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Stadt Kempen
Ellenstraße: Werbering enttäuscht über Planung

Stadt Kempen. Im Denkmalausschuss kritisierte der Vorsitzende der Kaufmannschaft, dass in dem Neubau kein Ladenlokal entsteht. Von Andreas Reiners

Ganz und gar nicht begeistert sind die Anwohner und Geschäftsleute der Ellenstraße in der Kempener Altstadt. Während Stadtverwaltung und Politik einhellig das Ergebnis des nun abgeschlossenen Workshopverfahrens zu neuen Bebauung an der Ecke Ellenstraße/Hessenwall (die RP berichtete) lobten, kam in der Sitzung des Denkmalausschusses des Stadtrates am Montagabend von Anliegern deutliche Kritik auf. Der Initiator des "Kunstraums Kempen", WiJo Heinen - der Künstler ist auf der Ellenstraße aufgewachsen -, kritisierte den Wegfall der Ladenlokale. Von ehemals 33 Geschäften gebe es heute nur sechs auf der Ellenstraße.

Besorgt äußerte sich in der Einwohnerfragestunde zu dem Thema auch der Vorsitzende des Kempener Werberings, Armin Horst. Der Gastronom mit zwei etablierten Traditionsgaststätten an der Ellenstraße sprach weniger in eigener Sache als vielmehr als Sprecher der gesamten Kaufmannschaft in der Kempener Innenstadt. Es sei fatal, dass die Geschäftsflächen in diesem Bereich wegfallen würden, meinte Horst. Er sagte auch, dass der Privatinvestor ein Angebot des renommierten Sporthauses Borgmann aus Krefeld für einen über zehn Jahre laufenden Pachtvertrag ausgeschlagen hätte. Der Technische Beigeordnete Stephan Kahl wies in der Sitzung darauf hin, dass die Stadt keinen Einfluss auf eine derartige Entscheidung des Investors habe. Das sei dessen Privatsache. Im Übrigen verwies Kahl auf eine Stellungnahme der Industrie- und Handelskammer und des Einzelhandelsverbandes, die keine Probleme für den Kempener Einzelhandel sähen, wenn Geschäftsflächen verkleinert würden. Dem widersprach Werberingchef Armin Horst gestern im RP-Gespräch entschieden. Sport Borgmann, das in Kempen auf 600 Quadratmetern eine Filiale eröffnen wollte, wäre ein sehr guter Ankermieter gewesen, der sowohl der Ellenstraße als auch der gesamten Innenstadt gut getan hätte. "Das hätte insgesamt zur Standortsicherung beigetragen", so Horst. Er hält die Entscheidung, sich an dieser Stelle ausschließlich auf Wohnraum zu fokussieren, für fatal. "Das hat eine sehr unglückliche Signalwirkung mit Blick auf eine künftige Nutzung der Flächen in der Von-Broich-Passage", sagte er. Wenn dort auch nur noch Wohnungen entstehen würden, würde sich Kempen in zehn bis 15 Jahren zu einer reinen Schlafstadt entwickeln. "Das können wir nicht wollen", meinte Horst. Er gestand ein, dass sich der Werbering zu spät mit der geplanten Neubebauung an der Ecke Ellenstraße/Hessenwall befasst hätte. "Wir waren in die Sache nicht involviert", bedauerte Horst. Bei künftigen Vorhaben werde man wachsamer sein.

Quelle: RP
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