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Stadt Kempen
Ellenstraße: Entwurf für Neubau steht

Stadt Kempen: Ellenstraße: Entwurf für Neubau steht
Die beiden Häuser an der unteren Ellenstraße und der Ecke Donkwall sollen einem Neubau weichen. Für das Projekt wurde erstmals eine städtebauliche Studie in Auftrag gegeben und ein Workshopverfahren organisiert. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Der Kempener Denkmalausschuss befasst sich in seiner Sitzung am kommenden Montag im Rathaus auch mit dem geplanten Bauvorhaben an der Ecke Ellenstraße/Hessenwall. In Workshops wurden mehrere Varianten diskutiert. Von Andreas Reiners

Von dem Verfahren ist die Politik durchaus sehr angetan. Aus allen politischen Lagern gab es in den vergangenen Monaten Lob für das Vorgehen, das in dieser Form in Kempen erstmals praktiziert worden ist. Am kommenden Montag, 23. Mai, berät der Denkmalausschuss des Kempener Stadtrates (ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses am Buttermarkt) abschließend über die geplante neue Bebauung an der Ecke Ellenstraße/Hessenwall. Hier hat die Stadt erstmals gemeinsam mit dem Investor an der Planung mitgewirkt. In zwei Workshops mit dem privaten Investor und seinem Architekten wurden mögliche Varianten für den Neubau diskutiert.

Das Besondere an dem Verfahren: Die Stadt hat erstmals einen solchen Weg gewählt, um in einem aus denkmalpflegerischer und städtebaulicher Sicht sehr sensiblen Bereich der Kempener Altstadt eine einvernehmliche Lösung für den geplanten Neubau zu erreichen. Der Denkmalausschuss hatte dazu im September vergangenen Jahres die Erarbeitung einer städtebaulichen Studie beschlossen. Damit wurde das Planungsbüro Scheuvens + Wachten aus Dortmund beauftragt. Prof. Kunibert Wachten ist in Kempen zuletzt auch durch die Ideen-Werkstatt mit Studenten zur künftigen Nutzung der Burg bekannt geworden. Er hat zudem das Spitzengespräch zu Zukunft der Tönisberger Zechengebäude im vergangenen Dezember im Kempener Rathaus moderiert. Wachten war schon an der großen Altstadtsanierung in den 1970-er Jahren beteiligt.

Wachten hat beim Bauvorhaben an der Ellenstraße ebenfalls den Moderator gegeben, hat mit viel Fingerspitzengefühl versucht, die unterschiedlichen Interessen der Stadtplanung, des Denkmalschutzes und des Investors unter einen Hut zu bringen. Die politischen Parteien waren an den beiden internen Workshops beteiligt und sind mit der dort geleisteten Arbeit sehr zufrieden.

Für die Politik stand das Vorhaben an der Ellenstraße von Anfang an unter einem besonderen Stern: Die Parteien wollten nicht erneut eine Diskussion um den Denkmalschutz provozieren, wie es sie bei dem Neubauprojekt an der Ecke Peterstraße/ Donkwall gegeben hatte. Hier hatten sich bekanntlich Bürger in einer Denkmal-Initiative zusammen gefunden, die bis heute Bauvorhaben in Kempen unter dem Aspekt des Denkmalschutzes aufmerksam begleitet. An der Peterstraße mussten Stadt und Investor einlenken, als die obere Denkmalbehörde beim Landschaftsverband Rheinland auf den Plan trat. Das Ergebnis kann man derzeit besichtigen: An der Peterstraße wird die denkmalgeschützte Fassade des Hauses Nummer 20 sehr aufwendig in den Neubau integriert. Für die Ellenstraße sieht die künftige Planung auf der unteren westlichen Seite zunächst für die Ecke Hessenwall einen Neubau vor. Aber auch die anderen Gebäude in Richtung Buttermarkt, in deren leer stehenden Ladenlokalen seit geraumer Zeit die Mitglieder der Künstler-Initiative "Kunstraum Kempen" ihre Ateliers haben, könnten in den nächsten Jahren abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Konkrete Pläne dafür gibt es aber bislang nicht.

Für die Eckbebauung Ellenstraße/Hessenwall gibt es diese Pläne aber schon. Prof. Wachten wird die Ergebnisse des zweiten Workshops, der am 10. Mai stattgefunden hat, in der öffentlichen Sitzung des Denkmalausschusses am Montagabend erläutern. Gemeinsam mit dem Investor hat sich die Stadt auf eine Variante festgelegt, die einen vier gliedrigen Baukörper vorsieht. Es soll ein Wohnhaus mit 18 kleineren Mietwohnungen entstehen. Die Mietpreise sollen günstig ausfallen. Geplant sind zwei Etagen und ein ausgebautes Dachgeschoss. Zu einem Innenhof hin sollen Balkone entstehen.

Beim zweiten Workshop wurde der erste Entwurf der Planung verfeinert. So wurde über Gaubeneinfassungen oder Fensteraufteilungen ebenso diskutiert wie über die Gestaltung der Fassade. Wichtig bei dem Bauprojekt: Es soll sich an die bestehenden Größenverhältnisse der Nachbarbebauung und den besonderen Charakter der Ellenstraße anpassen. All das scheint gelungen zu sein. Der aktuelle Entwurf stellt einen deutlichen Fortschritt zu bestehenden Bebauung dar und eröffnet auch für weitere Bauvorhaben an der unteren westlichen Ellenstraße gute Perspektiven.

Der Denkmalausschuss wird am Montagabend die Planung beschließen. Danach soll das Projekt bei einer Bürgerversammlung öffentlich vorgestellt werden. Das jetzige Verfahren kann Vorbildcharakter für ähnliche Projekte, die in den kommenden Jahren anstehen, haben. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass der jeweilige Investor mitspielt. Im konkreten Fall hat er das getan und dafür bereits sehr viel Lob von Stadt und Politik erhalten.

Quelle: RP
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