

Das große Schild an der Stichstraße am Wartsberg zeigt schon von weitem an, wo sich das neue Quartiersbüro befindet. "Es wird jetzt noch besser erkennbar", sagt Bettina Nabbefeld. Den Grund dazu hält die neue Quartiersmanagerin in den Händen. Sie hat große Ausdrucke erstellt, die sie in den Fenstern der Wohnung am Wartsberg 2 anbringt, und so zeigt sie, wo sie zu finden ist.

Es ist 10 Uhr an diesem Mittwochmorgen und Bettina Nabbefeld hat gerade die frisch renovierte Wohnung aufgeschlossen, die das Quartiersbüro seit Anfang März beheimatet. Der Anrufbeantworter blinkt und mit Harald Hausmann und André Mehlko, dem Vorsitzenden und seinem Stellvertreter der Mietergemeinschaft Wartsberg "WaMo", der Abkürzung für Wartsberg und Moränenstraße, sind die ersten Besucher schon da. Die Beiden haben diesmal keine Anregung oder einen Wunsch, sondern sie berichten von den zuletzt niedrigeren Heizkostenabrechnungen. Die von den Stadtwerken Kempen neu installierte zentrale Heizanlage sowie die neuen Versorgungsleitungen zeigen erste Erfolge bei der Energieeinsparung. "Die Kosten sind gesunken, das zeigen die Abrechnungen. Wobei dies auf die verbesserte Dämmung der Rohre zurückzuführen ist", sagt Mehlko.

FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)

Den reduzierten Wärmeverlust kann Hausmann in einem anderen Bereich ebenfalls feststellen. "Früher hatten wir hier teilweise beheizte Gehwege. Die Rohre gaben eine solche Wärme ab, dass die Gehwege nicht gefroren oder der Schnee darauf sofort taute. Das ist jetzt nicht mehr der Fall", berichtet Hausmann.

Die gute Zusammenarbeit mit der Wohngesellschaft GMI ist ein weiterer Punkt, der angesprochen wird. Bettina Nabbefeld kann auch hier Positives berichten. Dem Problem Schimmel in den Wohnungen der Wohngesellschaft VivaWest ist die Hochschule Düsseldorf als Kooperationspartner des Quartiers auf der Spur. Dort laufen derzeit Messungen. "Wir sind mit geballter Stärke von Stadt, Stadtwerken, Hochschule und Mietern an VivaWest herangetreten und haben einen ersten Kontakt hergestellt", berichtet Bettina Nabbefeld.

FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)

Und damit ist die Quartiersmanagerin schon bei den Problemen, Wünschen und Anregungen der Bürger, die auf dem Wartsberg in Tönisberg leben. "Die Arbeit im Quartiersbüro ist gut angelaufen", zieht Bettina Nabbefeld, die als Mittlerin fungiert, ein erstes positives Resümee. Jeder kann sie mit seinen Sorgen und Ideen ansprechen. Ihr ist wichtig, dass sich jeder Bürger mit seinem Anliegen ernst genommen fühlt. Direkte Lösungen kann die Quartiersmanagerin nicht herbeizaubern, aber die 57-Jährige kann zuhören und das Anliegen an die entsprechende Stelle weiterleiten.

So ist der Wunsch nach einem Spiegel an der schlecht einsehbaren Ecke Seemannshof/Niederrheinstraße schon weitergegeben worden und auch die umgefahrenen Poller sind inzwischen bekannt. Auch dem Naturschutzbund und den Zechenfreunden war das Büro behilflich. Sie können bekanntlich das ehemalige Zechengelände nicht besichtigen, weil sie von der Ruhrkohle AG als Eigentümerin keinen Zutritt bekommen. Der ist aber notwendig, damit die beiden Gruppen an ihrem Konzept für eine neue Nutzung des Geländes weiterarbeiten können. Auch der Wunsch nach der Einrichtung von Photovoltaikanlagen auf den alten Zechengebäuden konnte bislang nicht weiter verfolgt werden. Auch hier will das Quartiersbüro ebenfalls helfen.

Die Anregung, auch eine Sprechzeit für Berufstätige am späten Nachmittag anzubieten, ist die Quartiersmanagerin nachgekommen. Ein Angebot, das gut angenommen wird. Ansonsten hat die Quartiersmanagerin selbst viele Ideen für die Zukunft. Sie reichen von gemeinsamen Begehungen bis hin zur Einrichtung eines Spielzimmers im Quartiersbüro. Sie selbst hat auch schon zu den Gartengeräten gegriffen und die beim Wartsbergfest angelegten Grünflächen vor dem Quartiersbüro in Schuss gebracht. "Vielleicht kann ich Bürger für eine generelle Grünpflege begeistern", sagt Bettina Nabbefeld.

Kontakt zum städtischen Jugendtreff "Mounty" in Tönisberg hat die Quartiersmanagerin ebenfalls schon aufgenommen, um die Anwohner des Wartsbergs und Tönisberger Bürger mehr zu vernetzen. "Mitten im Viertel zu sein ist optimal. Ich bekomme viel mit und die Anwohner kennen mich schon und grüßen, wenn sie mich sehen. Ich fühle mich angenommen", sagt Bettina Nabbefeld.

Quelle: RP
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