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Gemeinde Grefrath
Eine große Welle der Hilfsbereitschaft

Gemeinde Grefrath: Eine große Welle der Hilfsbereitschaft
Im für Karneval dekorierten Saal ließen sich Grefrather über die Sachlage bei den Flüchtlingen informieren. Auf dem Podium (v.l.): Volkmar Josten, Manfred Lommetz, Roland Schiffer, Annemarie Quick und Eckhard Klausmann. FOTO: wolfgang kaiser
Gemeinde Grefrath. Auf reges Interesse stieß in Grefrath der Informationsabend über Flüchtlinge. Viele Ehrenamtler unterstützen die Neuankömmlinge. Auch viele Vereine kümmern sich mit zahlreichen Angeboten um die Integration. Von Manfred Baum

Grefrath ist gut aufgestellt, um die Flüchtlingssituation zu bewältigen. Das wurde am Donnerstagabend bei der außerordentlich gut besuchten Informationsveranstaltung im Saal "Zum Nordkanal" deutlich. Rund 170 Interessierte waren der Einladung zu der knapp zweistündigen Versammlung gefolgt. Auf der Bühne saßen Bürgermeister Manfred Lommetz, Sozialamtsleiter Volkmar Josten, die Gleichstellungsbeauftragte Annemarie Quick (sie koordiniert die Arbeit der Ehrenamtler), Eckhard Klausmann (Ehrenamtler) und Moderator Roland Schiffer, Mitglied im Kuratorium Diakonisches Werk im Kreis Viersen und einst Sozialdezernent in Krefeld.

Lommetz machte eingangs deutlich, dass "die Zukunft nachhaltige Veränderungen bringt, die wir versuchen zu meistern". Er setzte sich weiter dafür ein, dass "wir uns um die Flüchtlinge kümmern und wir sie in die Gemeinschaft integrieren". Der Bürgermeister war stolz drauf, dass sich in Grefrath neben der Verwaltung inzwischen rund 70 Ehrenamtler um die Flüchtlinge kümmern.

Es werde mit viel Herz gearbeitet, doch auch für das Sozialamt sei es eine Mammutaufgabe. Die Gemeinde hat inzwischen weitere Mitarbeiter eingestellt - darunter auch einen zweiten Hausmeister, denn von einem war die Arbeit nicht mehr allein zu bewältigen. Schiffer bescheinigte den Ehrenamtlern und der Verwaltung ein "unglaubliches Engagement". Es habe auch Fortschritte bei der Unterbringung gegeben. Den Internetauftritt www.grefrath-hilft.de bezeichnete er als "erstklassig".

In Grefrath engagieren sich in der Flüchtlingsarbeit längst auch Sportclubs, andere Vereine und die Kirchengemeinden. Schiffer abschließend: "Die Gemeinde Grefrath hat es hinbekommen, dass keine Sporthalle für die Unterbringung genutzt werden musste."

Volkmar Josten listete die Zahl der Flüchtlinge auf: 282 hat Grefrath. Davon kommen 78 aus Syrien, 74 vom Balkan, 26 aus Marokko, Mauretanien sowie 104 aus sonstigen Ländern, wozu auch der Irak, Iran, Eritrea und Afghanistan gehören. 255 Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr der Gemeinde zugewiesen worden. 118 leben am Bruchweg in Oedt, 109 am Reinersbach. Dort haben inzwischen auch Malerarbeiten stattgefunden. Die restlichen Flüchtlinge sind in anderen Objekten, die teilweise angemietet wurden, untergebracht. In Oedt wird auf der Johannes-Girmes-Straße das frühere Autohaus Toyota Schepp umgebaut. Dort wird Platz für rund 30 Flüchtlinge geschaffen. Auch im ehemaligen Sporthaus an der Oedter Nierskampfbahn sind inzwischen Flüchtlinge untergebracht worden.

Es gibt 35 Kinder zwischen bis zu fünf Jahren, 33 im Alter von 6 bis 13 Jahre und 16 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren. Bei der Zuweisung sei "etwas der Druck raus", so Josten. Prognosen für das laufende Jahr seien kaum möglich. Annemarie Quick bescheinigte der Bürgerschaft, dass sie eine Welle der Hilfsbereitschaft in Gang gesetzt hätte. 20 Ehrenamtler betreuen die Deutschkurse, die jedoch nicht von allen Flüchtlingen wahrgenommen werden. Ein Sprach- und Begegnungscafé soll kommen. In den Schulen wurden die Kinder und Jugendlichen gut aufgenommen, ebenfalls in den neun Kindergärten in der Gemeinde.

Viel zu berichten hatte Ehrenamtler Eckhard Klausmann. So verwies er darauf, dass bei den Anstreicherarbeiten am Reinersbach die Flüchtlinge mitgeholfen hätten. Es gibt unter anderem die Familienbetreuung, die Fahrdienste, die Hilfe zur Selbsthilfe. Sehr früh hätte die Jugendspielgemeinschaft im Fußball Grefrath, Oedt, Vinkrath junge Menschen aufgenommen. Tischtennis, Volleyball und Handball seinen beliebt bei den Flüchtlingen. Die Perspektiven für Oedt setzen sich ebenso ein wie die Künstlergruppe Bunte Gans. Zu St. Martin wurden in Oedt mit den Kindern Fackeln gebastelt. In Arbeit ist eine Jobbörse.

Quelle: RP
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