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Kempen
Eine Manufaktur auf dem Lande

Kempen. Der NRW-Handwerkstag war beim Möbelhersteller Thelen zu Besuch

Besuch aus Düsseldorf ist an der May in Leuth gar nicht so selten, denn "50 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit Kunden aus Düsseldorf". Zu Gast waren diesmal aber Mitarbeiter aus den Landesministerien Bauen und Arbeit, die sich auf Einladung des NRW-Handwerkstags (NWHT) Düsseldorf darüber informierten, wie Handwerk an der Basis tickt. "Wir wollen den zuständigen Mitarbeitern in den Ministerien zeigen, wie vielfältig das Handwerk heute ist - und wie modern es arbeitet", erläuterte NWHT-Präsident Josef Zipfel.

"Möbel von der Stange" gibt es bei Thelen auch, seitdem 1998 eine Kooperation mit dem Moerser Möbelhaus Drifte eingegangen wurde, sagte Geschäftsführer Werner Thelen beim Rundgang durch die Ausstellungsräume. Doch das Gros der Wohn- und Schlafzimmerlandschaften sowie Küchen stammt aus der eigenen Werkstatt. Die stand einst auch in Leuth, ist vor gut zwei Jahrzehnten aber größer und moderner im Kaldenkirchener Industriegebiet Herrenpfad-Süd neu entstanden. Dort staunten die Besucher über eine computergesteuerte Fertigung mit Lackierrobotern und Hochtrockentechnik.

Die Wurzeln des Unternehmens gehen auf eine 1726 erstmals erwähnte Tischlerei zurück. Zu eng wurde es am Stammsitz, als sich der jetzige Seniorchef Anton Thelen 1974 auf Herstellung und Montage von Küchen spezialisierte und 1988 den Innenaufbau aus eigener Manufaktur hinzunahm. Heute ist Thelen, nicht zuletzt auch durch die Kooperation mit Drifte, an neun Standorten vertreten, darunter Essen, Düsseldorf und Mönchengladbach. Beschäftigt werden 150 Mitarbeiter, darunter 30 Schreiner und 30 Monteure; auch ein knappes Dutzend Auszubildende sind bei Thelen tätig. Zwei Jahre hat das Unternehmen auf die Erweiterung seiner Filiale in der Düsseldorfer Innenstadt warten müssen. "Das ist zu lang", bestätigten auch die Ministerialen.

(mm)
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