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Stadt Kempen
Eltern der Schule Wiesenstraße wollen faire Chance

Stadt Kempen. Im sozialen Netz wird Stimmung gegen die katholische Grundschule gemacht. Eltern hoffen auf Einsicht der Politik. Von Andreas Reiners

Lehrer und Elternvertreter der Katholischen Grundschule Wiesenstraße in Kempen verstehen derzeit die Welt nicht mehr. Einige von ihnen hatten nach Sitzung des Kempener Schulausschusses den Eindruck, dass mit der von CDU und FDP herbeigeführten Mehrheitsentscheidung für eine dritte Eingangsklasse zum kommenden Schuljahr 2016/2017 der Weg frei gemacht worden sei, die Schule weiter zu entwickeln und vor allem Möglichkeiten zu eröffnen, vermehrt auch behinderte Kinder in den Regelklassen (Stichwort: Inklusion) unterrichten zu können.

Doch angesichts der aktuellen Entwicklung nach der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend - die RP berichtete gestern - befürchten besorgte Eltern, dass dies nun wieder nicht gelingen kann. In sozialen Netzwerken wird die Schule Wiesenstraße seit der Sitzung des Schulausschusses mit teilweise unsachlichen Kommentaren überschüttet. Dass die benachbarte Regenbogenschule durch ihr Auftreten im Haupt- und Finanzausschuss Druck auf die Politik ausgeübt hat, ist bei den Verantwortlichen der Schule Wiesenstraße gar nicht gut angekommen.

Die politische Entscheidung ist bis zur Ratssitzung am kommenden Montag vertagt. Der Auftritt der Vertreterinnen der Regenbogenschule hat indes ihre Wirkung nicht verfehlt. In den Reihen der CDU hat Nachdenken eingesetzt. In den nächsten Tagen wird wohl um eine Lösung des Dilemmas gerungen.

Dazu wollen die Verantwortlichen der Schule Wiesenstraße nun auch noch einmal ihre Position gegenüber der Politik verdeutlichen. "Bei uns sind die Klassen seit Jahren fast bis zum Anschlag voll", sagt Christoph Janssen vom Schulförderverein und besorgter Vater, der sich seit Jahren für die Schule engagiert. 29 oder 30 Kinder pro Klasse seien die Regel. "Da hat unsere Schule nie eine Chance gehabt, eine Inklusionsklasse einzurichten", betont Janssen. Was ihn und andere Eltern ärgert, ist die Tatsache, dass die Regenbogenschule in den vergangenen Jahren von Verwaltung und Politik als "Vorzeigeschule in Kempen" gepuscht worden sei. Dass die Schule Wiesenstraße rückläufige Anmeldezahlen zu verzeichnen habe, stimme nicht. Mit aktuell 59 Anmeldungen liege man dicht auf mit der Regenbogenschule, die 65 Anmeldungen hat. Janssen: "Unsere Schule hat eine faire Chance verdient." Was er sich wünscht: "Eine faire und sachliche Diskussion zum Wohle unsere Kinder." Ein Streit der Schulen bringe gar nichts.

Quelle: RP
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