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Alfred Knorr Und Heinrich Lennackers Lasen Aus Ihrem Buch
Eine Geschichtsstunde der ganz besonderen Art

Kempen. MÜLHAUSEN (hd) Eine ganz besondere Lesung fand jetzt in der Bibliothek der Liebfrauenschule statt. Die Autoren des Buchs "Geschichte der Katholischen Volksschule Mülhausen", Alfred Knorr und Heinrich Lennackers, boten sehr anregenden Geschichtsunterricht. Die Mülhausener Schulgeschichte begann 1600 mit dem Schulmeister Johann. Er unterrichtet in der Werkstatt, während er am Webstuhl arbeitete. Sein Nachfolger war Peter Lisabeths, der im Dorf für die Ausfertigung von Kaufverträgen zuständig war. Der folgende Lehrer Grönings war gleichzeitig Leinenweber und -händler. Damals mussten die Kinder in den Schulen auch schon einmal mitarbeiten.

Das änderte sich um 1770, als Johann Engelbert Orth in einem richtigen Schulhaus unterrichtete. Die Epoche der Aufklärung stellte hohe Anforderungen an die Lehrer, seit 1787 mussten sie sich einer Prüfung unterziehen. Erfolgskontrolle gab es auch: So wurde der einst angesehene Lehrer Polmann für untauglich erklärt, weil seine Schüler zu wenig wussten. Zum aufkeimenden Wettbeweb unter benachbarten Schulen trug auch das von den Eltern an die Lehrer zu zahlende Schulgeld bei.

1794 marschierten Napoleon Truppen an den linken Niederrhein. Frankreich hatte kein Interesse an einer Bildung der Landbevölkerung, das Schulsystem geriet in eine Notlage. Der bitterarme Lehrerstand wurde zum Gespött. Besser wurde es, als Napoleon nach der Völkerschlacht bei Leipzig das Feld räumen musste. Die Geschichtsstunde wurde etwas heiterer, als es beispielsweise um öffentliches Turnen oder die Kartoffelkäfersammlung ging. Das Publikum erinnerte sich an den Unterricht in der alten Volksschule und identifizierte so manches Porträt auf alten Fotos.

Quelle: RP
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