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Stadt Kempen
Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

Stadt Kempen: Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt
Christian Debecker arbeitet in der Bäckerei Oomen. Für alle, die auch in diesem Beruf Fuß fassen wollen, gibt es noch gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Jugendliche, die immer noch keine Lehrstelle haben, sollten nicht verzweifeln: Es gibt durchaus noch Chancen. Die Zahl der Arbeitslosen ist gesunken. Wer entsprechend qualifiziert ist, braucht sich keine Sorgen zu machen. Von Heiner Deckers

/ grefrath Eher unpassend zum schlechten Wetter hatte Dirk Strangfeld, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld-Kreis Viersen, gestern durchaus gute Nachrichten zu verkünden. Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Viersen ist binnen Monatsfrist um 90 auf 11 096 gesunken. Von dieser positiven Entwicklung profitierten besonders die Jugendlichen unter 25 Jahren, bei ihnen reduzierte sich die Zahl um 75 auf 1069. Das ist für Strangfeld ein klares Indiz dafür, dass der Markt für Fachkräfte aufnahmefähig ist: "Qualifizierung lohnt sich." Steige nach dem Ende der Ausbildung die Anzahl der jüngeren Arbeitslosen typischerweise zunächst an, so unterstreiche der Rückgang die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt: "Mit dem Ende der Sommerpause haben die gut ausgebildeten Fachkräfte schnell einen neuen Arbeitsplatz gefunden." Die Kräftenachfrage bewegt sich weiterhin auf einem hohen Niveau, vor allem in den Bereichen Handel, Gesundheit, Gastronomie und verarbeitendes Gewerbe.

Die meisten der neuen Auszubildenden haben bereits mit ihrer Lehre begonnen. Es gibt jedoch nach wie vor sowohl offene Stellen als auch unversorgte Bewerber. "Der Endspurt läuft, er kann durchaus bis Mitte Oktober dauern", sagt Axel Weidehoff, Geschäftsführer operativ. Erst dann könne man eine endgültige Bilanz ziehen. Man müsse für jeden Jugendlichen den Weg finden, der passt - eine Ausbildung, ein duales Studium oder ein klassisches Studium. Die Top-5 der Berufswünsche im Kreis Viersen sind Kaufmann für Büromanagement, Kaufmann im Einzelhandel, Verkäufer, Industriekaufmann und Medizinischer Fachangestellter. Es seien insgesamt 30 Prozent der Schulabgänger, die einen dieser Berufe anstreben. Das könne nicht funktionieren, meint Weidehoff: "Gerade jetzt im Endspurt sollte man Ausschau nach Alternativen halten." Zurzeit gebe es noch freie Stellen in über 80 Berufen. Beste Aussichten hätten junge Menschen etwa im Lebensmittelhandwerk, im Verkauf, im Friseurhandwerk und in der Gastronomie. Hinzu komme, dass viele Berufe überhaupt nicht bekannt seien. Wenn Jugendliche nicht weiterwissen, können sie sich unter Telefon 0800 455 55 00 bei der Berufsberatung melden.

Die neuen Chefs in der Agentur für Arbeit: Dirk Strangfeld (r.), Vorsitzender der Geschäftsführung, und Axel Weidehoff, Geschäftsführer operativ. FOTO: Lammertz

Strangfeld hat auch die Unternehmen im Blick, sie sollten auch jetzt noch freie Lehrstellen melden: "Es ist schade um jeden Ausbildungsplatz, der nicht besetzt wird." Wenn Probleme drohen, hilft die Agentur für Arbeit mit der so genannten "Assistierten Ausbildung". Ein Bildungsdienstleister wird dann beauftragt, der den Jugendlichen und den Betriebe individuell hilft, dass die Ausbildung klappt. Für interessierte Betriebe steht die kostenfreie Servicenummer 0800 455 55 20 zur Verfügung. Generell geht es der Agentur unter dem Motto "Kein Abschluss ohne Anschluss" darum, dass jeder Schüler sofort im Beruf Fuß fasst.

Erklärtes Ziel der Agentur für Arbeit ist es, dass künftig bereits bei allen Achtklässlern Stärken und Schwächen ermittelt werden. Es soll auch eine erste Berufserkundung stattfinden. Bis in die Klasse 10 hinein sollte es regelmäßige Veranstaltungen geben, die systematisch auf das Berufsleben vorbereiten.

Quelle: RP
 
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