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Stadt Kempen
Einsatz für Integration von Ausländern

Stadt Kempen. Seit mehr als zehn Jahren besteht der Arbeitskreis Multikulturelles Forum in Kempen. Anlass genug für die Mitglieder, einmal Rückschau zu halten, aber auch, sich neu zu definieren. Dazu traf man sich jetzt in der Burse. Von Silvia Ruf-Stanley

Entstanden ist das Multikulturelle Forum seinerzeit aus den Bestrebungen, für die Stadt Kempen analog zur weltweiten Agenda 21 eine lokale Agenda mit Zukunftsthemen zu entwickeln. Kempens Erster Beigeordneter Hans Ferber erinnerte jetzt bei der Versammlung in der Burse an die große Auftaktveranstaltung vor mehr als einem Jahrzehnt. Damals kristallisierte sich das Thema "Integration" als Schwerpunkt heraus. Es wurde 2002 eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit der Integration ausländischer Bürger Kempens beschäftigte. Daraus entstand ein Jahr später dann das Multikulturelle Forum. Seit 2004 gibt es den Ausländerbeirat in Kempen nicht mehr, das Forum hat viele seiner Themen mit übernommen.

Dezernent Ferber erinnerte an die großen Aktionen, die das Forum organisiert hat - wie die Fotoausstellung "Mein Platz in Kempen", die ausländische Bürger an dem Platz in Kempen zeigte, wo sie sich heimisch fühlen. Die Ausstellung wird in Teilen am morgigen Sonntag in Kempens französischer Partnerstadt Wambrechies zu sehen sein, sagte Ferber. Er hob aber auch gerade die einfachen Angebote hervor - wie die Familiennachmittage, die einmal im Quartal stattfinden. In lockerer Runde werden hier bei Kaffee und Kuchen Herkunftsländer der in Kempen lebenden Ausländer vorgestellt, fremde Kulturen gezeigt oder auch einfach nur ein gemütlicher Nachmittag zum gegenseitigen Austausch geboten. Auf einfacher Ebene würden hier Kontakte geschaffen.

Alice Poeira ist die Sprecherin des Forums. Auch wenn sich die Schwerpunkte der Arbeit im Laufe der Zeit geändert hätten, wären die Themen die gleichen geblieben, erklärte sie. Vor allem die "Integration im Kleinen", wie sie es nannte, nämlich auf lokaler Ebene. Es gab Rückzüge von Mitgliedern aus der Gruppe aus unterschiedlichen Gründen. Alice Poeira betonte, wie wichtig die Unterstützung sowohl durch Gruppen als auch einzelne Personen für das Forum seien. Und sie machte auch deutlich, dass sie sich in ihrem Engagement nicht entmutigen lassen werde. Stephan Fiedler, Kreisgeschäftsführer des Sozialdienstes Katholischer Menschen (SKM) meinte, man solle so weitermachen wie bisher. Allein die Tatsache, dass die Gruppe schon mehr als zehn Jahre bestehen würde, zeige, dass sie gebraucht werde. Dafür habe das Forum schließlich auch den Integrationspreis des Kreises Viersen erhalten. Gerade jetzt stünde mit dem Zuwachs an Flüchtlingen eine neue Aufgabe für das Forum an. Hilfen anbieten, Menschen zur Seite zu stehen, dass sah er als Aufgabe an. Man müsse weitermachen mit der "kleinen Kultur der Verständigung". Und man dürfe nicht aufhören. "Wir möchten uns dabei weiter einbringen", sagte er. Uli Nieting vom Kinderschutzbund regte an, die Arbeit des Forums bekannter zu machen, den Arbeitskreis zu erweitern. Roland Müller vom Hauptamt der Stadt sagte dazu, dass der Kreis von Anfang an offen war und jeder sich jederzeit beteiligen kann. Marianne Heußen von der Kindertagesstätte Christ-König wünschte sich eine bessere Vernetzung aller, die sich um die Integration von Ausländern bemühen. "Wir müssen das Rad nicht neu erfinden." Karin Darkwah-Oppang vom Arbeitskreis Asyl- und Menschenrechte befürchtete, dass es doch immer die Gleichen sind, die sich engagieren. Dr, Michael Rumphorst von den Grünen schlug deswegen vor, die Themen des Forums dahin zu bringen, wo viele Kempener sind. In die Sportvereine zum Beispiel, wo es auch schon Signale gibt, Flüchtlingen die Teilnahme im Verein zu ermöglichen.

Das jüngste Treffen zeigte zumindest, dass das Multikulturelle Forum weiter macht. Aber, so Alice Poeira, es "lebt vom Input", also von neuen Ideen zu Themen sowie bei der Umsetzung von Projekten. Und sie wünschte sich von den Mitgliedern des Multikulturellen Forums, bei den Veranstaltungen mitzuhelfen. Denn auch dort seien es immer die Gleichen, die sich um die Organisation kümmern.

Quelle: RP
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