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Stadt Kempen
Ersatzneubau für Stift ist erst mal vom Tisch

Stadt Kempen. Die Kempener Hospital-Stiftung plant um. Die Pläne für ein drittes Altenheim wandern in die Schublade. Stattdessen soll das Von-Broichhausen-Stift erweitert werden. Von Andreas Reiners

Die Altenheimbetreiber in Nordrhein-Westfalen müssen in vielen Fällen ihre Häuser umbauen. Denn das Wohn- und Teilhabegesetz des Landes schreibt eine Umstrukturierung vor. Seniorenheime müssen die Zahl ihrer Einzelzimmer deutlich erhöhen. Betroffen von den gesetzlichen Änderungen ist auch die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist Kempen, die die beiden Altenheime Von-Broichhausen-Stift und St.-Peter-Stift betreibt. Noch bis Mitte des Jahres verfolgte die Stiftung den Plan, auf dem Parkplatz des Kempener Krankenhauses an der Ecke Mülhauser Straße/Berliner Allee zunächst einen Ersatzneubau mit etwa 80 Plätzen für Senioren zu errichten und danach das Von-Broichhausen-Stift umzubauen. Das Stammhaus am Heyerdrink hätte nach diesen Plänen künftig etwa 65 statt der derzeit 145 Plätze haben sollen. Diese Pläne, die noch vom früheren Geschäftsführer der Stiftung, Alexander Nolte, vorangetrieben wurden, sind nun erst einmal in der Schublade verschwunden.

Nach dem Weggang von Nolte Ende Juli hat das Beratungsunternehmen Terranus GmbH in Köln erneut die Leitung der Altenheime übernommen und Thomas Brockmeyer als Interimsgeschäftsführer nach Kempen geschickt. Brockmeyer war für Terranus bereits in der Thomasstadt im Einsatz, nachdem der damalige Verwaltungsleiter Ralf Barian die Stiftung verlassen hatte und der Nachfolger Alexander Nolte noch nicht engagiert war. Brockmeyer ist seit Anfang Juli wieder in Kempen. Und er wird es diesmal auch für längere Zeit bleiben. Wie die beiden ehrenamtlichen Vorsitzenden der Stiftung, Bürgermeister Volker Rübo und Propst Dr. Thomas Eicker, in einem Pressegespräch erläuterten, soll der Terranus-Mitarbeiter solange in Kempen bleiben, bis die Umstrukturierung des Von-Broichhausen-Stifts abgeschlossen ist. Brockmeyer könnte demnach bis Mitte 2018 die Geschäfte der Altenheime führen.

Und der erfahrene Manager hat sich auch bereits mächtig ins Zeug gelegt. Er forciert derzeit den Umbau des Von-Broichhausen-Stifts mit einer Erweiterung. Ein Ersatzneubau kommt nicht mehr in Frage, ist auch deshalb zurückgestellt, weil er nicht nur die teurere Lösung wäre, sondern organisatorisch später schwieriger zu verwalten wäre. Gleichwohl ist der Umbau im Bestand die deutlich größere Herausforderung. Aber die nimmt Brockmeyer gerne an und wird in seinem Bestreben von der Stiftungsleitung voll unterstützt.

Bis Anfang kommenden Jahres soll das Konzept für den Um- und Ausbau des Hauses am Heyerdrink stehen und die Planung durch einen Architekten verfeinert werden. Erst danach sei eine Kostenschätzung möglich, sagt Brockmeyer. Im kommenden Frühjahr soll dann die Abstimmung mit dem Landschaftsverband Rheinland und der Heimaufsicht beim Kreis Viersen erfolgen. Mit Beiden ist Brockmeyer bereits seit geraumer Zeit im Gespräch und hat zumindest die Zusicherung, an diesem Plan weiterarbeiten zu können.

Für Rübo und Eicker ist der nun eingeschlagene Weg der richtige. "Ich glaube, das ist die richtige Lösung", sagte Rübo im Pressegespräch. Auch wenn noch unklar ist, wie die Finanzierung letztlich aussehen wird. Für Rübo und Eicker ist auch klar, dass der Umbau für die verbleibenden Bewohner nicht einfach wird. Sie werben daher um Verständnis. Geplant ist die Kapazitäten des St.-Peter-Stifts - es ist bereits nach den neuen gesetzlichen Standards ausgestattet und muss nicht umgebaut werden - vorübergehend mit zu nutzen.

In Brockmeyer sieht der Stiftungsvorstand den richtigen Mann für die nicht leichte Aufgabe. Rübo und Eicker bedauerten den Weggang von Nolte, der aus familiären Gründen eine neue Aufgabe im Bonner Raum, wo er zuhause ist, übernommen hat. Einen neuen Geschäftsführer für ihre Altenheime will die Stiftung erst suchen, wenn die Umstrukturierung so weit abgeschlossen ist. "Es macht aus unserer Sicht keinen Sinn, einen neuen Geschäftsführer zu engagieren, der sich erst in die geplante Umstrukturierung einarbeiten müsste", sagten Rübo und Eicker übereinstimmend. Mit Interimsgeschäftsführer Brockmeyer hätten die Heimbewohner und deren Angehörige, so glauben Rübo und Eicker, einen sehr erfahrenen und verlässlichen Ansprechpartner, der mit dem Pflegeteam vertrauensvoll zusammenarbeitet. Probleme, wie von einigen Kempenern gemutmaßt, sehen die Stiftungsvorsitzenden in dieser Interimslösung nicht.

Quelle: RP
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