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Stadt Kempen
Eine Schulleiterin mit Zirkuserfahrung

Stadt Kempen: Eine Schulleiterin mit Zirkuserfahrung
Die Pädagogin Agnes Regh leitet seit dieser Woche das Gymnasium Thomaeum. Die 57-Jährige lebt mit ihrer Familie seit 23 Jahren in Kempen, ging hier selbst zur Schule. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Mit Agnes Regh steht jetzt eine Kempenerin an der Spitze des Gymnasiums Thomaeum. Die neue Direktorin setzt auf eine gemeinsam getragene Schulentwicklung. Die erste Woche im neuen Amt diente der ersten Orientierung. Von Bianca Treffer

Was haben der Circus Roncalli und Agnes Regh, die neue Leiterin des Kempener Thomaeums, gemeinsam? Sie verbindet ein gemeinsames Jahr. Denn 1985 begleitete Regh den Zirkus als Geigerin eine ganze Saison lang. "Das war aber nicht mein Berufswunsch, sondern nur eine kurze Unterbrechung auf dem Weg zu meinen Traumberuf", erzählt die Kempenerin lächelnd. Damals hatte sie gerade ihr Lehramtsstudium für die Fächer Musik und Spanisch abgeschlossen und widmete sich ein Jahr lang ganz der Musik, denn Agnes Regh ist seit der Kindheit eine passionierte Geigerin.

Dass die Schule einmal ihr Arbeitsfeld werden sollte, war der gebürtigen Duisburgerin schon im Alter von 13 Jahren klar. "Ich glaube, ich bin ein Stück weit von meinen Eltern geprägt. Mein Vater war Leiter einer Sonderschule, die er mit aufgebaut hat, und meine Mutter war ebenfalls Lehrerin, wobei sie später eine Grundschule in Wankum leitete", erzählt die 57-Jährige. Bis 1970 wuchs Agnes Regh in Duisburg auf, danach zog die sechsköpfige Familie nach Wankum um, weil die Eltern wollten, dass ihre vier Kinder nicht im Ruhrpott, sondern in der Natur des Niederrheins groß werden sollten.

Damit wurde Kempen für Agnes Regh zum Schulort. Sie besuchte hier das damalige städtische Mädchengymnasium, das später im heutigen Luise-von-Duesberg-Gymnasium aufging. Dem Abitur im Jahr 1977 folgte das Studium in Köln, das durch ein Studienjahr in Spanien und die besagte Roncalli-Tournee unterbrochen wurde. Ihr Referendariat absolvierte Agnes Regh in Köln, dem schloss sich die erste Stelle an einer Moerser Gesamtschule an. 16 Jahre blieb sie der dortigen Schule treu, davon sieben als Gesamtschulrektorin der Mittelstufe.

Vor dem Hintergrund, dass Agnes Regh näher an ihrem Heimatort, der vor nunmehr 23 Jahren Kempen geworden war, arbeiten wollte, wechselte sie zum Anrather Lise-Meitner-Gymnasium. Die vergangenen sieben Jahre verbrachte sie dort, drei davon als stellvertretende Schulleiterin. "Ich habe immer eng im Schulleitungsteam gearbeitet und irgendwann kam nach zahlreichen Qualifizierungen der Wunsch auf, sich noch gezielter an der Schulentwicklung beteiligen zu können", berichtet Agnes Regh.

Ende 2014 bewarb sie sich so für die Leitungsstelle am Thomaeum, das für sie keine fremde Schule war. Schließlich hatten ihr Sohn und ihre Tochter dort das Abitur gemacht. In der ersten Bewerberrunde fiel die Entscheidung auf eine andere Frau, die allerdings in der Schulkonferenz nicht punkten konnte. Es kam zur kommissarischen Besetzung für ein Jahr. "Ich habe meine Bewerbung aber aufrechterhalten, weil es mein absoluter Traum war, ans Thomaeum zu wechseln. Es ist ein Gymnasium, gebaut auf einer traditionellen Grundlage, das sich modern weiterentwickelt hat", sagt Agnes Regh. Ihr Wunsch wurde jetzt erfüllt. Die Schulkonferenz als letzte Hürde vor dem Ziel stimmte Anfang Oktober zu.

"Mir ist die gemeinsam getragene Entwicklung sehr wichtig. Wir alle zusammen - Lehrer, Schüler und Eltern - gestalten die Schule. Ich möchte, dass die Motivation und Leistungsbereitschaft unserer Schüler durch Freude am Lernen gestärkt wird. Die Bildungschancen der Schüler sollen in allen Bereichen unterstützt werden", betont die neue Direktorin.

Schon in der ersten Woche ihrer Amtszeit als Leiterin des Kempener Traditionsgymnasiums hat sie sich viel Zeit für Gespräche genommen, um zu sehen, wo es hingehen soll. Sowohl der digitale Ausbau als auch eine Verstärkung des schulischen Bewegungsangebotes haben sich als erste Punkte herauskristallisiert. Wichtig ist der neuen Schulleiterin die Stützung der drei Schwerpunkte Naturwissenschaften sowie dem musischen und dem künstlerischen Bereich. Wer Agnes Regh übrigens selber musikalisch erleben möchte, kann dies am Samstag, 28. Januar, abends in der Kapelle St. Peter tun. Dort ist sie mit dem Nettetaler Kammerensemble zu hören.

Quelle: RP
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