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Stadt Kempen
Erinnerung an Kempen, wie es früher war

Stadt Kempen: Erinnerung an Kempen, wie es früher war
Einst und jetzt - Stadtansichten von Kempen. FOTO: Hüskes
Stadt Kempen. Kempen im Wandel der Zeit war schon eine viel beachtete Ausstellung im Kempener Rathausfoyer. Josef Lamozik, Wilhelm Spee, Edith Heyer, Claudia Stox sowie Altbürgermeister Karl-Heinz Hermans treffen sich jede Woche zwei Stunden, um das umfangreiche Fotoarchiv der Stadt Kempen zu sichten und die Bilder zu zuordnen. Den alten Aufnahmen hatten sie aktuelle Bilder der gleichen Ansicht entgegen gesetzt. Von Silvia Ruf-Stanley

Aufgrund der großen Resonanz entstand die Idee, das Ganze als Bilderschau auf dem PC zusammen zu stellen und damit die Bilder auch an anderen Orten zu zeigen. Und da sich schon bei der Ausstellung zeigte, dass automatisch zu den Bildern jede Menge Erinnerungen auftauchen, haben sich Josef Lamozik und Karl-Heinz Hermans zusammen getan, um die Präsentation zu zeigen und dazu zu erzählen. Kürzlich waren sie im Von-Broichhausen-Stift zu Gast. Organisiert hatte den Besuch Elisabeth Greiffendorff vom Sozialen Dienst des Altenheims. Und es zeigte sich, dass dies eine gute Idee war. Der Veranstaltungsraum im Stift war sehr gut besetzt. Kaum waren die ersten Bilder gezeigt, zu denen Hermans etwas erklärte, wurden aus dem Publikum eigene Erinnerungen beigesteuert. Da Hermans aus seiner Zeit als Bäckermeister und später als Bürgermeister viele der Besucher kannte, entspann sich bald ein reger Dialog.

Mit den Zuschauern begaben sich Lamozik und Hermans auf eine fotografische Wanderung durch Kempen. Als Hermans bekannte, dass er den Acker anno 1919 so nicht gekannt hat, weil er ja einige Jahre später geboren wurde, kamen sofort die passenden Angaben. Da war der Metzger Fander, wusste eine Dame. Auch an das Samengeschäft und die Gastwirtschaft Sieben konnten sich noch viele erinnern. Hermans erzählte von der großen Zahl an Stammkunden, die die Geschäfte hatten. "Immer freitags um drei Uhr kam Frau Schumacher-Mühle", um beim Metzger einzukaufen. Auch die Pratschkarre, mit der die Kanäle geleert wurden, erinnerten noch viele. Mit einem wahrhaft geduldigen Pferd, dass nicht nur an jedem Kanaldeckel Halt machte, sondern auch an jeder Wirtschaft, wie Hermans schmunzelnd erzählte. Am Buttermarkt gab es dort, wo heute ein Teil des Rathauses steht, die Gastwirtschaft Loerper. Da trafen sich Junggesellen wie er selbst und heckten Streiche aus. Dabei musste auch das Von-Loe-Denkmal einen weißen Anstrich hinnehmen.

Hermans bedauerte mit Blick auf die Bilder, dass so mancher schöne Giebel der Altstadtsanierung weichen musste. Und dass es auch Bausünden in der Stadt gibt. Aber dennoch freue er sich über das schöne Ergebnis der Sanierung. Darin war er sich mit den Besuchern einig. Viel zu schnell war der Nachmittag bei all den vielen Erinnerungen vorbei. Noch eine Zeit lang werden Teile der Ausstellung im Foyer des Stiftes zu sehen sein.

Quelle: RP
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