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Stadt Kempen
Einzelhandel kann mit Service punkten

Stadt Kempen: Einzelhandel kann mit Service punkten
Einheitliche Öffnungszeiten - auch über die Mittagszeit und an Samstagen - gibt es der Kempener Innenstadt noch nicht. Der Werbering will seine Mitglieder dazu erneut befragen und animieren. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Wie kann der örtliche Handel gegen die Internetkonkurrenz bestehen? Bei der Versammlung des Kempener Weberings wurden als wesentliche Punkte genannt: besonderer Service, Fachwissen und kundenfreundliche Öffnungszeiten. Von Silvia Ruf-Stanley

Groß war das Interesse der Mitglieder bei der Versammlung des Kempener Werberings am Dienstagabend im kleinen Saal des Kolpinghauses. Man merkte, dass den Einzelhändlern und Gastronomen die geplanten Themen wichtig waren.

Der erste Teil widmete sich dem Einstieg der Kempener Händler in Internetplattformen. Schon lange beschäftigte sich die Vereinigung damit. Mit Dunja Freimuth von der Viersener Agentur "eSales4u" sowie Thomas Jablonski, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen, waren zwei kompetente Referenten eingeladen. Beide beschäftigen sich schon lange gerade mit den Marketingstrategien für den örtlichen Einzelhandel im Bereich des elektronischen Handels. Schnell wurde deutlich, dass dies ein wachsender Markt ist, der auch den kleinen Einzelhandel zunehmend beeinflusst. Sie warnten aber auch davor, dass man nicht erwarten könne, Konkurrenz für die großen bekannten Anbieter zu werden.

Vielmehr ginge es darum, sich zu positionieren. Dunja Freimuth wies darauf hin, dass immer mehr Kunden sich zwar im Internet über Produkte informieren, dann aber mit den gesammelten Daten doch lieber zum örtlichen Fachhandel gehen. Der wiederum, so Jablonski, könne dann mit seinem Service und Fachwissen punkten. Es gelte nicht, beim Preis zu konkurrieren, denn dass könne sich kein Einzelhändler leisten, wie es ganz richtig als Anmerkung aus dem Publikum kam. Vielmehr müsse man sich den Kunden mit besonderen Angeboten präsentieren, Alleinstellungsmerkmale herausstellen, so Jablonski. Er verwies darauf, dass es sogar Fördermittel für Händlergemeinschaften für solche Projekte gibt.

Dies allerdings benötige zunächst viel Vorarbeit, so Dunja Freimuth. Diese dürfe man für einen erfolgreichen Einstieg nicht scheuen. Die eigenen Waren oder auch der Service müssten kundenfreundlich und verständlich präsentiert werden. Das bedeutet für den Händler, sein komplettes Warenangebot digital aufzubereiten. Möglichkeiten dafür gibt es viele. Von der Warenbeschreibung bis hin zum kleinen Werbefilmchen, das dann seinen Weg in die sozialen Medien finden kann. Man müsse sich trauen, dabei auch einmal Fehler zu machen, so Dunja Freimuth aus ihrer Erfahrung. Außerdem sei es wichtig, eine solche Aktion des Händlerringes auch entsprechend medienwirksam zu präsentieren.

Auch biete es sich an gerade in einer Stadt wie Kempen Partnerschaften zu bilden. Warum nicht darauf hinweisen, dass ein Kollege vielleicht die passenden Schuhe zum neuen Kleid anbietet? Im Endeffekt zeigte es sich, dass sich die Kempener Händler durchaus damit anfreunden können, eine Art digitales Schaufenster zu entwickeln. Dies wäre ein erster Schritt, auch auswärtige Kunden nach Kempen zu holen, meinte der Vorsitzende Armin Horst zufrieden.

Das führte dann unmittelbar zu einem weiteren, seit Jahren in Kempen diskutierten Thema. Stadtsprecher Christoph Dellmans sprach einheitliche Öffnungszeiten im Handel an. Vor allem die vielen in der Mittagszeit geschlossenen Geschäfte verärgern gerade auswärtige Kunden. Dabei sollte man dies als weiteren Service mit dem historischen Charme der Altstadt verbinden. Noch nicht einmal der Werbering selbst weiß genau, wer wann geöffnet hat, bedauerte Geschäftsführer Fred Klaas. In anderen Städten wird inzwischen sogar im Mietvertrag für Ladenlokale eine bindende Öffnungszeit vorgeschrieben.

Eine spontane Umfrage zeigte, dass etwas zwei Drittel der Anwesenden sich eine Öffnung über Mittag vorstellen können. Nun wird der Werbering eine Umfrage unter allen Mitgliedern starten, um sich ein genaues Bild der Stimmungslage auch bei denen, die am Dienstag nicht da waren, zu machen. Dabei wird es nicht nur um die Mittagszeit gehen, sondern auch darum, wie lange die Läden an Samstagen geöffnet haben sollen. Bernd Lübbenjans wies auf Gespräche hin, die er mit Ladenbesitzern und Personal in Roermond geführt hatte. Bei einer vernünftigen Schichtplanung arbeitet auch dort kein Mitarbeiter mehr als die normale, erlaubte Wochenarbeitszeit.

Quelle: RP
 
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