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Stadt Kempen
Engel der Kulturen in Kempen

Stadt Kempen: Engel der Kulturen in Kempen
Vikarin Ines Pollmann begrüßte die Kinder, die zum Engel gekommen waren. FOTO: Kaiser, Wolfgang
Stadt Kempen. Der Engel der Kulturen machte gestern Station in Kempen. Der Ring symbolisiert die Religionen Christentum, Judentum und Islam. Er soll zur Völkerverständigung beitragen und helfen, die Gemeinsamkeiten der Glaubensrichtungen zu unterstreichen. Zahlreiche Gäste waren gekommen. Von Silvia Ruf-Stanley

Jetzt ist er endlich in Kempens Mauern angekommen, der "Engel der Kulturen". Am Mittwoch wurde der Engel der Kulturen nach einem beeindruckenden Zug durch Kempen am Nachmittag in das Pflaster an der Ecke Kuhstraße, Tiefstraße und Klosterstraße installiert. Mit dabei ein großer Zug von Kindern und Erwachsenen, die sich teils schon seit dem Start am Morgen um 11.30 Uhr an der Martinschule an der Aktion beteiligten. "Hundert, 120 werden es wohl sein", schätzte Hauptamtsleiter Roland Müller. Und erwartete auf dem weiteren Weg durch die Stadt Zuwachs.

Engel ist durch Europa gereist

Bürgermeister Volker Rübo meinte in seinen Begrüßungsworten, dass dies eine besondere, schöne Aktion sei. Und auch den Startpunkt mitten im Schulzentrum fand er gut. Über 3000 Schüler kommen hier jeden Tag zusammen. Diese kämen aus ganz unterschiedlichen Kulturen und bereicherten das Leben in Kempen. Zuhören, offen sein, das bringe zu einem neuen vorurteilsfreien Weltbild. Er dankte der Kempener Galeristin Barbara Hermann-Lange, die das Projekt in die Wege geleitet hatte. Und dem Arbeitskreis Multikulturelles Forum, dass sich sehr intensiv mit dem Projekt auseinander gesetzt hatte.

Der Standort am Kuhtor war längere Zeit diskutiert worden, letztendlich zeigten sich gestern aber alle zufrieden damit. "Das ist doch toll, dass es so etwas in Kempen gibt", sagte Stadtführerin Ellen Berg. Sie und ihr Kollege Matthias Mertens werden den "Engel der Kulturen" auf jeden Fall in ihre Stadtführungen aufnehmen.

Die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten, die das Projekt entwickelt haben, waren absolut begeistert von der Anteilnahme. "Das habe ich so noch nie erlebt", sagte Merten. Dabei ist der Engel schon weit durch Europa gereist, war gerade eben noch in Papenburg in Norddeutschland, reist weiter nach Köln und demnächst nach Brüssel.

Gebete und Informationsstände

Die Kempener hatten sich aber auch viel ausgedacht für die verschiedenen Stationen. An der Martinschule wurde für Verständnis der Kulturen untereinander getrommelt, dazu gab es Texte. Die Schüler der Jahrgangsstufe 7 hatten sich mit verschiedenen Religionsgruppen, wie sie in der Intarsie gezeigt werden, auseinandergesetzt. Die Konfirmanden der evangelischen Kirche sprachen über das Wort Gottes in den Religionen. Bei der muslimischen Gemeinde sprach der Iman ein Gebet zum Thema. Weiter ging es zur Gedenkstätte der jüdischen Synagoge und zur Propsteikirche. Überall ein Augenblick des Innehaltens, den der größte Teil der Kinder aufmerksam verfolgte. Zwischendurch durften sie auch kräftig mit Hand anlegen, um das Abbild der Gussform mit Quarzsand auszufüllen.

Hand anlegen war auch gefragt beim Einfügen und Ausbrennen der Intarsie. Neugierig verfolgten nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene die Arbeit. Unter den Erwachsenen auch Bürgermeister Rübo, der Erste Beigeordnete Hans Ferber, Hauptamtsleiter Müller sowie zahlreiche Vertreter von Ratsfraktionen.

Quelle: RP
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