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Kempener Schüler reisten nach China
Eintauchen in eine andere Welt

Kempener Schüler reisten nach China: Eintauchen in eine andere Welt
Sie haben in China viele neue Eindrücke gewonnen und zahlreiche Momente erlebt, die sie nie vergessen werden. Beeindruckend war der Besuch der Chinesischen Mauer. FOTO: kaiser
Stadt Kempen. Der Schulalltag hat sie wieder, aber die Eindrücke der Reise wirken noch nach. 20 Schüler des Vertiefungsfaches Chinesisch am Thomaeum reisten für zwölf Tage nach China. Von Bianca Treffer

"Irgendwie kann ich es immer noch nicht realisieren, dass ich wirklich in China war", bemerkt Elena. Wenn sie an die Zeit Ende Oktober zurückdenkt, dann beginnen die Augen der 14-jährigen Schülerin des Gymnasiums Thomaeum zu strahlen. Das ist aber nicht nur bei ihr der Fall. In 19 weiteren Augenpaaren spiegelt sich ebenso die Begeisterung wider. "Es war einmalig", fasst es Alisa Borisova in einem Satz zusammen. Die Deutsch- und Biologielehrerin begleitete zusammen mit ihrem Kollegen Marco Spallek 20 Schüler aus dem Vertiefungsfach Chinesisch nach Hangzhou in der Nähe von Shanghai.

Seit 2009 besteht ein Austausch zwischen dem Kempener Gymnasium und der Wenlan Middleschool, was alle zwei Jahre zu einem Besuch der Kempener in China führt. Bei der Partnerschule handelt es sich um ein Internat, das die Gymnasiasten aus Kempen eine Woche besuchten, bevor sie das Wochenende mit ihren jeweiligen Gastfamilien verbrachten. Im Anschluss daran besuchten die Schüler noch Shanghai und Peking.

Beim Internatsbesuch staunten die Gymnasiasten aus Kempen über Ausstattung, Unterrichtszeiten und Freizeit. "Die Turnhalle war doppelt so groß wie bei uns. Es gibt einen eigenen Ballettraum. Für den Musikunterricht stehen Flügelklaviere bereit. Die Klassenzimmer sind mit modernen Rechnern ausgestattet", zählt Monja auf. Was weniger gut ankam, waren der Drill und die Zeiten. Die erste Unterrichtsglocke schrillt um 7 Uhr, die letzte um 21.40 Uhr. Danach sind noch Hausaufgaben angesagt. Freizeit fehlt völlig. Die Kameraüberwachung in den Unterrichtsräumen, das steife Sitzen und Aufstehen, wenn jemand redet, oder die Konzentrationsübungen, die über Lautsprecher angesagt werden - all das verwunderte. Nach dem Besuch wisse man die eigene Schulsituation doch sehr zu schätzen, da sind sich alle einig.

Mehr als gewöhnungsbedürftig war das Verhalten im Straßenverkehr. Der Eindruck der Schüler war, dass es keine Verkehrsregeln zu geben scheint. "Es wird gehupt und gefahren. Blinker kommen nicht zum Einsatz. Es sind sehr viele Roller unterwegs, die eine Extraspur haben. Sie fahren aber auch teilweise über den Fußgängerweg. Dabei kommen sie einem so nah, dass man denkt, sie würden einen umfahren", erzählt Alexander.

Sprachlich mussten die Thomaer feststellen, dass sie mit zwei Jahren Chinesischunterricht mit gerade einmal drei Stunden pro Woche nicht weiterkamen. Die Begrüßung auf Chinesisch und das Dankeschön klappten, aber ansonsten stellte Englisch die Kommunikationssprache dar. "Wir hatten vorab im Unterricht geübt, über die Familie zu reden. Ich musste aber feststellen, dass mich keiner verstanden hatte. Und wenn ich eine Antwort bekam, wurde so schnell und undeutlich gesprochen, dass ich wiederum kein Wort verstand", sagt Celine. Also war wieder Englisch angesagt.

Dazu kommt, dass im Chinesischen ein Wort mehrere Bedeutungen haben kann. Es kommt auf die Aussprache an. "Es hemmt schon zu sprechen, wenn man weiß, falsch ausgesprochen bekommt ein Wort eine ganz andere Bedeutung", bemerkt Elisa. Es ist ein Unterschied ob man Pferd, Mutter oder Hanf meint. Denn dafür gibt es nur ein Wort. Das Essen, zu dem viel Reis und gebratene Nudeln sowie Gerichte wie Hühner- und Schweinefüße gehören, die Esskultur der Chinesen an sich, bei der Schmatzen, Rülpsen und sogar auf den Tisch spucken etwas normales darstellt, die Feststellung, dass wildfremde Chinesen überall Fotos mit den Austauschschülern machen wollten - die Gymnasiasten tauchten in eine wirklich fremde Kultur ein.

Dazu kamen unvergessliche Momente wie in Shanghai auf dem Tower oder bei der Schifffahrt entlang der Skyline. Geschichte pur hingegen beim Gang über die chinesische Mauer. "Ich bin über den Austausch begeistert. Er schult Toleranz und Einfühlungsvermögen gegenüber anderen Kulturen. Die Schüler erleben zudem selber, wie es ist irgendwo fremd zu sein. Die Erlebnisse haben auf jeden Fall eine positive Auswirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung", ist sich Schulleiterin Agnes Regh sicher.

Quelle: RP
 
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